Die BYM.de-Strickschule

Stricken lernen leicht gemacht: Maschen anschlagen, kraus rechts, glatt links - alles Fremdwörter für dich? Dann ist unsere Strickschule genau das Richtige!

Anschlagen von Maschen

Das Stricken beginnt mit dem Anschlagen von Maschen. Man nimmt zwei Stricknadeln in eine Hand, damit die Anschlagreihe elastisch wird.

Von einem Knäuel wird ein Fadenende abgewickelt, das mindestens dreimal so lang sein muss wie die vorgesehene Anschlagbreite. Zum Üben sollten Sie glatte Wolle nehmen, damit strickt es sich leichter.

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So geht's!

1. Spannen Sie eine Schlinge um Daumen und Zeigefinger der linken Hand. Der über dem Zeigefinger liegende Faden kommt vom Knäuel, der um den Daumen geführte ist das lange Fadenende.

2. Mit der rechten Hand die Nadeln von hinten in die Schlinge einstechen und den Faden nach unten ziehen.

3. Den Faden des Zeigefingers durch die neu entstandene Schlinge führen und das Fadenende anziehen. Die erste Anschlagmasche liegt auf der Nadel.

4. Jetzt das Fadenende um den Daumen und den Faden des Knäuels um den Zeigefinger legen. Die Nadeln von vorn durch die auf dem Daumen liegende Schlinge führen.

5. Der Faden des Zeigefingers wird durch die Daumenschlinge gezogen. Danach den Daumen aus der Schlinge nehmen und gleichzeitig das Fadenende stramm ziehen.

Den 4. und 5. Vorgang so oft wiederholen, bis die gewünschte Maschenzahl erreicht ist. Dann eine Stricknadel aus den Anschlagmaschen ziehen. Die Maschen bleiben auf der anderen Nadel - und los geht's.

Kraus rechts

Bei dieser ganz einfachen Strickart werden nur rechte Maschen gearbeitet. Rechte Maschen sehen in den Hinreihen (auf der Vorderseite/rechte Seite) glatt und in den Rückreihen (auf der Rückseite/linke Seite) kraus aus. Das Maschenbild hat von beiden Seiten die gleichen plastischen Querrippen. Wenn der Farbwechsel bei Streifen auf der rechten Seite vorgenommen wird, entsteht ein glatter Übergang. Wird der Farbwechsel auf der linken Seite vorgenommen, gibt es einen ineinander greifenden Übergang

Rechte Maschen

1. Der Faden liegt hinter der Arbeit. Die rechte Nadel sticht von vorn in die nächste Masche der linken Nadel ein.

2. Der Faden wird mit der rechten Nadel durch die Masche geholt, die danach von der linken Nadel gleitet. Die neue Masche liegt auf der rechten Nadel.

Linke Maschen

Linke Maschen haben Querrippen, ähnlich wie das kraus rechts gestrickte Maschenbild, jedoch flacher. Linke Maschen braucht man unter anderem, um glatt rechts stricken zu können. Auf der Rückseite erscheinen sie als rechte Maschen.

1. Der Faden liegt vor der rechten Nadel. Diese wird mit dem darauf liegenden Faden von rechts nach links in die erste Masche der linken Nadel gestochen.

2. Der Faden wird von vorn nach hinten durch die Masche gezogen, die dabei von der linken Nadel gleitet. Die neue Masche liegt auf der rechten Nadel.

Glatt rechts

Ein glatt rechts gestricktes Teil besteht aus rechten und linken Maschen. Bild: Alle Maschen werden in den Hinreihen rechts, in den Rückreihen links gestrickt.

Randmasche

Um saubere Kanten an einem Strickstück zu bekommen, sollten die erste und letzte Masche in jeder Hin- und Rückreihe rechts gestrickt werden. Es erleichtert das spätere Zusammennähen der Strickteile und das Herausstricken von Maschen aus einer Kante.

