Weniger Lametta, mehr Spaß: Öko-Tipps für Weihnachten

Früher war mehr Lametta und heute feiern wir lieber umweltfreundlich: Die besten Öko-Tipps fürs Fest. Mit vielen Ideen für nachhaltige Geschenke zu Weihnachten.

Schenken mit gutem Gewissen: die besten Onlineshops

Warum immer ins erstbeste Kaufhaus rennen? Bei diesen Onlineshops finden Sie tolle Öko-Produkte, die fair und ökologisch hergestellt wurden. Und viele beteiligen sich jetzt am "GOGREEN"-Programm und versenden ihre Pakete CO2-neutral. Mit unseren Ideen und Öko-Tipps wird ihr Weihnachten auch ohne Lametta ganz wunderbar - und umweltfreundlich!

Verantwortung tragen: Onlineshops mit grüner Mode

Avocadostore.de: Zu einem großen Öko-Marktplatz mit tausenden Angeboten hat sich auch der Avocadostore entwickelt. Von veganenen Schuhen über Green Fashion, handgearbeitete Krippen aus Holz, Recycling-Geschenkpapier oder Weihnachtskaffee finden Sie alles, was das Ökoherz begehrt.

Glore.de: Hier gibt es ausgefallene Stücke verschiedenster Label. Zum Beispiel lässige Sneaker aus öko-zertifiziertem Nubukleder.

Unique-nature.com: Ein ähnliches Konzept hat dieser Shop für edle Mode und Accessoires. Weihnachtsangebote in diesem Jahr zum Beispiel: ein perlenbesticktes Täschchen, handgestrickte Fäustlinge oder ein Luxus-Duschgel.

Lieb-kind.de: Niedliche Babysachen oder schicke Mode für Schwangere und junge Mütter gibt es hier. Alle Labels verwenden ausschließlich Biobaumwolle. Außerdem im Programm: Spielzeug und natürliche Pflege.

Bioshirt-company.de: Für Bekenner: Die T-Shirts und Taschen der Bioshirt Company zieren Peace-Zeichen und "...love the planet"-Motive - auch für Kinder. Alles aus 100 Prozent Biobaumwolle. Neu im Programm und passend zum Trend sind Yoga-Basics.

Armedangels.de: Sexy und witzig sind die T-Shirts, Hosen, Pullover und Kleider des Kölner Modellabels. Die gesamte Kollektion ist Fairtrade zertifiziert, die Baumwolle stammt von Biofarmen. In den vergangenen drei Jahren gingen von den Einnahmen mehr als 30.000 Euro an Spendenprojekte. In Zukunft wollen die Kölner alle Ressourcen dafür verwenden, dass es den Menschen, die direkt an der Produktion der Textilien beteiligt sind, besser geht. Special-X-mas-Angebot: Ein schwarzes Vintage-Shirt mit goldenem Engel.

Reflection-online.de: Ganz auf hochwertige Yoga-Mode, Wellness-Kleidung und Naturkosmetik setzt dieser kleine Online-Shop.

Hessnatur.com: Richtig viel Auswahl bei Bekleidung, Accessoires und Wohntextilien bietet auch Hess Natur - von Mütze und Shirt fürs Kind, über Gürtel und Leinenweste für Ihn bis zu Dessous und kostbaren Pashima-Schals aus einem Nepal-Projekt für Leprakranke für Sie.Übrigens: Bei einer Untersuchung von Stiftung Warentest im Jahr 2010 schnitt Hess Natur von allen getesteten Öko-Anbietern am Besten ab.

Gepa-shop.de: Auch bei der Fair Trade Company GEPA gibt es neuerdings Mode. Schicke Mützen und Schalkragen aus Alpaka-Wolle zum Beispiel, oder Handschuhe und Pulswärmer für Frostbeulen. Und eine ausführliche Information über die Menschen, die das Produkt herstellen, gibt es gratis dazu.

