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Künstlerin provoziert mit "Vaginaschal"


Die australische Künstlerin Casey Jenkins hat sich Wolle in ihre Vagina gesteckt und daraus 28 Tage lang einen Schal gestrickt - und für ihr "Vaginal Knitting" massiv Kritik kassiert.

Künstler strapazieren gern gesellschaftliche Konventionen, um auf ihre Kunst aufmerksam zu machen. Neuestes Beispiel: Casey Jenkins und ihr "Vaginaschal". Die 35-jährige Künstlerin aus Australien strickte 28 Tage lang einen Strickschlauch. Das Besondere und für viele Menschen Provokante an der Aktion: Der Faden für ihr Strickprojekt kam aus ihrer Vagina. Jenkins führte sich für ihre Performance jeden Tag ein Knäuel Wolle ein - und machte auch während ihrer Menstruation keine Pause, sondern strickte fleißig weiter. Das Ziel ihres außergewöhnlichen Projekts: das Tabu um die Vagina zu brechen.

Inzwischen haben fast sechs Millionen Menschen ihr Video gesehen - und ihre Aktion überwiegend mit Kommentaren wie "eklig" und "igitt" kommentiert. "Die Reaktionen auf den Clip waren direkt, gewaltig und überwiegend negativ, gekennzeichnet von Angst und Abscheu", schreibt die Künstlerin auf der Website des Guardian über den Kurzclip zu ihrer Kunstperformance, die den Titel "Casting Off My Womb" (zu dt. "Ablegen meiner Gebärmutter") trägt.

Kritiker nehmen nicht nur Anstoß an dem Projekt selbst und der Tatsache, dass Blut im Spiel ist. Auch Jenkins' Äußeres wird kritisiert: ihr Haarschnitt, ihre Augenbrauen, ihre Haut, die Farbe ihres T-Shirts. Und selbst ihre Heimatstadt, ihre Wortwahl und ihre Stricktechnik stehen im Fokus der Kritik. Auch wenn vor allem die Schlagworte "Stricken" und "Vagina" das Interesse an ihrer Performance geweckt hätten, würde ihr komplettes Äußeres kritisiert, schreibt Jenkins. "Kommentatoren scheinen wirklich empört darüber zu sein, dass ich mich traue, mit meinem Körper etwas zu tun, das sie selbst als seltsam und abstoßend betrachten - ohne dass ich dabei Scham zeige". Trotzdem ist die Künstlerin stolz auf ihre Aktion "Vaginal Knitting". "Ich habe eine Performance kreiert, die ich schön und zulässig finde, und ich weiß, dass dieser Glaube aller Negativität der Welt trotzen kann."


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