Sticken lernen: Alle wichtigen Stiche im Überblick

Wer annimmt, Sticken wäre nicht mehr zeitgemäß, irrt sich gewaltig. Handarbeiten sind wieder groß im Kommen und neben Häkeln und Stricken ist auch Sticken wieder angesagt. Hier findet ihr Anleitungen und Inspiration rund um das schöne Hobby.

Sticken entspannt
Eine Stickerei hat etwas sehr Beruhigendes: Mit Nadel und Stickgarn entsteht peu à peu ein einzigartiges Kunstwerk. Dabei kann man frei drauf los sticken oder Motive als Vorlage für Stickbilder nutzen. Das Schöne an dieser Handarbeit: Man braucht nicht viel dazu und die Ausstattung lässt sich problemlos überallhin mitnehmen. Und so können wir ganz entspannt abends vor dem Fernseher oder auch draußen im Park unserer Lieblingsbeschäftigung nachgehen.
Was braucht man zum Sticken?
Zum Sticken sind nur wenige Werkzeuge notwendig. Der Stoff richtet sich dabei ganz nach der jeweiligen Sticktechnik. Während man für den Kreuzstich und Gobelinstich auszählbare Gewebe benötigt, kann der Kettstich auf allgemein glatten Stoffen, wie Baumwolle oder Leinen, gearbeitet werden.
Das Stickgarn muss je nach Stoff und Stickmotiv ausgewählt werden. Soll die Stickerei sehr fein werden, ist ein dünnes Stickgarn Pflicht. Hier eignet sich beispielsweise geteilter Sticktwist, ein dünnes Baumwollgarn oder Quiltgarn. Für grobe Stickereien, die flächenfüllend sein sollen, kommt Mattstickgarn oder dickes Wollstickgarn infrage. Auch Strickarbeiten lassen sich besticken: Hierbei kann Wolle in der gleichen Stärke verwendet werden, in der auch die Strickarbeit gefertigt wurde.

Die Sticknadel richtet sich ebenfalls nach der Stärke des Garns und des verwendeten Stoffes. Und zu guter Letzt ist noch der Stickrahmen wichtig, da nur so der Stoff unter der nötigen Spannung steht, um ihn einfach besticken zu können und ein gleichmäßiges Stickbild zu erhalten.
Welche Sticktechniken gibt es?
Der Kreuzstich ist die wohl bekannteste Technik. Er setzt sich zusammen aus einem Unter- und Oberstich, indem die Sticknadel in einer bestimmten Reihenfolge eingestochen wird. Hier benötigt man auszählbaren Stoff - also Stoff, durch dessen Struktur ein Zählgewebe vorhanden ist. Stramin, Aida-Stoff oder Leinen sind beispielsweise dafür geeignet. Gemäß der Stickvorlage oder nach einem bestimmten Zählmuster wird dann Kreuz für Kreuz ein Motiv zusammengesetzt.
Der Spannstich hingegen ist auf allen Textilien anwendbar. Hier wird die Nadel einfach mit kurzen oder längeren Stichen waagerecht oder senkrecht eingestochen. Auch strahlenförmige Stiche können gestickt werden. Bei dünnen Stoffen sollte man allerdings auf kurze Stiche achten, sonst sitzen die Stiche zu locker, während dickere Stoffe auch ruhig länger bestickt sein können. Mit einem Spannstich lässt sich zum Beispiel eine hübsche Bordüre für eine Tischdecke oder ein Filzkissen kreieren.
Außerdem gibt es noch viele weitere Sticktechniken, wie zum Beispiel den Fischgrätenstich, Gobelinstich oder Kettstich, die alle durch ihre spezielle Optik für verschiedenste Stickereien genutzt werden und ihren ganz eigenen Reiz haben.
Stickpackung oder eigener Entwurf?
Anfänger, die das Sticken erst einmal ausprobieren wollen, sind mit einer Stickpackung gut beraten. Im Handel finden sich bereits fertige Stickpackungen für Filzkissen, Geschirrtuch oder Tischdecke. In einer Stickpackung ist die Anleitung, Stoff, passendes Stickgarn sowie die entsprechende Nadel bereits vorhanden, sodass man gleich loslegen kann.
Wer allerdings frei und kreativ arbeiten möchte, der kann natürlich auch seine eigenen Motive entwerfen und in Stickbildern umsetzen. Hier erfahrt ihr, wie sich Motive auf den Stoff übertragen lassen. Allerdings muss man dann selber darauf achten, dass Nadel und Garn passend zu Stoff und Motiv ausgewählt werden.
So viele Sachen lassen sich mit Stickereien verzieren – ob nun Tischdecke, Handtuch, Bluse oder Kissen. Hier lernt ihr die wichtigsten Techniken Schritt für Schritt kennen. Viel Spaß beim Sticken!