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Raus damit Wie lange sollte Weihnachtsdeko eigentlich stehen bleiben?

Ein geschmückter Weihnachtsbaum in einem Wohnzimmer
© екатерина лагунова / Adobe Stock
Vor Jahresende, zu Neujahr oder doch erst später? Wann soll die Weihnachtsdeko weg und welche Regel befolgt die Redaktion? Eins ist sicher: Eine reicht da nicht.

Weihnachten ist gerade mal seit ein paar Tagen rum und schon juckt es mich in den Fingern, meine Weihnachtsdeko zu schnappen und die Wohnung davon zu befreien. Ein paar Tannenzapfen oder andere neutrale Winterlieblinge dürfen zwar stehen bleiben, aber für mich ist das Fest mit Ende des zweiten Weihnachtstags direkt vorbei und das Gröbste kann weg. Andere wollen vielleicht auch wie ich ohne den Weihnachtsgeist ins neue Jahr starten, andere warten bis zu den Heiligen Drei Königen am 6. Januar, während wiederum andere sogar noch den ganzen Januar die Erinnerung zelebrieren. 
Gibt es da überhaupt eine goldene Regel – und wie handhabt es die Redaktion? Wir haben mal nachgefragt.

Wann es der Weihnachtsdeko an den Kragen geht

Ein kleines Deko-Highlight, das selbst die Zeit bestimmt

"Wir hatten noch nie einen Christbaum, weil wir an Weihnachten immer zur Familie fahren. Wir stellen aber immer einen Adventskranz auf, und der brennt so lange, bis alle Kerzen aufgebraucht sind, die wir gekauft haben. Spätestens an Silvester wird das der Fall sein, dann verschwindet er wieder in seinem Karton – bis wir ihn in ungefähr elf Monaten wieder suchen."

Dank Nadelchaos lieber früher raus mit dem Baum

"Wir holen unseren Tannenbaum immer erst am 23. Dezember bei einem Weihnachtsmarkt, der an dem Tag abgebaut wird. Alle Tannenbäume können gegen eine Spende erworben werden und erhalten ein zweites kleines Weihnachten. Da die Tannen dann aber schon vier Wochen auf dem Weihnachtsmarkt standen, nadeln sie dementsprechend schnell. Sodass ich die ganze Weihnachtsbaum-Deko spätestens am 1. Januar dann wieder abgebaut haben will. Der geschmückte Weihnachtsbaum ist also ein kurzes Vergnügen bei uns, aber trotzdem immer etwas ganz besonderes in der Zeit."

Schnell raus damit für frischen Wind

"So schön ich Weihnachtsdeko in der Adventszeit finde: Im neuen Jahr muss alles raus, dann brauche ich Platz und Luft für den Frühjahrsputz – ab März kommt ja schon wieder die Osterdeko auf den Tisch."

Besinnlich bis ins neue Jahr

"Ich habe nur ganz wenig Weihnachtsdeko, die ich zum 1. Advent vom Dachboden hole. Dazu gehört ein kleiner roter Herrnhuter Stern, den ich ins Fenster hänge und ein Adventsteller für vier Kerzen aus grünem Porzellan aus den 60er Jahren. Ich habe keinen konkreten Zeitpunkt, wann ich diese weihnachtlichen Begleiter wieder verstaue. Den Adventskranz räume ich ein, wenn die Kerzen runtergebrannt sind und der Stern verschwindet irgendwann nach Silvester in seiner Schachtel. Und ich freue mich dann schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr."

Gar nicht, denn es gibt keine

"Ich habe tatsächlich seit zwei Jahren keine Weihnachtsdeko in meiner eigenen Wohnung. Nicht ,weil ich sie nicht schön finde, sondern weil erst mein Hund noch ein Welpe war und ungefähr alles gefressen hat, was nicht niet und nagelfest war und im zweiten Jahr meine Weihnachtsdeko irgendwo tief in meinen Umzugskartons vergraben war. Generell bin ich aber eher die "Frühschmückerin". Wenn ich Weihnachtsdeko auspacke, dann wird sie schon Ende November, spätestens zum 1. Dezember aufgestellt (inklusive kleinem Bäumchen im Topf). Spätestens einen Tag vor Silvester fliegt die Weihnachtsdeko aber wieder raus. Winterlich darf es dennoch bleiben. Mal sehen, was mich im kommenden Jahr davon abhält Deko aufzustellen."

Ein Grinch zu sein, ist auch ok

"Ich liebe kitschige Weihnachtsfilme, Lebkuchen und bunte Festtagsbeleuchtung – in der Theorie. Denn weil die Feiertage irgendwie nie so besinnlich und schön werden, wie man es sich wünscht, hält sich meine Vorfreude inzwischen in Grenzen. Deshalb dekorieren wir zu Hause auch nicht weihnachtlich. Gefeiert wird ohnehin bei den Eltern und Schwiegereltern. Und wenn die anstrengenden Tage dann endlich geschafft sind, sind wir froh, nicht auch noch zu Hause die Deko wieder einpacken zu müssen."

Offiziell: Bis zum 6. Januar?

Auf vielen Seiten heißt es offiziell, dass der Weihnachtsbaum, Adventskränze oder sonstiger Schmuck bis zum 6. Januar stehen bleiben darf. Denn dann ist Heilige Drei Könige, was für viele (katholische) Menschen offiziell als Zeichen gilt, die Weihnachtsdeko wegzuräumen. Für einige Bundesländer (Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt) ist das sogar ein gesetzlicher Feiertag. Zusätzlich läutet er übrigens auch das Ende der Rauhnächte ein.

Eine Statista Umfrage aus 2021 zeigt allerdings, dass Weihnachtsbäume oftmals nicht das neue Jahr erleben. 31 Prozent der Befragten wollten ihren Baum schon während der Feiertage entsorgen. 12 Prozent machten es zum Neujahrstag und ein Viertel zum Dreikönigstag. Darüber hinaus ließen 31 Prozent den Baum danach noch stehen, vielleicht ja bis zum 2. Februar? Dann ist nämlich Mariä Lichtmess, ein weiterer Feiertag, der das Ende der Weihnachtszeit einläuten soll und auf einen alten jüdischen Brauch zurückgeht. 

Wir würden sagen: Eben jede:r so, wie es passt. Ob mit religiösem Maßstab oder nach eigenem Freudepotenzial, ist eigentlich egal. Wen die Deko jetzt schon nervt, dem sagen wir: weg damit! Und alle anderen dürfen das Glitzern dieser Jahreszeit gerne noch etwas bei sich behalten.

Verwendete Quellen: Statista, mdr.de, erzbistum-koeln.de, ndr.de

lkl Brigitte

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