VG-Wort Pixel

Flaschengarten: So legst du dir ein ewiges Terrarium an

Flaschengarten: Fensterbank mit Flaschengärten
© Makivka J / Shutterstock
In einem Flaschengarten existiert ein eigenes Ökosystem, um das du dich so gut wie gar nicht mehr kümmern musst und trotzdem deiner Pflanze beim Wachsen zugucken kannst. Wie das geht, erfährst du hier!

Pflanzenliebhaber, die nicht mit einem Grünen Daumen gesegnet sind, dürften jetzt erleichtert aufatmen: Ein Flaschengarten benötigt keine Pflege, da er auf einem in sich geschlossenem Ökosystem basiert. So lässt sich ein grünes Zuhause ganz ohne Aufwand genießen! 

Was ist ein Flaschengarten?

Ein Flaschengarten ist ein geschlossenes Kreislaufsystem in einem Glas. Der Inhalt aus Substrat, Erde, Mikroorganismen, Pflanzen, Luft und Wasser erzeugt ein Ökosystem in dem Behälter, das keine weitere Pflege benötigt und so jahrelang aufrechterhalten werden kann. Alle nötigen Voraussetzungen für das Wachstum der Pflanzen sind vorhanden, sodass sie sich selbst am Leben erhält. Ein Flaschengarten wird auch als Florarium oder ewiges Terrarium bezeichnet.

Wie funktioniert der Flaschengarten?

Ein Flaschengarten braucht so gut wie keine zusätzliche Pflege: Lediglich beim Einrichten eines Gartens muss dieser einmalig gegossen werden. Dieses Wasser wird von der Pflanze über die Wurzeln aufgenommen und über die Blätter wieder abgegeben. Durch Kondensation an der Glaswand gelangen die Wassertröpfchen zurück auf den Boden und der Kreislauf beginnt von vorne. Dazu leben in dem Flaschengarten noch Destruenten (Zersetzer), die abgestorbenes Pflanzenmaterial abbauen und dafür Sauerstoff verbrauchen und Kohlendioxid sowie Nährstoffe wieder abgeben. Die Pflanze wiederum benötigt die Nährstoffe und nimmt Kohlendioxid auf, den sie mithilfe von Wasser und Lichtenergie in Sauerstoff und Glucose umwandelt. Dieser natürliche Stoffkreislauf ist ein perfekt ausbalanciertes System, das allen Beteiligten die notwendigen Stoffe zum Überleben zuführt.

So legst du einen Flaschengarten an

Du brauchst:

  • Großes Glasgefäß: Besonders gut eignen sich bauchige und verschließbare Modelle, wie zum Beispiel Bonbongläser
  • Drainageschicht: Tongranulat, Kieselsteinchen oder Ziegelsplitt
  • Zwei Esslöffel Holzkohlestückchen (Aktivkohle oder Grillkohle): zerkleinere diese am besten in einem Beutel mit einem Hammer
  • Aussaaterde
  • Exotische Pflanzen: In dem Flaschengarten herrscht ein feucht-warmes Klima, das für viele Zimmerpflanzen, die langsam wachsen, geeignet ist. Zum Beispiel Mini-Orchideen, Torfmoose, kleine Farne, Bromelien, fleischfressende Pflanzen, Ufopflanzen, kleinblättriger Efeu. Du kannst Stecklinge oder Ableger verwenden.
  • Hilfsmittel zum Befüllen: Papprolle, Trichter, lange Holzstäbchen, langer Löffel

Achtung: Sukkulenten oder Kakteen sind nicht für einen geschlossenen Flaschengarten geeignet. Für diese Pflanzen solltest du ein offenes Gefäß verwenden.

Flaschengarten anlegen:

  1. Reinige die Glasflasche oder dein Glasgefäß gründlich. Verwende dafür kochendes Wasser. So stellst du sicher, dass Schimmelsporen und Keime in dem Glas beseitigt sind. Lasse das Gefäß trocknen.
  2. Gebe vorsichtig die Drainageschicht auf den gesamten Gefäßboden (bis zu fünf Zentimetern). Diese Schicht verhindert später, dass sich Staunässe bildet. 
  3. Verteile die Holzkohle darüber. Sie beugt Schimmelbildung vor.
  4. Fülle eine Schicht trockene Erde darüber (bis zu zehn Zentimetern). Damit die Glaswand nicht so dreckig wird, kannst du zum Befüllen einen breiten Trichter (zum Beispiel eine Papprolle) zu Hilfe nehmen.
  5. Platziere deine Pflanzen in dem Flaschengarten. Hierfür können lange Hilfsmittel (langer Löffel) sinnvoll sein. Bilde eine kleine Mulde, setze den Ableger oder die Pflanze ein und drücke sie sanft an. Du kannst mehrere Pflanzen in den Flaschengarten setzen. Achte lediglich darauf, dass es nicht zu eng wird. Wenn du Pflanzen aus einem Anzuchttopf verwendest, löse die Pflanzen vorsichtig heraus und schüttele die Erde vorher gut ab.
  6. Bedecke die restliche Erde noch mit lebenden Moosen und Dekoelementen deiner Wahl (zum Beispiel Muscheln, Ästen, Steinen).
  7. Befeuchte deinen Flaschengarten am besten mit einem Zerstäuber. Nutze kalkarmes, handwarmes Wasser (zum Beispiel Regenwasser). Wasser darf sich nicht am Boden stauen, dennoch sollte die Erde durchfeuchtet werden. Es empfiehlt sich, in Etappen zu gießen. Falls dein Flaschengarten zu feucht ist, kannst du ihn noch einige Tage offen stehen lassen. Die Feuchte wird so verdunsten.
  8. Verschließe anschließend das Gefäß luftdicht.

Flaschengarten: Standort und Pflege

  • Stelle deinen Flaschengarten an einen hellen Platz. Achte allerdings darauf, dass deine Pflanzen nicht der direkten Sonne ausgesetzt sind, sonst könnten sie verbrennen.
  • Um Schimmelbildung zu vermeiden, kannst du den Flaschengarten ab und zu kurz öffnen.
  • Sind optimale Voraussetzungen im Flaschengarten vorhanden, muss er oft gar nicht mehr oder nur ganz selten gegossen werden. Entscheide nach Bedarf.
  • Faulende Pflanzenteile solltest du entfernen.

Auf der Suche nach weiteren Tipps rund um Garten und Pflanzen? Hier erfährst du, wie du Kräuter pflanzen kannst. Wie sich eine Pflanze umtopfen lässt und was es mit dem Trend Urban Jungle auf sich hat.

Wenn du dich mit anderen über Gartentipps austauschen möchtest, schaue mal in unsere Community.


Mehr zum Thema