Handarbeit: Diese Männer hängen an der Nadel

Von wegen, Handarbeit ist nur was für Frauen! Diese Männer beweisen, dass Stricken, Häkeln und Sticken keine Geschlechtergrenzen kennt - und ziemlich cool ist.

Lutz Staacke von "Maleknitting": "Strickende Männer? Das ist gar nicht außergewöhnlich"

BRIGITTE: Wann haben Sie mit dem Stricken angefangen, und wer hat es Ihnen beigebracht?

Lutz Staacke: Ich habe nach der Geburt meiner Nichte im Sommer 2012 mit dem Stricken begonnen. Zufälligerweise kam meine beste Freundin aus Hamburg zu Besuch, als ich gerade anfangen wollte, das Stricken mit einem Buch zu lernen. So konnte ich gleich zwei Quellen anzapfen.

Was reizt Sie am Stricken?

Ich finde Stricken beruhigend. Durch das monotone Nadelgeklapper kann man gut abschalten oder nachdenken. Man kennt das ja: Im Bürojob muss man oft Excel-Tabellen hin- und herschieben. Beim Stricken hat man am Ende etwas, das man verschenken oder selber tragen kann.

Und wie steht's um andere Handarbeitstechniken?

So ausgiebig wie ich stricke, habe ich kaum Zeit für andere Handarbeiten. Ich bin aber ein geschickter Bastler. Fensterbilder, Laternen ... vieles mache ich für meine Nichte, die bekommt dann alles.

"Die meisten finden es toll, wenn Männer stricken. Dabei ist das gar nicht so außergewöhnlich"

Wo stricken Sie am liebsten?

Ich nutze meine Zeit als Pendler zum Stricken, daher stricke ich meistens im Zug. Ich gehe aber auch gerne zu Stricktreffen. Da lernt man neue Techniken und neue Wolle kennen. Mein Lieblingstreffen ist das "Maleknitting Meet-up" einmal im Monat in München. Da treffen wir uns auf ein Bier und stricken gemeinsam in einer St.-Pauli-Kneipe. Doch Männer-Strickrunden sind leider selten. Es gibt noch welche in Köln, aber wir hoffen auf viele Nachahmer.

Was war das schönste Teil, dass Sie je gestrickt haben - und was das letzte, das Sie für sich selbst gemacht haben?

Es gibt so viele Dinge, die mir gefallen, da ist es schwer, sich für eines zu entscheiden. Ich mag es, wenn Muster einfach sind, aber trotzdem einen tollen Effekt haben. Das süßeste war vermutlich ein kleiner Salamander. Ich selber habe mir eine Wendemütze von Designer Stephen West gestrickt. Zwar mag ich eine Seite lieber, aber theoretisch kann man sie von beiden Seiten tragen. (lacht)

Mit welchem Material arbeiten Sie am liebsten?

Ich mag natürliches Garn, weil es sich gut anfühlt. Vom Aussehen her bin ich aber ein Tweedfan. Es wirkt durch seine Struktur rauer, als es eigentlich ist.

Haben Sie einen Tipp für Anfänger?

Am Ball bleiben. Am Anfang strickt man noch nicht so gleichmäßig, das wird aber. Dicke Wolle und Nadeln helfen, nicht die Lust zu verlieren, da man schnell vorankommt. Im Wollgeschäft sollte man sich einfach mal alles zeigen lassen, denn auch Nadeln machen einen großen Unterschied.

Welches Strickprojekt steht als Nächstes an?

Aktuell habe ich eine süße Fuchs-Strickjacke und einen Sternenpulli für meine Nichte auf der Nadel.

Was ist der häufigste Kommentar zu Ihrer Strickerei?

Die meisten finden es toll, dass auch Männer stricken. Dabei ist das, glaube ich, gar nicht so außergewöhnlich. Ich bin halt einer der wenigen, die das in der Öffentlichkeit machen. Aber die Dunkelziffer ist hoch.

Lutz Staacke strickt und bloggt auf Maleknitting.

Thomas Jaenisch von "myboshi": "Häkeln ist das neue Yoga"

Thomas Jaenisch (li.) und Felix Rohland haben mit "myboshi" ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Was ist das Besondere am Häkeln?

Das Besondere am Häkeln ist, dass man im Gegensatz zum Stricken nur eine Nadel braucht – und wie wir wissen, sind Männer im Allgemeinen nicht so multitaskingfähig. Deshalb: eine Nadel und das war's. Genau das Richtige für Männer. (lacht)

Wo häkeln Sie am liebsten?