Rechts und links verschränkte Maschen

Rechte und linke Maschen, die verdreht abgestrickt werden, bezeichnet man als verschränkte Maschen. Rechts verschränkt abgestrickte Maschen sind besonders für Bündchen geeignet, die aus rechten und linken Maschen bestehen, das Strickteil bleibt dadurch sehr elastisch.

Von hinten in eine rechte ...(weiter siehe nächstes Bild)

... oder linke Masche einstechen und den Faden durchziehen. Die Masche von der linken Nadel gleiten lassen.

Zunahmen

Sollen innerhalb einer Reihe Maschen zugenommen werden, bildet man aus dem zwischen zwei Maschen liegenden Querfaden eine neue Masche. Der Querfaden wird auf die linke Nadel gehoben und, damit kein Loch entsteht, rechts oder links verschränkt abgestrickt. Bild: Der hochgenommene Querfaden bei rechten Maschen.

Der Querfaden ist rechts verschränkt abgestrickt.

Der hochgenommene Querfaden bei linken Maschen.

Der Querfaden ist links verschränkt abgestrickt.

Zunahmen an einer Seite

Sollen mehrere Maschen auf einmal an einer Seite eines Strickteiles zugenommen werden, so geht das nur am Ende einer Reihe, ohne den Faden abschneiden zu müssen. Für die neu anzuschlagenden Maschen den Faden in einer Schlinge um den linken Daumen legen. Bild: Die Nadel in der rechten Hand wird von unten nach oben durch die Schlinge geführt. Es entsteht eine neue Masche auf der rechten Nadel. Den Faden anziehen.

Abnahmen

Möchten Sie innerhalb einer Reihe Maschen abnehmen, so stricken Sie jeweils zwei Maschen rechts oder links zusammen. Soll ein Strickstück an einer rechten Seite schmaler werden, nimmt man Maschen gleich zu Beginn der Hinreihen ab. Eine Randmasche rechts stricken, die darauf folgende Masche wie zum Rechtsstricken auf die rechte Nadel heben, die nächste Masche rechts arbeiten und die abgehobene Masche über die gestrickte Masche ziehen. Der Rest der Hinreihe und die Rückreihe im Grundmuster weiterarbeiten.

Die Hin- und Rückreihe fortlaufend wiederholen. Da nicht immer in jeder Hinreihe eine Masche abgenommen werden muss, können die Abnahmen auch in größeren Abständen erfolgen.

... an einer linken Seite

Soll ein Strickstück an einer linken Seite schmaler werden, muss man jeweils am Ende der Hinreihen Maschen abnehmen. Dafür am Ende einer Hinreihe die beiden letzten Maschen vor der Randmasche zusammenstricken. Die rechte Nadel sticht von vorn zuerst in die zweite, dann in die erste Masche auf der linken Nadel ein. Der Faden wird mit der rechten Nadel durch beide Maschen geholt, und beide Maschen gleiten von der linken Nadel. Auf der rechten Nadel ist nur eine neue Masche. Die Randmasche rechts stricken. Danach im Grundmuster weiterarbeiten. Bild: Die Hin- und Rückreihen fortlaufend wiederholen. Nicht immer wird in jeder Hinreihe eine Abnahme vorgenommen. Die Abstände können auch größer sein.

Umschlag

Einen Umschlag braucht man für Lochmuster oder auch Zunahmen. Den Faden von vorn nach hinten über die rechte Nadel schlagen, bevor die nächste Masche gearbeitet wird. Den Umschlag in der nächsten Reihe abstricken. Er erscheint dann als neue Masche. Bild: Strickt man den Umschlag rechts verschränkt ab (bei Zunahmen), fügt er sich in das Maschenbild ein. Ein Loch entsteht, wenn der Umschlag nicht verschränkt abgestrickt wird.

Anschlagreihe zur Runde schließen

Wird ein Strickstück mit einem Nadelspiel (fünf Nadeln gleicher Stärke) oder einer Rundstricknadel in Runden gearbeitet, muss die Anschlagreihe zur Runde geschlossen werden. Dafür strickt man an der zuerst angeschlagenen Masche weiter. Achte darauf, dass sich die Anschlagreihe auf der Nadel nicht verdreht! Man kann den Fehler später nicht korrigieren, sondern muss das ganze Teil auftrennen.

