Schön und gut: Kunst aus Südafrika

Hühner, die mal Plastiktüten waren, Körbe aus Telefondraht: Kunsthandwerker in Südafrika machen überraschende Kunst. Hier können Sie sie bestellen - und unterstützen damit Selbsthilfegruppen im WM-Land.

Stammesfürstin

Ihr kleines Ebenbild haben sich die Frauen aus dem Stamm der Ndebele mit diesen bunten Püppchen geschaffen. Die "Busenpuppen" sind handgenäht und kunstvoll mit Perlen bestickt, Ndebele-Frauen sind bekannt für ihre Handwerkskunst. 7 cm bis 36 cm hoch, 4,90 bis 24 Euro.

Wer macht's?

Ndebele-Frauen, die im touristisch wenig erschlossenen Buschland östlich von Pretoria leben. Die "Ndebele Cone Doll Factory" sichert ihr Auskommen.

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Contemporary South African Handcraft/Wirework, Tel. 030/881 75 78, www.wirework.de; alle Preise plus Versandkosten

Tafelberg

Schaumstoffwürfel oder Sitzsack selber beziehen: mit den tollen Bezügen aus "Shweshwe", den hübsch bedruckten Baumwolltüchern aus Südafrika. Würfelbezug für einen Schaumstoffblock, 40 x 40 x 40 cm für ca. 90 Euro. Sitzsackbezug Ø 70 cm, 50 bis 80 cm hoch (je nach Füllmenge) für ca. 120 Euro.

Wer macht's?

"Ujamani", eine Gruppe von Frauen, die sich neu in der Provinz Gauteng im Norden Südafrikas zusammengeschlossen hat.

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SolidaritätsBär

Deutliche Fußabdrücke hinterlässt dieser Schmusebär mit der Aids-Schleife auf der Tatze. Der kleine Beschützer ist besonders liebevoll hergestellt: Bis zu 20 Frauen besticken je einen Bären mit individuellen Mustern und geben ihm so gute Wünsche mit auf den Weg. In drei Größen: 22 cm, 32 cm und 39 cm hoch, für 98, 139 und 169 Euro. Dekoration: privat

Wer macht's?

Ursprünglich nur Frauen aus Kapstadt. Heute besteht die "Forward Group" auch aus Frauen und Männern aus Simbabwe und dem Kongo, die für ihre schönen Stickarbeiten bekannt sind.

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Contemporary South African Handcraft/Wirework, Tel. 030/881 75 78, www.wirework.de; alle Preise plus Versandkosten

Sardinenschale

Den Tisch mit ganz viel Lebensfreude decken: Die bunten Schalen bestehen aus Pappmaché und recycelten Sardinenverpackungen. Im gemischten Dreier- Set, 11 cm, 17 cm und 23 cm Durchmesser, für 30 Euro. Es gibt sie aber auch einzeln ab 7 Euro.

Wer macht's?

"Einander umarmen und entfalten" bedeuteten die Xhosa-Wörter "Wola Nani" auf Deutsch. Dieses Projekt hilft seit 1994 vor allem HIV-infizierten Frauen und ihren Kindern.

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Schlaue Köpfe

Was heißt hier Müllgesicht? Mit den lustigen Tierköpfen gaben die Künstler weggeworfenen Plastikflaschen ein neues Leben. Plastiktrophäen aus recyceltem Kunststoff: Ziegenbock, Kuh und Elefant, 27 bis 37 cm hoch, 38 bis 48 Euro.

Wer macht's?

16 Menschen auf der Kap-Halbinsel. Nach dem Motto "Craft from Waste" hat sich die "Kommetjie Environmental Awareness Group" gebildet. Sie sammelt herumliegenden Müll ein, um Kunst daraus zu machen.

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Zulu-Körbe

Ob zum Aufbewahren oder zur Deko: Die "Ukhamba", Deckelkörbe aus Ilala-Palmenblättern, beeindrucken mit ihren grafischen Mustern. Sie sind eine besondere Kunst des Zulu-Stammes. 26 cm, 30 cm und 48 cm hoch, für 44 Euro, 64 Euro und 136 Euro. Dekoration: privat

Wer macht's?

Die Gruppe "Ilala" besteht schon seit 30 Jahren. Etwa 600 Frauen und Männer des Zulu-Stammes, verteilt über die Region Kwazulu- Natal, ernähren mit der Flechtarbeit ihre Familien.

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Kabelkörbe

Weil die Künstler so stolz auf ihre besonders fein geflochtenen Schalen aus Telefondraht sind, ist jedes Stück mit Namen gekennzeichnet. Früher wurden solche Körbe aus Gräsern geflochten und verschlossen tönerne Bierkrüge. Sie sind ideal, um darin Obst, Knabberkram oder Deko aufzuheben. Im Dreier-Set ab 60 Euro. Einzeln in vier Größen: 13 cm, 16 cm, 19 cm und 25 cm Durchmesser, für 15, 19, 29 und 48 Euro. Dekoration: privat

Wer macht's?

"Wirework", eine Selbsthilfegruppe aus heute 120 Frauen und Männern in den ländlichen Gebieten der strukturarmen Region Kwazulu-Natal.