Originelle und nützliche Öko-Geschenke für Weihnachten

Waschbaer.de: Der Freiburger Umweltversand Waschbär gleicht einem kleinen Kaufhaus: Neben Mode, Schuhen, Schmuck, Kosmetik, schönen Seifen, Möbeln und Heimtextilien findet man schöne Dinge zum Basteln und Dekorieren für die Adventszeit: Tischlichttüten, Bienenwachsplatten für selbst gedrehte Kerzen oder Mini-Solarlichterkerzen. Und in der Weihnachtsmarkt-Abteilung gibt es so ausgefallene Dinge wie einen Erdzeit-Zollstock, ein Ginkgobaum-Saatset oder einen Mini-Leuchtglobus für Kinder.

Greenpeace-Warenhaus: Klein aber fein ist das Angebot im Greenpeace-Warenhaus: Eine hübsche Bleistiftbox, das preisgekrönte Papierspiel "Pepastar", ein schickes Tier-Memo und Essstäbchen aus poliertem, geöltem Rosenholz kann man ebenso in den Warenkorb legen wie Schneidebretter aus Kirschholz oder extradicke, luxuriöse Kamindecken.

BetterFair.de: 100 witzige und geschmackvolle Geschenke ausschließlich aus fairer Produktion bietet BetterFair. Neben Bilderrahmen aus recyceltem Holz (jeder ein Unikat) kann man für die Liebsten auch einen indonesischen Glückselefanten bestellen, der Weisheit und Wohlstand verspricht. Ein Teil der Erlöse geht an Hilfsprojekte. Und weil Recycling viel Wasser, Energie und Rohstoffe spart und deshalb noch besser als Neukauf ist, bietet Betterfair auch Taschen aus wieder verwendeten Reissäcken oder Saftkartons aus.

Schmuck und Steine: Glänzen mit gutem Gewissen

Ein einziger Goldring, der zehn Gramm wiegt, verursacht bei der Produktion drei Tonnen giftiger Abfallstoffe. Allein im Amazonasgebiet gelangen durch den Goldabbau jedes Jahr 100 Tonnen hochgiftiges Quecksilber in die Gewässer. Für den Abbau von Edelsteinen werden in Afrika Bauern von ihrem Land vertrieben, der Verkauf von Diamanten finanziert Bürgerkriege. Unter www.faire-edelsteine.de finden Sie zahlreiche Informationen zum Thema. Gold und Silber stammen z.B. von indianischen Bergbaukooperativen in Argentinien, die das traditionelle Goldwaschen praktizieren und kein Zyanid oder Quecksilber einsetzen. Gute Informationen bietet auch der Verein Fair Trade Minerals&Fair Trade Gems.

Auf weitgehend naturbelassene Steine (z.B. Trommelsteine), Mineralien und Kristalle hat sich die Hamburger Firma www.laurinsgarten.de spezialisiert. Aktuell sind Steine für "Hot Stone"-Massagen samt Anleitung.

"Create your own ring" ist das Motto bei IO E TE. Vier unterschiedliche Fassungen und sechs unterschiedliche Steine stehen zur Auswahl.

Spielzeug: auf Schadstoffe überprüfen

Viele Eltern kennen es: Das coole, ferngesteuerte Auto oder das Laser-Schwert sind schon am Zweiten Weihnachtsfeiertag kaputt - und Sondermüll, da sie zahlreiche Schadstoffe enthalten. Kaufen Sie Spielzeug mit dem "spiel gut" Zeichen. Es steht für langlebige, qualitativ hochwertige Produkte; dafür begutachten unabhängige Pädagogen, Mediziner und Techniker etwa 600 Spielzeuge im Jahr. Auf Schadstoffe wird nur stichprobenartig untersucht, seit 2005 darf allerdings nur PVC-freies Spielzeug das Siegel erhalten. Immer wieder jedoch finden TÜV, Stiftung Warentest und Ökotest in Spielzeug einen wahren Chemiecocktail, vor allem in Produkten, die aus Asien importiert werden. Keine Aussagekraft hat das CE-Zeichen, es ist in der EU Pflicht und wird nicht überprüft. Besser ist das GS-Label (steht für Geprüfte Sicherheit), doch leider kommt es vor, dass auch dieses Zeichen gefälscht wird. Achten Sie darauf, dass neben dem Stempel auch das Prüfinstitut genannt wird. Der TÜV Rheinland vergibt das empfehlenswerte "Proof-Zeichen" (Holzspielzeuge werden beispielsweise auf Rückstände von Holzschutzmitteln überprüft).

