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Junk Journal So kreierst du ein DIY-Notizbuch – aus Resten!

Junk Journal: Booklets und Nadel und Faden auf einem Tisch
© panwa / Adobe Stock
Ein Junk Journal ist ein Notizbuch gemacht aus Überbleibseln. Wie du diese schöne Upcycling-Idee verwirklichen kannst, erfährst du hier. 

Von einem Bullet Journal, auch kurz Bujo genannt, haben wahrscheinlich schon viele gehört. Damit kannst du Tage, Wochen, Monate, Jahre und To-Do-Listen planen und dabei deiner Kreativität voll und ganz freien Lauf lassen. Bei einem Junk Journal steht die Funktion jedoch erstmal nicht im Vordergrund.

Das ist ein Junk Journal

Der englische Begriff Junk bedeutet so viel wie Müll, Trödel oder Gerümpel – das Journal besteht also aus Überbleibseln: nämlich Resten aus Papier. Klingt im ersten Moment nicht so ansprechend? Das täuscht, denn Junk Journals sind vielfältige Einzelstücke mit einer breiten Palette an Gestaltungsmöglichkeiten. Und das Gute ist, dass nicht (mehr) gebrauchtes Material nochmal verwendet wird – ein tolles Upcycling-Projekt!

Wofür brauche ich es?

Diese Bücher sind schöne Unikate, die zum einen schön anzusehen sind, und zum anderen nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen genutzt werden können. Wie wäre es zum Beispiel als:

  • Art Journal: Schon ein Kunstwerk für sich, tobst du dich hier fantasievoll aus, beispielsweise mit Malen, Kleben, Schreiben, Doodles zeichnen etc.  
  • Bullet Journal: Plane dein nächstes Projekt oder schreibe dir deine Ziele fürs nächste Jahr auf.
  • Erinnerungsbuch: Dir ist ein Event oder eine Reise besonders in Erinnerung, bestücke dein Junk Journal mit Eintrittskarten, Fotos, Postkarten, Einladungen, Fahrkarten usw.
  • Tagebuch: Schreibe deine Erlebnisse, Gedanken und Gefühle in diesem kreativen Werk auf.
  • Notizbuch: Was kommt mir gerade in den Sinn? Was darf ich nicht vergessen? Ein Junk Journal dient ebenso gut als Merkbuch!
  • Dankbarkeitstagebuch: Diese Art Tagebuch hilft dir ganz nebenbei das eigene Leben positiver wahrzunehmen.
  • Traumtagebuch: Schreibe deine Nachtträume in dein fantasievolles Junk Journal.

Material für das Junk Journal

Im Alltag werfen wir ständig Papierreste weg, die genauso gut nochmal benutzt werden könnten. Hier findest du ein paar Ideen für Reste, die gut für ein Journal passen:

  • Alte Landkarten
  • Benutzte Briefumschläge
  • Veraltete Kalenderblätter
  • Benutztes Geschenkpapier (oder Reste!)
  • Geschenktüten
  • Zeitungspapier
  • Zeitschriftenblätter
  • Notenblätter
  • Postkarten
  • Grußkarten
  • Papier-Anhänger
  • Fotos
  • Buchseiten
  • Papiertüten oder Flachbeutel (z. B. Bäckereitüten)
  • Seidenpapier
  • Nicht mehr gebrauchte Fotokopien oder Briefe
  • Tassen- oder Tortenpappe
  • Packpapier
  • Unbenutztes Bastelpapier
  • Butterbrotpapier

… und andere Fundstücke. Selbstverständlich kannst du dir auch bedrucktes Papier kaufen oder selbstgemalte Bilder verwenden.

Das Journal binden

Damit die losen Blätter zum Journal werden, werden sie gebunden und mit einem Einband versehen. Dafür eignet sich unter anderem dickes Papier, Stoff, Pappe oder das Cover eines (kaputten) Buches. Für den Einband existieren verschiedene Bindetechniken, wir zeigen dir hier eine schnelle und einfache Anleitung – ideal für Anfänger!