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Heller Kopf

Eine zarte Alternative zur harten Realität. Großwildjäger haben bei dieser Trophäe aus Papier und Draht keine Chance. Ihnen könnte sogar ein Licht aufgehen: Dank einer Halterung kann man den Tierkopf als Leuchte verwenden. 75 cm hoch für 160 Euro. Rest: privat

Wer macht's?

Melvin Mabaka ist ein ehemaliger Straßenkünstler aus Port Elisabeth, der ein kleines Team sein Handwerk lehrt. Mabakas legendäre Papierkunst wird sogar in Galerien gezeigt.

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Rüschenhühner

Diese drolligen Hühner waren mal Plastiktüten, die in Streifen geschnitten und aufgerüscht wurden. Damit ist das Federvieh wasserfest und ideal, um durch den Garten zu streifen. 7,5 cm, 17 cm und 30 cm hoch, für 6 Euro, 8 Euro und 16 Euro. Rest: privat

Wer macht's?

"Kunye" ist Xhosa und heißt "Zusammen vorwärtsgehen". Dieses Projekt im Umland von Kapstadt arbeitet mit 250 meist HIVinfizierten Menschen.

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Perlen-Tiere

Die Kunst der "beaded animals" hat eine lange Tradition. Sorgfältig und mit viel Kreativität werden Tiere aus Stoffresten gefertigt und flächig mit Perlen bestickt. Diese hier sind handgefertigte Unikate. Ca. 23 cm hoch, 48 Euro. Dekoration: privat

Wer macht's?

450 Künstler des "Monkeybiz"-Projekts, die meist in Kapstadts Townships leben und durch diese Arbeit ein sichereres Einkommen haben. Das Projekt finanziert u. a. Suppenküchen

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Stickkunst

Jeder Stich von Hand gemacht, jedes Motiv vom Künstler signiert - die Baumwollkissenbezüge des Stammes der Shangaan erzählen Geschichten und sind echte Kunstwerke. 45 x 45 cm, 68 Euro. Dekoration: privat

Wer macht's?

Einige Mitglieder des Volkes der Shangaan in der Provinz Limpopo. Die Organisation "Kaross" fördert ihre Kultur und ist seit 1989 von fünf Leuten auf über 1000 gewachsen. und kümmert sich um Aids-Waisen.

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Contemporary South African Handcraft/Wirework, Tel. 030/881 75 78, www.wirework.de; alle Preise plus Versandkosten

Wem nützt Ihr Kauf?

Ein Souvenir aus dem WM-Land: Das ist schön für Sie. Und schön für die Leute dort. Denn ein sicheres Einkommen hilft ihnen am meisten.

Auf Südafrika guckt ab dem 11. Juni die ganze Welt. Modernste Stadien, traumhaften Naturkulissen und feiernde Menschen, das werden die Bilder sein, die wir während der Fußball-Weltmeisterschaft sehen. Doch das Land mit seinen rund 50 Millionen Einwohnern hat - 16 Jahre nach den ersten freien Wahlen und dem Ende der Apartheid - immer noch große Probleme. Fast jeder fünfte erwachsene Südafrikaner ist HIV-positiv. Die Arbeitslosenquote liegt bei 24 Prozent, die Kriminalität ist hoch, und für viele Stämme, wie die Ndebele im Norden oder die Xhosa in der Provinz Eastern Cape, ist es nicht leicht, ihre Identität zu wahren.

Jeder vierte Einwohner Südafrikas ist auf Sozialhilfe angewiesen. Ein sicheres Einkommen hilft den Menschen am meisten. Den von uns vorgestellten Gruppierungen werden oft Rohmaterialien, wie Stoffe oder Garne, zur Verfügung gestellt, damit sie ihre Handwerkskunst bewahren und auch an die nächste Generation weitergeben können. Trotz der großen Qualität der Arbeit ist es für viele Künstler dann aber immer noch sehr schwer, ihre Produkte auch zu vermarkten.

Die Objekte, die Sie hier bestellen können, bringt Wirework nach Deutschland. Dieser Vertrieb in Berlin wird von der gebürtigen Südafrikanerin Michelle Schingerlin geleitet; sie beliefert auch Ausstellungen und Galerien und legt großen Wert auf vertrauensvolle Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit. "Uns ist es wichtig, das handwerkliche Geschick vieler Südafrikaner und ihre Traditionen zu wahren", sagt Schingerlin. "Die aufwändige Handwerkskunst soll zu fairen Preisen verkauft werden. Wir organisieren den Vertrieb, der Großteil des Geldes geht an die Künstler." Seit 1993 hat Wirework etliche Projekte in Südafrika ins Leben gerufen. Die Gruppe, die aus Telefondraht Körbe flicht, wuchs in den vergangenen Jahren von 15 auf 120 Personen an.

Eine Bestellung macht also doppelt Sinn: Sie bekommen ein Souvenir aus Südafrika, auch wenn Sie gar nicht dort waren. Und die Künstler verdienen Geld für sich und ihre Familien und können so ihre Zukunft sichern.

Diesen Menschen können Sie helfen (v. l. n. r.): Frauen von "Heartwork"; die Gruppe "Wirework" und die Künstler des Kissenprojekts "Kaross".

Fotos und Produktion: Peter Fehrentz
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