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie beispielsweise bei der Umweltorganisation BUND bestellen. Liebevoll gearbeitete Kuscheltiere aus Bio-Baumwolle gibt es dort ebenso wie ein Massivholz-Schaukelpferd, einen Kaufladen zur Selbstmontage oder fein geschliffene Bauklötze, aus denen sich eine Burg oder Stadt bauen lässt. Und das schont die Nerven der Nachbarn: ein Bobbycar aus einheimischen Holz mit extrem leisen Rädern. Niedliche Stofftiere gibt es außerdem im GEPA-online-Shop.

Wenn Sie nicht nur an die Gesundheit Ihrer Kinder, sondern auch an die der Menschen in den Produktionsländern denken: Informieren Sie sich auf der Seite von der Aktion fair spielt, welche Firmen auf sozial verträgliche und umweltfreundliche Bedingungen achten.

Holzprodukte mit FSC-Siegel

Wer sichergehen will, dass für Holzprodukte kein Regenwald gerodet wird, sollte auf das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) achten. Es steht für umweltverträgliche Waldwirtschaft. Über eine Online-Datenbank lassen sich Händler in ganz Deutschland finden, die beispielsweise Schreibwaren oder Haushaltsprodukte aus FSC-Holz führen.

Doppelte Freude: Schenken und Spenden

Oxfamunverpackt.de: Für Leute, die schon alles haben, ist ein Spenden-Geschenk von der Hilfsorganisation Oxfam ideal: Spenden Sie zum Beispiel zehn Bäume oder Moskitonetze für Menschen in der Demokratischen Republik Kongo. Der oder die Beschenkte erhält dann eine Karte und einen witzigen Kühlschrankmagneten, der das Projekt symbolisiert.

Auch die Hilfsorganisation World Vision bietet nun einen ähnlichen Service. Von Obstbäumchen über Kinderräder bis zu einem Fischernetz reichen die Ideen. Als Dankeschön gibt es eine Urkunde.

Geschenk-Patenschaft: Liegt Ihren Liebsten das Schicksal bedrohter Tierarten am Herzen? Oder erfreuen sie sich an Wiesen und Bäumen? Wie wäre es mit einer Patenschaft für Alleebäume oder die vom Aussterben bedrohte Wildkatze oder den Luchs?

Planethelp und Clicks4charity

Sie wollen doch lieber Bücher, MP3-Player oder Kosmetik schenken? Auch dann haben Sie die Möglichkeit, einen Teil des Geldes zu spenden: über PlanetHelp oder Clicks4Charity. Beide Portale kooperieren mit mehr als 500 Onlineshops von amazon bis zalando und sorgen dafür, dass Sie mit jedem Kauf einen guten Zweck Ihrer Wahl unterstützen können. Einfach über www.planethelp.de oder www.clicks4charity.net den gewünschten Onlineshop ansteuern, eine Hilfsorganisation auswählen, die Sie unterstützen wollen - und schon fließt ein gewisser Prozentsatz des Einkaufspreises an das Hilfsprojekt. Unterstützen können Sie unter anderem Ärzte ohne Grenzen, die Berliner Tafel, die Deutsche Krebshilfe oder den Frauen-Hilfsfonds UNIFEM.

Zeit und Erlebnisse schenken

Vermeiden Sie Verlegenheitsgeschenke, die nach kurzer Zeit im Müll landen - auch die ungeliebte Krawatte für den Onkel und die Eieruhr für die Tante haben schließlich bei der Herstellung Energie, Wasser und Rohstoffe verschlungen. Verschenken Sie lieber Zeit: einen Abend Babysitten oder zwei Wochen Blumengießen während des Urlaubs. Übernehmen Sie einen stressigen Erledigungsgang für Ihre Freunde – zur Telekom oder ins Bahncenter. Verschenken Sie Kino- oder Theaterkarten oder ein Abo für die Gemüsekiste vom Biohof.