Du brauchst:

  • Festen Faden
  • Nadel
  • Schere
  • Vorstecher

Anleitung für eine einfache Bindung

Junk Journal: Buchrücken eines Junk Journals
© Susanne / Adobe Stock
Junk Journal: Journal mit Signaturen
© Susanne / Adobe Stock

Bei diesem einfachen Tutorial erklären wir, wie die Signatures, also die Papierreste, gebunden werden. Und wie du sie in einen Einband einfügst. Du könntest sie einnähen, noch einfacher ist es, stramme Fäden zu ziehen, die die Booklets halten. So geht's:

  1. Hier dient ein leichter Karton als Einband, der zu einem Buch gefaltet wurde. Schneide dir dafür aus entsprechendem Material die Wunschgröße aus. Falte das feste Papier so, dass ein Buchrücken entsteht. Du kannst auch eine alte Umverpackung verwenden, die schon entsprechend gefalzt ist.
  2. Hast du das Cover vorbereitet, fängst du mit den Booklets an. Zunächst legst du alle Papierreste übereinander, faltest sie scharf mittig und schneidest sie auf deine Wunschgröße zu. Sollten dich herausschauende Blätter später stören, achte darauf, dass sie kleiner sind als der Einband!
  3. Falte sie auseinander, fixiere sie links und rechts mit einer Büroklammer oder einem Clip, sodass die Seiten nicht verrutschen.
  4. Steche mit dem Vorstecher (alternativ mit einem Cutter) – je nach Größe deines Heftes – mindestens zwei kleine Löcher in die Falz, eines oben und eines unten. Lasse Abstand zu den Rändern.
  5. Ziehe nun den Bindfaden von außen durch das erste Loch und durch das zweite wieder nach außen.
  6. Ziehe die Fäden fest und mache einen Knoten.
  7. Die überstehenden Fäden kannst du abschneiden. Fertig ist das erste Booklet. 
  8. Je nachdem, wie viele Papiere du in deinem Junk Journal haben möchtest, ist es sinnvoll, mehrere Signatures zu bündeln.
  9. Sind die Booklets fertig, bindest du sie im nächsten Schritt ins Cover: In den Buchrücken stichst du jeweils oben und unten so viele Löcher nebeneinander, wie du Sets hast (siehe auch oberstes Bild). Sollen fünf Sets ins Journal, stichst du also oben fünf Löcher nebeneinander und unten genauso. Hier solltest du darauf achten, dass sie überall auf gerader Linie liegen!
  10. Fädele nun von innen beim ersten Loch oben den Faden durch nach außen und anschließend unten wieder nach innen.
  11. Straffe den Faden, lege dein erstes Set aufgeblättert unter den Faden.
  12. Positioniere es nun mit dem Falz direkt unter dem Faden und knote diesen fest. Überstehende Fadenreste abschneiden.
  13. Jetzt sollte das Blätter-Set durch den Faden fixiert sein.
  14. Verfahre so mit allen weiteren Sets.

Eine Anleitung zum Einnähen der Signatures findest du in dem Youtube-Video von Chrissi Mannix:

Alternative Bindungen sind beispielsweise mit Kleber oder Buchbinderinge, mit denen auch ganz easy gebunden werden kann. 

Inspirationen zum Verzieren

Junk Journal: Frau beklebt Papier mit Deko
© ame kamura / Adobe Stock

Nun wartet das Journal darauf, verziert zu werden. Vielleicht zeichnest du eine schöne Skizze aufs Cover oder probierst dich mit Wasserfarben aus? Auch spannend sind:

  • Stempel
  • Embossing
  • Stanzen
  • Borten
  • Organza
  • Sticker
  • Oblaten
  • Handlettering
  • Schablonen
  • Washi Tape
  • Stoffreste
  • getrocknete Blumen
  • Ränder mit Muster versehen (z. B. Konturenschere)

Ideen von Pintererst

Wenn Junk Journals etwas für dich sind, gefällt dir eventuell auch Scrapbooking – damit kreierst du tolle Erinnerungsalben! Weitere Ideen zum Basteln und Selbermachen findest du auf unserer DIY-Themenseite und auf unserer Pinterest-Pinnwand.

Brigitte

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