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Handlettering Sauklaue, ade! So gelingt die Kunst der Buchstaben wirklich jedem

Handlettering: Bemalte Karten
© Golubovy / Shutterstock
Sauklaue? Egal, brauchst du nicht fürs Handlettering! Wir erklären, warum – und vor allem, wie es geht!

Was sind Kalligraphie, Lettering & Handlettering? Die Basics

Kalligraphie

Kalligraphie (oder auch Calligraphy) leitet sich vom altgriechischen "kalos" für "Schönheit" und vom altgriechischen "graphein" für "schreiben" ab und bezeichnet die Kunst des Schönschreibens. Sie wird für gewöhnlich mit Feder und Tinte ausgeführt. Dazu im Gegensatz steht die Typographie, die die gedruckte Schrift (also nicht per Hand) bezeichnet.

Lettering

Der Begriff Lettering allgemein meint die Kunst der schönen Buchstaben, der Fokus liegt auf dem Zeichnen von Lettern im Gegensatz zum Schreiben wie bei der Kalligraphie.

Diese Typen gibt es beim Lettering

Handlettering

Fürs Handlettering eignen sich verschiedene Arten von Stiften für das Zeichnen der Buchstaben.

Brushlettering

Der englische Begriff "Brush" bedeutet "Pinsel" und so werden beim Brushlettering Pinsel oder auch Pinselstifte, sogenannte Brush Pens, verwendet.

Faux Calligraphy

Bei der "Falschen Kalligraphie" nutzt du einen normalen Stift und erzeugst damit einen Kalligraphie-Effekt! Diesen kannst du in drei einfachen Schritten nämlich nachmachen.

Bounce Lettering

Vom englischen "to bounce" für hüpfen, aufprallen oder federn, beschreibt der Name ziemlich gut, welchen Effekt Bounce Lettering hat: Die Buchstaben sind nicht alle auf einer geraden Linie, sondern einige wirken, als ob sie aus der Reihe tanzen ... Idealerweise nutzt du dieses Stilmittel, wenn du viel Platz zur Verfügung hast. Herausforderung: Horizontal zu bleiben. Damit deine Buchstaben bzw. Wörter und Schriftzüge nicht schief verlaufen, kannst du dir eine Mittellinie als Hilfslinie ziehen.

Material fürs Handlettering & Co. 

Das richtige Papier

Zum Üben und Ausprobieren reicht auch erstmal normales Druckerpapier (80 Gramm). Möchtest du deine Technik verfeinern, ist spezielles Papier fürs Handlettering bzw. Brushlettering eine gute Wahl, denn es hat eine glatte und geschlossene Oberfläche ("gestrichenes Papier"). Andernfalls könnte es sein, dass die Farben ausbluten, also die Tinte unschön verläuft, und dass die Minen ausfransen. Achte auch auf die Dicke des Papiers, bei zu dünnem könnte die Farbe durchdrücken. Aquarellpapier ist sinnvoll, wenn du ein Aquarellmotiv mit Handlettering verbinden möchtest, dafür brauchst du in dem Fall einen Stift mit robuster, also harter Spitze!  

Die bunte Welt der Stifte

  • Brush Pens: Der Name lässt es erkennen: Brush Pens benutzt du fürs Brushlettering. Sie haben eine flexible Spitze und eignen sich sowohl für dünne als auch dickere Linien.
  • Fineliner: Du kreierst mit ihnen feine Linien und daher eignen sie sich für verschiedene Schrift- und Papierarten und auch für Faux Calligraphy.
  • Filzstifte: Eignen sich ebenfalls fürs Handlettering, haben allerdings eine feste Spitze, mit der sich vor allem gerade Linien und Farbflächen gestalten lassen.
  • Gelstift: Auf dunklen Unterlagen sind sie meist sehr gut zu erkennen und können auf glattem oder rauem Papier angewendet werden.
  • Bleistift: Auch mit dem Bleistift kannst du Handlettering betreiben, z. B. auf dunklem Papierkarton. Je nach Härte des Stifts zeichnest du damit dünne, feine oder graue verschwommenere Linien.

Das solltest du bei den Stiften noch beachten

  • Einige Farben sind wasserfest, andere wiederum abwaschbar.
  • Wasserbasierte Farbe kann z. B. für Aquarell-Effekte benutzt werden.
  • Zum Vorzeichnen sind Bleistifte ideal.
  • Je breiter die Spitze, desto größer die Schrift!

Schriftarten

Unzählige Schriftarten warten darauf, schöne Wörter und Schriftzüge zu bilden. Dick, dünn, fein, grob, geschwungen oder gerade Druckschrift – die Auswahl ist überwältigend. Tipp: Verschiedene Arten miteinander kombiniert schaffen einen besonders schönen Kontrast. Hier findest du eine schöne Auswahl:

handlettering: schriftzug merry christmas
© memej / Shutterstock
handlettering: dicke geschwungene schriftart
© Paper Wings / Shutterstock
handlettering: akzentschrift
© Undrey / Shutterstock
handlettering: Schriftzug Yes you can
© Senpo / Shutterstock

Verzierungen

handlettering: starburst
Kleiner Aufwand, großer Effekt: Der Starburst setzt Schrift gekonnt in Szene. 
© pa3x / Shutterstock

Verzierungen sind kein Muss. Wenn es zu deinem Motiv passt, lässt es sich auf verschiedene Art und Weise mit Schmuckelementen weiter aufhübschen. Das können sein:

  • Punkte
  • Banner
  • Pfeile
  • Sterne
  • Starburst
  • Ranken
  • Blumen
  • Alles, was dir so in den Sinn kommt!