Eigentlich überall. Wir - also der Felix und ich - sind ja ganz viel unterwegs. Wir häkeln vorm großen Kaufhaus, aber auch abends zu Hause auf der Couch vorm Fernseher. Es wird überall gehäkelt – im Stehen und im Sitzen. Wir sagen immer: 'Wir können nicht immer gut häkeln, aber dafür in jeder Position.'

Heißt das, dass Sie immer eine Häkelnadel in der Tasche haben?

Eine Häkelnadel auf jeden Fall. Ich sage auch immer: 'Der Mann von Welt hat auch immer eine Vernähnadel im Geldbeutel'. Und ein Knäuel Wolle findet sich auch überall. Das bedeutet, man kann überall, wo man steht und geht, anfangen zu häkeln. Gerade wenn man im Zug oder mit dem Bus unterwegs ist, ist Häkeln genau der richtige Zeitvertreib.

Häkeln Sie lieber allein oder in Gesellschaft?

Am schönsten ist es in einer Gruppe, wenn wir vielen Leuten das Häkeln beibringen. Das sind die größten und besten Events. Wir waren jetzt mit dem Häkeln auf Deutschlandtour. In Kaiserslautern waren 500 Leute, die häkeln lernen wollten. Diese zwei Stunden sind dann zwar sehr anstrengend, aber wenn man fertig ist, sieht man, wie es 90 Prozent der Leute schaffen, ihre ersten Maschen zu häkeln. Das macht einen ganz stolz - und viel Spaß.

"Der Mann von Welt hat immer eine Vernähnadel im Geldbeutel"

Für wen häkeln Sie: für sich selbst oder für andere?

Wir häkeln für die ganze Nation, myboshi ist der Inbegriff der Häkelei geworden. Inzwischen haben wir auch unsere Häkelomis, die die Produktion für uns übernommen haben. Da dürfen wir auch gar nicht mehr so richtig eingreifen, weil unsere Mädels sagen: 'Geht lieber raus und schafft uns die Aufträge ran. Wir häkeln schon.’ Wir häkeln aber auch selber. Dabei geht es dann eher ums Ausprobieren – etwa wie ein Farbwechsel funktioniert. Oder wir haben irgendwo ein cooles Muster gesehen und gucken, wie man das häkeln kann. Oder wir probieren neue Maschen aus. Das häkeln wir dann abends auf der Couch vorm Fernseher.

Was haben Sie als Letztes gehäkelt?

Als Letztes habe ich einen Sitzpouf für meine Freundin als Weihnachtsgeschenk gehäkelt. Das waren drei oder vier Wochen Arbeit, aber meine Freundin hat sich sehr gefreut.

Wann kam der Moment, an dem Sie dachten: Jetzt häkeln wir nicht mehr nur zum Spaß, sondern machen aus der ganzen Häkelei einen Beruf?

Das war ein schleichender Prozess. 2009 waren wir in Japan und haben dort das Häkeln von einer Spanierin gelernt. Und haben dann noch in Japan die ersten zwei Boshis an zwei Australier verkauft. Wir waren vom Häkelvirus infiziert und gleich begeistert von der Idee, mit dem Hobby auch ein bisschen Geld zu verdienen. Wir sind aus Japan zurückgekommen und haben unseren Kumpels erzählt, dass wir jetzt Mützen häkeln und die verkaufen. Und alle haben gesagt: 'Ihr spinnt doch! Aber wenn die cool sind, kaufen wir euch eine ab.' Wir haben sofort angefangen, daraus einen Nebenberuf zu machen.

Hatten Sie damit gerechnet, so einen großen Boshi-Trend zu starten?

Wenn Sie uns 2009 gefragt hätten, was wir 2013 erreicht haben wollen, hätten wir mit Sicherheit nicht gesagt, dass wir jetzt 25.000 Boshis im Jahr machen. Dass wir Handarbeitsbücher schreiben, die die bestverkauften Handarbeitsbücher sind, die es jemals in Deutschland gab. Dass wir jetzt unser viertes Buch schreiben. Dass so viele von diesem Virus infiziert sind. Aber wenn Sie uns jetzt fragen und wir das im Nachhinein betrachten, dann ist es eigentlich klar, dass es so gekommen ist. Weil dieses Häkeln, so wie wir es machen, Spaß macht, einfach ist, und man schnell ein Erfolgserlebnis hat. Und es trifft eben genau den Zeitgeist. Man lebt fast nur noch in einer virtuellen Welt, man kriegt am Tag 500 E-Mails und 100 Telefonanrufe und schaut mal schnell bei Facebook, was die anderen so machen. Dann ist es ganz schön, wenn man zurück in die reale Welt kommt und was mit seinen eigenen Händen macht, das rasch fertig ist. Wir haben die Handarbeitsbranche revolutioniert, weil wir erkannt haben, dass es viele junge Leute gibt, die gerne Handarbeiten. Früher war Handarbeiten etwas 'von Omas für Omas' mit langweiligen Farben und dünnem Garn, das schwierig zu verarbeiten war. Wir haben gesagt: 'Wir machen modische, junge, frische Farben, nehmen ein Garn, das sich leicht und einfach verarbeiten lässt.'

