Fettarm frittieren

Frittiertes Essen ist lecker, aber leider auch sehr fett. Die neue "Actifry"-Fritteuse verspricht ein kleines Wunder - volles Frittier-Aroma bei nur einem Esslöffel Öl. Brigitte.de-Redakteur Henning Hönicke hat den Pommes-Test gemacht und kam zu einem überraschenden Ergebnis.

Hält dieses Gerät, was es verspricht?

Ich liebe frittiertes Fast-Food! Snacks, die meine Papierserviette durchsichtig zaubern und beim Kauen knusprig knirschen, sind für mich die größte Errungenschaft der Menschheit. Der Nachteil der Nahrung, die in heißem Öl gebadet hat, liegt auf der Hand, bzw. klebt an selbiger: Fett. Ungesundes Fett, das nicht unbedingt schlanker macht. Mein Faible für Fastfood hat auch an mir Spuren hinterlassen: Meine Hosen halten ohne Gürtel und sind in den letzten Jahren um zwei Größen weiter geworden. Klar, dass das Versprechen einer fast fettfreien Fritteuse verlockend klingt. Aber wie soll so ein kleines Wunder eigentlich funktionieren?

Im Rohzustand unspektakulär: Kartoffelstäbchen.

Die "Actifry" ähnelt auf den ersten Blick einer XXL-Bratpfanne mit einem Rührarm in der Mitte. Wenn ich meine Kartoffelstücke mit einem Löffel Öl in die Maschine gebe und sie einschalte, dreht sich der Arm, und das Gerät erhitzt sich ähnlich wie ein Umluftofen. So verteilt sich das Öl in einem dünnen Film auf den Kartoffeln und fängt durch die Hitze an zu kochen. Öl plus Kochen ergibt Frittieren.

Nicht dumm. Aber eine echte Konkurrenz für den Imbiss an der Ecke? Der erste Praxistest zeigt gleich zwei Nachteile der Actifry. Erstens: Sie ist so laut, als würde ich während des Kochens staubsaugen (eine Vorstellung, die wohl nur meiner Frau gefallen dürfte). Zweitens: Es dauert zu lange, bis die Pommes fertig sind, bei frischen Kartoffeln gut 40 bis 50 Minuten. Hallo? Das geht gar nicht, ich will FAST Food! In der Zeit bin ich ja dreimal zum Imbiss und zurückgegangen.

Trotz wenig Fett ein glänzendes Ergebnis.

Aber es gibt ja noch den Geschmackstest zu bestehen. Ein Biss in den knusprigen Kartoffelstab und der Ärger ist vergessen. Der schmeckt, wie gute Pommes schmecken sollten, keine Frage. Nicht so schmierig wie im Imbiss und auch nicht so wie pappig wie aus dem Backofen, sondern einfach lecker.

Fazit: Fritten-Fetischisten und Familien mit pommessüchtigen Kindern kommen trotz des hohen Preises von knapp 220 Euro voll auf ihre Kosten: Sie sparen langfristig Geld und ernähren sich viel gesünder. Außerdem gibt es im Gegensatz zu anderen Fritteusen kein Altfett zu entsorgen.

Alle anderen sollten sich die Nachteile des Gerätes nochmal vor Augen führen, bevor sie dem "schlanken" Frittieren verfallen: Die Actifry ist nicht nur laut, sondern auch groß und sperrig. Außerdem ist sie kein echter Ersatz für eine Fritteuse: Größere oder weiche Snacks (wie etwa frischer Teig) werden vom Rührarm zermalmt. Für hausgemachte Krapfen brauchen Sie also trotzdem noch eine konventionelle Fritteuse.

Produktinfo

Die "Actifry" kostet 219 Euro. Mehr Informationen finden Sie bei www.tefal.de.

Henning Hönicke

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.