Maschen abketten

Möchtest du ein Strickstück beenden, müssen die letzten Maschen locker abgekettet werden. Dafür zwei Maschen stricken und mit der linken Nadel die 1. Masche der rechten Nadel über die 2. Masche ziehen. Danach eine weitere Masche stricken und die davor liegende Masche darüber ziehen. In diesem Rhythmus alle Maschen abketten. Das Fadenende durch die letzte Masche ziehen und später vernähen. Bild: Beim Abketten die Maschen stricken, wie sie erscheinen, rechte Maschen rechts und linke Maschen links.

Abketten innerhalb und an den Seiten eines Teils

Für einen Halsausschnitt müssen die mittleren Maschen eines Strickteils abgekettet werden. Dafür in einer Hinreihe bis zum Anfangspunkt des Ausschnittes im Grundmuster stricken und diese Maschen stilllegen. Dann die nächsten beiden Maschen stricken und die 1. Masche über die 2. ziehen. Die 3. Masche stricken und die 2. darüber ziehen und so weiter. Die Maschen locker abketten, damit der Ausschnitt elastisch wird. Hat man genügend Maschen abgekettet, im Grundmuster weiterstricken und zunächst diese Seite des Strickstücks beenden. Anschließend arbeitet man an den stillgelegten Maschen weiter, beginnend mit einer Rückreihe.

Werden an den Seiten Maschen abgekettet, z. B. für Armausschnitte, geschieht das stets am Anfang einer Reihe: an der rechten Seite eines Strickstückes zu Beginn der Hinreihe, an der linken Seite zu Beginn der Rückreihe.

Maschen rausstricken

Bekommt ein Pullover angestrickte Blenden, müssen dafür Maschen herausgestrickt werden. Man sticht mit einer Stricknadel neben der Randmasche von vorn in das Strickstück ein und holt den Faden von hinten nach vorn durch.

Bild: Dieser Vorgang wird bis zur gewünschten Maschenzahl wiederholt, dann in der nächsten Reihe mit dem Muster beginnen.

Im Maschenstich zusammennähen

Der Maschenstich verbindet zwei Teile miteinander. Diese Naht sieht dann wie gestrickt aus. In die freiliegenden Maschen beider Teile wird mit einer Sticknadel ohne Spitze ein Faden eingezogen. Auf diese Weise können Sie auch ein Strickstück reparieren, wenn Ihnen ein Faden gerissen ist. Bild: Zunächst 1 Masche auffassen, danach 2 Maschen des zweiten Teiles, dann sticht man zurück in die 1. und folgende Masche des ersten Teiles und wieder in die letzte und nächstfolgende des zweiten Teiles, bis die Naht geschlossen ist.

Maschenprobe

Bevor du einen Pullover anfängst, solltest du unbedingt eine Maschenprobe von mindestens 10 cm im Quadrat anfertigen, um sie mit der angegebenen Maschenprobe deiner Anleitung zu vergleichen. Nach einer Anleitung kannst du dich nur richten, wenn du das angegebene Material oder eine ebenso feine oder starke Wolle verwendest. Bild: Es ist wichtig, die Maschenprobe im gleichen Muster wie das zu strickende Modell anzufertigen!

Wollstärken werden nach den Lauflängen verglichen, die auf jeder Banderole eines Knäuels aufgedruckt sind. Stimmt deine Maschenprobe mit der Anleitung überein, kannst du mit dem Stricken beginnen. Hat deine Maschenprobe zu viele Maschen, nimm eine halbe Nadelstärke größer. Hat sie zu wenig Maschen, stricke mit einer halben Nadelstärke kleiner. Muster ausprobieren und Pullover stricken!

Teaserbild: studiovespa/Fotolia.com
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