In ihrem dritten Buch zeigen Thomas Jaenisch und Felix Rohland nicht nur neue Anleitungen und Muster für myboshi-Mützen, sondern auch Ideen für schicke Häkelaccessoires vom Teppich bis zum Pouf. Wir zeigen ein paar der Wohnaccessoires zum Häkeln.

Mützen, Wohnaccessoires und noch viel mehr: Ist der Markt nicht irgendwann gesättigt? Oder kann es immer noch neue Anleitungen geben?

Das ist eine interessante Frage. Es gibt natürlich Leute, die sagen, dieses Handarbeiten sei jetzt so ein Hype, das hört bestimmt übernächstes Jahr wieder auf. Wir sagen aber, dass es ein Grundbedürfnis der Menschheit ist, etwas mit den Händen zu erschaffen. So wie der erste Mensch aus einem Steinklotz mit seinen Händen ein Rad gebaut hat. Und ich denke, dass dieses Grundbedürfnis gerade in unserer schnelllebigen Zeit noch wichtiger wird. Man muss es nur so aufarbeiten, dass es wirklich cool und spannend ist für die jetzige Generation. Die es nicht macht, um einen Euro zu sparen, sondern weil Handarbeiten Entspannung ist. Ich sage immer: 'Häkeln ist das neue Yoga.' Es wird eher mehr als weniger werden.

Wie sehen Sie die Konkurrenz? Inzwischen gibt es viele ähnliche Bücher und Annäher, die man sich an seine selbstgemachten Mützen nähen kann.

Es ist schön, dass jetzt so viele unterschiedliche Firmen auf die Idee kommen, dass man Handarbeiten jung machen kann. Das treibt uns an, immer besser zu werden. Wir sind die Innovationsführer in der Branche und das wollen wir auch bleiben.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus: Wird bald auch gestrickt, genäht und gestickt?

Wir wollen jungen Leuten in der ganzen Welt Handarbeitsideen liefern und haben gerade begonnen, unsere Ideen auch in anderen Ländern Europas an den Mann zu bringen. Und wir haben angefangen, stricken zu lernen. Linke Masche, rechte Masche - das geht schon halbwegs. Es gibt viele, traditionelle Handarbeitstechniken, die man mit jungen, frischen Ideen aufpeppen kann.

So wie Sticken, Nähen oder Basteln?

Das sind alles spannende Sachen, aber man kann nicht alles gleichzeitig machen. Es kann aber gut sein, dass wir irgendwann in weitere Handarbeitstechniken eintauchen und sagen: 'Das ist etwas, das uns Spaß macht!' Einen Kreuzstich kann ich schon.

Ihr Geheimtipp für Häkelanfänger?

Immer locker bleiben! Viele Anfänger verkrampfen am Anfang beim Häkeln - und dann wird das Häkelteil ganz fest und das Häkeln immer schwerer. Außerdem heißt 'Locker bleiben', dass man sich nicht immer an eine Anleitung halten muss. Einfach mal draufloshäkeln. Mit ein bisschen Grundverständnis macht das richtig Spaß. Ob die Boshi 52, 50 oder 48 Maschen hat, ist vollkommen wurscht. Hauptsache, sie schaut selbstgemacht aus und man sieht, dass es etwas Eigenes ist. Das macht stolz.

Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Felix Rohland hat Thomas Jaenisch nach einer Japanreise das Handarbeitslabel myboshi gegründet - und lebt heute vom Häkeln.

Klaus Peters von "MyOma": "Ohne Stricken würde mir was fehlen"

Klaus Peters kennt alle Muster und Maschen.

BRIGITTE: Wann haben Sie mit dem Stricken angefangen?

Klaus Peters: Meine Mutter hat es mir gezeigt, das war kurz nach dem Krieg. Wir hatten damals kein Spielzeug, da lag es nahe, sich anders zu beschäftigen.