Auch Doodles (kleine Zeichnungen) machen sich in einigen Fällen gut!

handlettering: Notizblock mit Zeichnungen
Kleine Zeichnungen können dein Handlettering bereichern. 
© Africa Studio / Shutterstock

Handlettering lernen – Tipps für Anfänger

Bis du die perfekten Buchstaben aus dem Handgelenkt schüttelst, brauchst du erst einmal viel Übung! Und du wirst schnell merken, sie müssen gar nicht perfekt sein. Wie du am besten anfängst, zeigen wir dir Schritt für Schritt. 

Wie anfangen? Ganz easy ...

Zu Beginn benötigst du passendes Material. In deinem Starter-Set sollte enthalten sein:

  • Stifte (je nachdem, was du zeichnen möchtest)
  • Papier
  • Bleistift
  • Radiergummi
  • Lineal
  • Geduld

Für den Anfang ist es nützlich, mit einem Stift zu malen, dessen Spitze nicht so stark flexibel ist. Bevor es dann ans Malen geht, ist es zudem sinnvoll Hilfslinien zu malen. Diese zeichnest du mit dem Bleistift und dem Lineal auf. Bist du fertig mit deinem Werk, kannst du die Linien wegradieren.

Einfache Anleitung fürs Handlettering

1. Auf- und Abstriche üben

Im ersten Schritt empfiehlt es sich, erst den Aufstrich und den Abstrich zu üben und beide langsam aber sicher zu beherrschen:

  • Abstrich: von oben nach unten mit (mehr) Druck
  • Aufstrich: von unten nach oben mit wenig Druck

Das klingt vielleicht erstmal kompliziert, ist im Grunde ganz simpel: Zeichnest du ein "A" fängst du mit der ersten (linken) Seite an und führst die Spitze ganz sanft von unten nach oben. Geht es beim "A" auf der anderen Seite herunter, gibst du mehr Druck auf die Spitze. Das braucht bei einigen Buchstaben mehr, bei anderen weniger Übung. Orientiere dich an der gewünschten Schriftart und halte den Stift beim Malen etwa in einem 45-Grad-Winkel.

2. Die Buchstaben mit Hilfslinien üben

Die Buchstaben sind in verschiedene Bereiche eingeteilt:

  • Oberlänge
  • Mittellänge
  • Unterlänge

Das kennst du vielleicht noch aus der Grundschulzeit ... Beispiele: Ein kleines "a" passt in die Mittellänge, ein "p" in die Unter- und Mittellänge oder ein "k" in die Ober- und Mittellänge. Das kleine "f" umfasst sogar alle drei Bereiche. Auch Handlettering-Zahlen kannst du so üben. 

Tipp! Die Bereiche lassen sich in ihrer Größe variieren, also zum Beispiel eine größere Mittellänge und schmalere Ober- und Unterlängen erzeugen ein ganz anderes Schriftbild, als wenn alle gleich hoch sind. 

3. Stilmittel einsetzen

Wenn du dich sicherer fühlst, probiere verschiedene Stilmittel aus, wie beispielsweise: 

  • Buchstaben mit größerem Abstand zu einander setzen
  • Die verschiedenen Längen variieren
  • kursiv schreiben
  • Gerade und kursive Letter kombinieren
  • Schlaufen, Bögen und Kurven setzen

Übungsplan für dich

  1. Übe den Auf- und Abstrich und gehe danach dazu über, nach dem Abstrich die kleine Kurve zu malen, mit denen du später die Buchstaben miteinander verbinden kannst.
  2. Übe die Buchstaben des Alphabets, bist du den Dreh raushast. Nutze dabei die Ober-, Mittel- und Unterlängen zum Üben. 
  3. Es kann sein, dass es dir am Anfang leichter fällt, große Buchstaben zu zeichnen. Anderen fällt es wiederum leichter, mit kleinen zu üben. Finde heraus, was für dich besser funktioniert. 
  4. Nach einigem Training kannst du das Lettern mit einer flexibleren Spitze ausprobieren. 
  5. Teste unterschiedliche Schriftarten aus und finde mit der Zeit deinen eigenen Stil. 
  6. Um ein Gefühl für bestimmte Fonts zu bekommen, kannst du auch zu einem Trick greifen und mit Pauspapier die Buchstaben abpausen und diese üben. 
  7. Sitzen die Buchstaben so langsam, spiele ruhig mit unterschiedlichen Farben und anderen Stilelementen und Schmuckelementen.  
  8. Wenn du dich sicherer fühlst, kannst du nur noch mit der Grundlinie arbeiten und die Ober- und Unterlänge weglassen. Oder sogar gänzlich frei zeichnen ... 

Was kann man alles handlettern?

Kurz gesagt: Alles worauf du Lust hast! Klassische Anwendungsbereiche sind:

  • Bullet Journal (BuJo)
  • Geschenkanhänger
  • Grußkarten
  • Spruchbilder (z. B. zum Rahmen und Aufhängen)

Du kannst mit verschiedenen Farben spielen, Farbverläufe gestalten, Schatten malen, Goldelemente einfügen oder dein Handlettering mit Watercolor kombinieren. Mehr Inspirationen findest du in den Bullet Journal Ideen und hier erfährst du mehr übers Aquarell malen

Du möchtest dich mit anderen über DIY-Techniken austauschen? Dann schau doch mal in unserer BRIGITTE-Community vorbei. 


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