Wie Strickpullis Pinguinen das Leben retten

Pinguine in Strickpullis sehen niedlich aus, aber viel wichtiger: Die wolligen Kleider retten ihnen im Fall einer Umweltkatastrophe das Leben. Wie funktioniert das?

Bekanntermaßen tragen Pinguine einen Frack. Aber Zwergpinguine, die Strickpullis tragen? Die einen mögen bei dem Anblick in verzückte "Ahhs" und "Ohhhs" ausbrechen, weil die Tiere darin so putzig aussehen. Andere werden den Kopf schütteln und sich fragen: "Wie kann man den Tieren nur diese Pullover anziehen? Das ist doch Tierquälerei!" Die Sache hat aber tatsächlich einen ernsten Hintergrund: Die Strickpullis sollen Zwergpinguine nach einer Ölkatastrophe schützen.

Denn im Fall einer Umweltkatastrophe, bei der Öl austritt, schweben die Tiere in großer Gefahr. Schon eine kleine Menge Öl in der Größe eines Daumennagels kann einen Zwergpinguin töten. Die Tiere sterben, weil das Öl die Federn verfilzt, erklären die Tierschützer der australischen Penguin Foundation. Die Pinguine können das Wasser nicht mehr abwehren, das ihre kleinen Körper zu sehr abkühlt und sie zu schwer macht, um erfolgreich auf Nahrungsjagd zu gehen. Die Zwergpinguine verhungern schließlich. Die Strickpullis haben gleich mehrere Vorteile: Sie verhindern, dass die Zwergpinguine ihr Gefieder putzen, dabei Öl schlucken und daran sterben. Außerdem wärmen die Überzieher vor Kälte. Zwar waschen die Tierschützer die Federn auch, aber da das die schützende Fettschicht entfernt, tragen die Pingiune auch danach noch ihr Wollkleid, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können.

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Dass die Strickpullis kein Scherz sind, sondern tatsächlich helfen, hat sich schon mehrfach in der Vergangenheit gezeigt. Zum ersten Mal kamen sie 2001 erfolgreich zum Einsatz, als sich vor Australien ein Öl-Unglück ereignete. Durch die Strickpullis konnten damals alle 400 Pinguine gerettet werden. Auch 2011 wurden die Pullis zum Schutz der Pinguine nach einem Frachter-Unfall in Neuseeland eingesetzt. Die Penguin Foundation hat dank vieler Strickerinnen und Stricker weltweit - dabei auch viele aus Deutschland - inzwischen einen großen Vorrat an Strickpullis und braucht derzeit keine weiteren. Wir drücken die Daumen, dass die Strickpullis in nächster Zeit nicht zum Einsatz kommen müssen.

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