Warum stricken Sie?

Es macht Spaß, es beruhigt und baut Stress ab. Ohne Stricken würde mir was fehlen.

Und was sagt Ihr Umfeld dazu?

Ich habe das niemandem auf die Nase gebunden. Als meine Frau und ich geheiratet haben, hat sie das dann natürlich mitgekriegt. Aber die fand das immer gut. Als meine Kinder klein waren, haben sie das angezogen, was ich gestrickt habe. Meine Frau hat immer Werbung für mich gemacht und gesagt: 'Das hat der Klaus gemacht.' Die Leute fanden's super, ich habe immer nur positive Reaktionen bekommen. Als ich später in den Ruhestand ging und Kontakt zu "MyOma" bekam, hat sich das Stricken dann zu einem Job entwickelt.

"Wenn ich mich zum Fernsehen hinsitze, geht der erste Griff zur Nadel"

Was stricken Sie?

Für "MyOma" sind das immer kleinere Sachen: Mützen, Schals, Stulpen, Babysachen. Im Augenblick stricke ich noch eine Jacke für meinen Schwiegersohn aus einer ganz feinen Merinowolle. Da sitze ich bestimmt zwei Monate dran. Wobei ich zwischendurch auch andere Sachen stricke.

Wo stricken Sie am liebsten?

Vorm Fernseher. Wenn ich mich zum Fernsehen hinsitze, geht der erste Griff immer zur Nadel. Tagsüber stricke ich nur, wenn ich was fertig machen muss.

Für wen stricken Sie?

Meistens für meine Frau.

Stricken Sie lieber allein oder in Gesellschaft?

Ich stricke lieber allein vorm Fernseher, da schlafe ich wenigstens nicht ein. (lacht)

Müssen Sie sich nicht mehr aufs Stricken konzentrieren?

Wenn ich so konzentriert stricke, dass ich nichts mehr mitbekomme, ist das keine Entspannung. Das muss so nebenbei laufen können. Es gibt Muster, bei denen man nicht weggucken kann, die sind natürlich fürs Fernsehen nicht das Ideale. Bei den ganz normalen Mustern läuft die Bewegung aber automatisch ab. Man muss nur immer mal wieder hingucken, denn ich vertue mich auch mal. Wenn eine spannende Stelle im Film kommt, merke ich manchmal nicht mehr, dass ich stricke und dann sind auf einmal doch falsche Maschen drin.

Was haben Sie als Letztes gestrickt?

Ich habe für "MyOma" ein Babyset gestrickt. Kunden hatten irgendwo Fotos gefunden von einem Schal und einer Mütze und gefragt, ob ich das nachstricken könne. Sowas mache ich furchtbar gerne: was ausprobieren und kreativ sein.

Sie stricken nicht nur nach Anleitung, sondern überlegen sich auch selbst Muster?

Nach Anleitung stricke ich nur für "MyOma". Das muss ja alles haargenau so sein, wie es ausprobiert worden ist. Das macht zwar auch Spaß, aber ich stricke lieber Sachen, die ich mir selber ausgerechnet habe. Und wenn's daneben geht, wird's halt nochmal aufgemacht.

Was ist das schönste Teil, das Sie gestrickt haben?

Da müssten Sie meine Frau fragen. Ich habe ihr vor vielen Jahren mal ein Chanel-Kostüm aus Leinen gestrickt.

Mit welchem Material arbeiten Sie am liebsten?

Am liebsten arbeite ich mit einer richtigen Wolle - Merino oder Alpaka. Was ich auch schon benutzt habe, aber was mir nicht gefällt, sind Garne aus 100 Prozent Plastik. Da kannst du dich anstrengen, wie du willst, eine richtige Form kriegt das nie.

Für alle Menschen, die selbst gern stricken, haben Opa Klaus und die Omas von "MyOma" ein Strickbuch herausgebraucht. Wir zeigen ein paar Strickanleitungen von Oma und Opa aus dem Buch.

Häkeln Sie auch?

Ja, aber da bin ich nicht perfekt. Ich habe mal eine Tischdecke aus dünnem Faden gehäkelt, das war so eine Filethäkelei. Aber mit mehreren Farben und Übergängen häkeln - das ist nicht so meins.

Und Sticken und Nähen?

