Urlaub auf schwankenden Planken

Holland, England oder Deutschand - hier können sie probeweise auf dem Wasser wohnen oder einen Hausbooturlaub buchen.

Rügen

Ein Holzhaus auf der Ostsee. Der Waldboden schwankt. Kein Wunder, nach einer Nacht auf der Ostsee sind die Gleichgewichtsorgane etwas durcheinander. Ich spaziere die Bucht entlang. Veilchen und Buschwindröschen unter den alten Buchen zur Linken, das Silber des Meeres zur Rechten. Und hinten in der Ferne die Marina. Die meisten Boote sind schon abgesegelt. Zurückgeblieben sind die zwölf pastellfarbenen Holzhäuser, auf Planken ins Wasser gebaut. Eines davon, das gelb-blaue, ist meins für zwei Tage. Mit Bad und Küchenzeile, mit Terrasse und Blick auf den Greifswalder Bodden. Rechts davon Wellness-Center und Restaurant, zurückhaltend weiß ans Ufer gestellt. Ein Yachthafen ohne Rummel und Protz.

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Im Wald versteckt leuchtet ein griechischer Tempel, die Ruine des Goorschen Badehauses mit dicken Säulen. Vor 200 Jahren planschten dort Fürsten, dann 40 Jahre lang Arbeiter, jetzt niemand mehr. Alle Konzepte sind bisher gescheitert. Vom Steg der Marina aus ist das Badehaus eine Märchenerscheinung. Und wie ein Märchen scheint es auch, dass hier mal einer das richtige Maß gefunden hat, sein Geschäft mit der Natur zu machen: Ingo Jaich aus Schleswig-Holstein, der seit 30 Jahren Yachthäfen baut, und sein Sohn Till, der die komfortablen Schwimmhäuser konstruiert hat. In der Birkenholzküche dampfen jetzt Nudeln, die Lampe schwingt überm Esstisch. Ich versinke im Deckchair und schaue dem Angler zu, der auf dem Steg gegenüber in die Wellen starrt. Nichts geschieht. Aber der Moment ist alles. "Im Jaich", Marina Lauterbach, 18518 Putbus/Rügen, Telefon 03 83 01/80 90, Fax 809 10, www.im-jaich.de. Die Schwimmhäuser (zwei bis vier Personen) sind ganzjährig zu buchen, ab 65 Euro, in der Hauptsaison ab 115 Euro/Nacht.

Marina Köstrin

Vis à vis zu Peenemünde auf der Insel Usedom bietet die Marina Kröslin als Yachthafen auch für Badeurlauber und Wasserwanderer Ruhe und Entspannung fern vom Großstadtgetümmel. Als Unterkunft gemietet werden können gemütliche zweigeschossige Floating Homes mit rund 70 Quadratmeter Wohnfläche, Kosten pro Tag: ab 69 Euro. Infos unter www.marina-kroeslin.

Hotelschiffe

Bremen: Das Hotelschiff Perle, eigentlich ein umgebautes Fahrgastschiff, hat seinen Liegeplatz am Schlachteanleger, Bremens Flaniermeile am Wasser. Für Gäste stehen zwei Kabinen zur Verfügung, Preis ab 82 Euro. Hamburg: Das Feuerschiff LV 13. Das ausgediente, ehemals englische "Light Vessel No 13" (LV 13) hatte schon eine weite Schleppreise von Harwich nach Hamburg hinter sich, bis es schließlich im Sportboothafen, direkt unterm Michel, seinen Liegeplatz gefunden hat. Das Schiff ist heute Kneipe, Restaurant und Veranstaltungsraum. In den sechs Kabinen, in denen früher die Besatzung lebte, können Gäste übernachten. Adresse: Vorsetzen; im City Sporthafen, 20459 Hamburg; Tel: 040 -362553 /54.

Ostsee: Hotelschiff Stinne. Südlich von Wustrow auf dem Fischland hat das Schiff seinen "letzten Ankerplatz" gefunden und dient jetzt als Hotel: Fünf Doppelkabinen, die Kapitänskabine mit separaten Schlafzimmer und das maritime Restaurant im Rumpf des Schiffes laden zu einem zünftigen Ostseeurlaub ein. Zimmer ab 44 Euro incl. Frühstück für 2 Personen. Hotelschiff "Stinne", Am Kuhleger, 18347 Ostseebad Wustrow, Tel 038220-336, www.hotelschiff-stinne.de.

Amsterdam: Amstel Botel. Weißes Hotelschiff mit 175 Zimmern, DZ ab 87 Euro. www.amstelbotel.nl. Weitere Hausboot-Unterkünfte unter www.amsterdamhouse.com und www.houseboathotel.nl.

Prag: Admiral - Botel. Das Drei-Sterne-Hotel ankert am linken Moldauufer zwischen Vysehrad und Palackybrücke. Zur Prager Burg sind es etwa zehn Minuten zu Fuß. Adresse: Horejsi nabrezi, 150 00 Prag 5 Preis: DZ ab 77 Euro, www.admiral-botel.cz. Zentraler liegt das Botel Albatros am rechten Moldauufer im Zentrum der Stadt. DZ ab 28 Euro pro Person, www.botelalbatros.cz.

Lake Palace

Indien: Hier können Touristen wählen zwischen einer Nacht in einem schwimmenden Maharaja-Palast, einem traditionellen Hausboot-Trip auf den Backwaters Keralas oder den filigranen, mit hölzernen Schnitzereien verzierten Hausboot-Hotels in Srinagar. Das Lake Palace in Udaipur (Rajasthan) beispielsweise ist Indiens bekanntestes Hotel. Der weiße Marmorpalast schwimmt wie ein Märchen aus 1001er Nacht im Pichola See. Im 18. Jahrhunder wurde er als Lustschloss des Maharanas von Udaipur erbaut. Weltbekannt wurde das Hotel durch den James Bond Film "Octopussy". Zimmer ab 200 Euro pro Nacht. Info: http://www.tajhotels.com/. Hausboote: www.urlaub-anbieter.com, Hausboot-Hotels gibt es in unterschiedlichen Komfortstufen zu Preisen von umgerechnet 4 bis 40 Euro pro Nacht.

USA: Einst war sie der Stolz der britischen Seefahrt, doch seit mehr als 40 Jahren liegt der ausgemusterte Luxusliner Queen Mary 1 als Museums- und Hotelschiff fest vertäut vor der Skyline von Long Beach, Kalifornien. Für eine königliche Übernachtung kann man heute bis zu 650 Dollar bezahlen.

Unterwegs: Hausboot-Urlaub

Einmal selber Kapitän sein? Auf dem Hausboot ist das möglich, sogar ohne Bootsführerschein. Auf ruhigen Flüssen, stillen Seen und einsamen Kanälen lässt es sich ganz gemütlich dahinschippern und die Vorzüge der Langsamkeit genießen. weiter....

Uta Bangert Vera Sandberg,
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