Weihnachtsbaum & Co.: So schmücken Sie nachhaltig

Weihnachtsbäume mit Ökosiegel

23 Millionen Weihnachtsbäume werden jedes Jahr in Deutschland aus heimischer Produktion verkauft, dazu kommen noch Importe vor allem aus Dänemark. Der größte Teil der Bäume stammt aus Plantagen. Bevorzugen Sie einen Weihnachtsbaum, der das Naturland-Bio-Siegel oder das internationale FSC-Siegel trägt. Eine aktuelle Liste der Verkaufsstellen finden Sie unter www.robinwood.de. Sie ist sortiert nach Bundesländern, mit Öffnungszeiten und Anfahrtsbeschreibungen. Übrigens: Weihnachtsbäumchen im Topf sehen zwar sehr öko aus. Aber sie werden durch den Transport ins warme Wohnzimmer aus ihrem Winterschlaf gerissen und wachsen häufig nicht mehr an.

Geschenkpapier mit "Blauem Engel"

Greifen Sie zu Recycling-Geschenkpapier mit dem "Blauen Engel". Wenn Ihre Familie oder Ihre Freunde keinen Wert aufs stundenlange Auspacken legen, können Sie Geschenke in bunte Tücher wickeln (die Sie gleich mitverschenken). Vermeiden Sie Metall- und Kunststofffolien sowie beschichtete Geschenkpapiere.

Umweltfreundlich dekorieren

Lametta: Die meisten deutschen Hersteller verzichten mittlerweile auf giftiges Blei in Lametta. Doch in Importware kommt es noch vor (erkennbar zum Beispiel am Hinweis "aus Staniol"). Das Problem: Mit den entsorgten Weihnachtsbäumen wandern die Glitzerfäden in Kompostieranlagen. Blei reichert sich in der Umwelt und im Blut des Menschen an und kann bei Kindern zu Lernstörungen führen. Am besten verzichten Sie ganz darauf.

Kunstschnee: Es sieht zwar hübsch aus, den Weihnachtsbaum mit Silber- oder Goldspray einzunebeln. Doch der Baum ist hinterher nicht mehr kompostierbar. Verwenden Sie lieber umweltfreundlichen Sprühschnee aus Stärke aus dem Bastelladen.

Kerzen: Fünf Kerzen im Raum verbrauchen so viel Sauerstoff wie ein Mensch. Lüften Sie regelmäßig! Vorsicht ist vor allem bei bunten Billigprodukten aus Paraffin geboten - beim Abbrennen werden zahlreiche Giftstoffe frei, ebenso Kerzen mit Lacküberzug. Ein Qualitätshinweis ist das "RAL"-Gütezeichen. Oder greifen Sie gleich zu Stearinkerzen (aus nachwachsenden Rohstoffen) oder echten Bienenwachskerzen. Letztere sind zwar teuer, verbrennen aber nahezu schadstofffrei.

Lampenöle: Beim Verbrennen von Lampenölen entstehen Schadstoffe. Verwenden Sie Öle ohne Farb- und Duftstoffe und lüften Sie die Räume gut. Nehmen Sie eine Lampe mit Sicherheitsverschluss. Immer wieder kommt es vor, dass Kinder Lampenöl verschlucken oder am Docht saugen. Seit dem Jahr 2000 sind in Deutschland 700 Vergiftungsfälle durch Lampenöl gemeldet worden.

Wunderkerzen: Bis heute sind nicht alle Stoffe bekannt, die im Rauch von Wunderkerzen enthalten sind. Deshalb: nicht zu viele auf einmal abbrennen. Noch besser: Ins Freie gehen!

Lichterketten: Der TÜV Rheinland testete 83 Lichterketten und kam zu erschreckenden Ergebnissen: 65 wiesen zum Teil erhebliche Sicherheitsmängel auf. Bei einigen Produkten werden die Lämpchen so heiß, dass akute Brandgefahr besteht. Am schlechtesten schnitten die besonders billigen Ketten unter fünf Euro ab. Greifen Sie zu Lichterketten mit LEDs. Sie verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom und haben eine längere Lebensdauer. Neu für draußen: Lichterketten mit Solarpanel.

Text: Beate KomaFoto: Getty Images

Wer hier schreibt:

Beate Koma
Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.