Früher habe ich genäht, aber im Moment nur noch wenig. Sticken, vor allem Kreuzstickerei, das ist was für mich. Das dauert dann zwar ein, zwei Jahre, bis eine Decke fertig ist, aber ich finde das schön. Leider habe ich mittlerweile Probleme mit meinen Augen. Deswegen habe ich mir jetzt eine Umhängelupe gekauft.

Was machen Sie, wenn Sie nicht stricken?

Dann sitze ich fluchend vor dem Computer. (lacht) Der hat auch seine Faszination, aber das ist genau das Gegenteil von der Entspannung beim Stricken. Das ist Stress.

Ihr Geheimtipp für Strickanfänger?

Gib nicht auf! Es geht relativ schnell, wenn du dranbleibst. Aber wenn du nur hin und wieder fünf Minuten strickst, wird das nichts. Da musst du dich am Anfang wirklich hinsetzen und sagen: 'Ich bleib dabei.' Viele geben auf, und das ist schade. Wenn man erstmal weiß, wie gut einem das Stricken bekommt, wird man das nie wieder drangeben.

Klaus Peters strickt als Opa Klaus für die Plattform MyOma auch auf Bestellung.

Lukas Stegemann von "Sticknlisten": "Sticken verbindet"

Lukas von "Sticknlisten" stickt auch vor Publikum.

Malen nach Zahlen war gestern: Lukas Stegemann verbindet Hörspiele und Sticken miteinander. Er schreibt und vertont kurze Krimis. Wer bei seinen Hörspielen gut zuhört, erhält Hinweise, wie er die dazugehörigen Jutebeutel oder T-Shirts bestickt - und löst so am Ende den Fall. Mehr dazu auf Sticknlisten.

BRIGITTE: Wann haben Sie mit dem Sticken angefangen?

Lukas Stegemann: Ich habe in der Schule damit angefangen und es dann vor ungefähr dreieinhalb Jahren wieder aufgegriffen, als ich mit einem Kumpel kaputte Hosen flicken musste. Wir trafen uns regelmäßig, um die Löcher in unseren Hosen zu flicken.

Was ist für Sie das Besondere am Sticken?

Das Gute ist, dass es relativ einfach ist. Wir haben uns nicht groß damit beschäftigt, sondern einfach eingefädelt und dann ging's los.

Wie steht's um die anderen Handarbeitstechniken?

Oha. Da lass ich lieber meine Oma ran.

Wo sticken Sie am liebsten? Lieber allein oder in Gesellschaft?

Ich sticke lieber in Gesellschaft. Das ist auch das Besondere an "Sticknlisten", dass man immer verschiedene Leute zusammen an einen Ort bestellt, die sich teilweise gar nicht kennen. Die sitzen dann nebeneinander und gucken sich gegenseitig über die Schulter. Das verbindet.

"Keiner kann Sticken besser erklären als meine Oma"

Worauf sind Sie besonders stolz?

Ich mache ja die Stickvorlagen für unsere Hörspiele selbst. Jedes Mal, wenn das dann fertig ist und präsentiert wird, sticke ich es zum ersten Mal live mit. Ob das dann alles richtig ist? Ich habe natürlich immer ausprobiert, ob alles stimmt. Es dann aber selber in der Hand zu halten und zu sehen, dass es klappt - das ist für mich ein großes, schönes Stick-Erlebnis.

Man kann bei "Sticknlisten" T-Shirts oder Jute-Taschen besticken. Mit welchem Material arbeiten Sie am liebsten?

Am liebsten mit den Jute-Beuteln, weil das Material ein bisschen starrer ist. Das T-Shirt ist dehnfähiger, da muss man schon genauer arbeiten und gucken, dass der Faden nicht zu locker und nicht zu fest ist.

Haben Sie einen Tipp für Anfänger?

Da würde ich das Video mit meiner Oma empfehlen. Es gibt keinen, der Sticken besser erklären kann als meine Oma.

Welches Projekt steht als Nächstes an?

Das nächste Projekt ist die nächste Folge. Einmal im Jahr kommt eine neue für "Sticknlisten" raus.

Was machen Sie, wenn Sie nicht sticken?

Ich bin Lehrer. Und lasse meine Schüler sticken. Nein, tue ich nicht!(lacht)

Handarbeitslehrer?

Ich bin Kunst- und Spanischlehrer. Heute zum Beispiel war Projekttag, da packe ich gern mal mein eigenes Projekt aus und lasse die Kinder sticken. Aber das machen wir natürlich nicht jeden Tag.

Was ist der häufigste Kommentar zu Ihrer Stickerei?

Dass ich schnell bin.

Interviews: Freddy Hansmann, Insa Winter

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