Wenn das Einrichten der Wohnung Probleme macht ...

... ist der Rat von Profis gefragt. Die Hamburger Innenarchitektin Birgit Knutzen weiß, was zu tun ist, wenn niedrige Zimmerdecken die Wohnung erdrücken oder die Uralt-Fliesen in der Küche ein Facelift brauchen. Die zehn häufigsten Fragen zum richtigen Einrichten.

Birgit Knutzen

BRIGITTE: 1. Ich weiß nicht, welche Wohnfarbe zu mir passt. Wie finde ich das heraus?

Birgit Knutzen: Auf einer Farbpalette suchen Sie sich Ihren Grundton aus. Dann lassen Sie eine hellere und dunklere Nuance auf sich wirken - so erkennen Sie Ihre Wohlfühlfarbe. Stärker zur Geltung kommt Ihr Grundton, wenn Sie ihn mit einer Kontrastfarbe kombinieren. Spannend ist zum Beispiel ein Mix aus Aubergine und Curry oder Blau und Orange. Doch Achtung: Den Zweitton nur sparsam einsetzen!

BRIGITTE: 2. Die Wände unserer Wohnung sind mit 2,50 Meter sehr niedrig. Wie können sie optisch an Höhe gewinnen?

Birgit Knutzen: Mogeln Sie mit Farben oder Tapeten! Ob schmale Linien oder breite Blockbahnen - senkrechte Streifen strecken Räume. Doch ratsam ist, nur helle Farben zu verwenden, wie Sand oder Pastellblau. Die Decke sollten Sie noch eine Spur heller gestalten als die Wände und mit Deckenflutern ausleuchten. Dann fällt die geringe Höhe nicht mehr ins Auge.

BRIGITTE: 3. Im Flur hängt noch eine uralte Korkpinnwand. Wir suchen nun ein zeitgemäßes Infoboard.

Birgit Knutzen: Wie wär's mit einer "Magnetischen Wand"? Bestreichen Sie einen beliebig großen Wandbereich mit Magnetfarbe als Grundierung. Malen Sie die Fläche in Ihrer Lieblingsfarbe aus oder, für den verblüffenden Effekt, im Wandton. Magnete gibt es in Läden für Büroartikel. Infos finden Sie hier: www.magnetfarbe.de

BRIGITTE: 4. Ein Kamin wäre mein größter Wohntraum. Aber der Vermieter mauert. Gibt es eine Alternative, die täuschend echt aussieht?

Birgit Knutzen: Auch Feuerstellen, in denen Bioethanol verbrennt, werfen echte Flammen und sorgen für Behaglichkeit. Noch besser: Die umweltfreundliche Brennflüssigkeit rußt und raucht nicht. Sie hinterlässt auch keinerlei Rückstände. Für die Anschaffung brauchen Sie weder einen Kaminanschluss noch die Betriebserlaubnis Ihres Schornsteinfegers. Zudem sind Bioethanol-Kamine so beweglich wie Möbel und jederzeit in jedes Zimmer verrückbar. Der Hersteller Ecosmart bietet sogar einen Kamin als Raumteiler an: www.ecosmartfire.com

BRIGITTE: 5. Meinem neuen Schlafzimmer fehlt die Wohlfühlatmosphäre. Wodurch bekommt der Raum mehr Charakter ?

Birgit Knutzen: Stoffe sind Stimmungsmacher. Doch achten Sie darauf, dass eine Hauptfarbe bei Gardinen, Bettwäsche und Tapete den Ton angibt. Mehr Persönlichkeit bekommt der Raum auch durch ein selbst gemachtes Kopfteil für das Bett: Eine schlichte Küchenarbeitsplatte aus massivem Holz wirkt modern. Zum romantischen Rückzugsort wird Ihr Nachtlager mit einer dicken Steppdecke in warmen Tönen als Betthaupt. Um den Stoff zu befestigen, schlagen Sie einfach Ringe in die Steppdecke und Haken in die Wand.

BRIGITTE: 6. Ich dekoriere oft um - mal fernöstlich, mal modern. Welcher Schrank macht das mit?

Birgit Knutzen: Schiebetürelemente können ihren Look verändern. Dafür fertigt ein Tischler Holzrahmen an, in die Sie einfarbige oder gemusterte Stoffe tackern, die sich schnell wieder austauschen lassen. Sehr angesagt sind derzeit Fotoprints auf Stoff - Ihre Lieblingsfotos können Sie sich inzwischen in beliebiger Größe auf Baumwolle oder Leinen drucken lassen: www.aufleinwand.de Und der Hersteller Raumplus fertigt Ihnen Schiebetüren auf Maß mit trendigen Fronten an: www.raumplus.de

BRIGITTE: 7. Unsere Jungs teilen sich ein Zimmer. Wie können die beiden ihr Revier abstecken?

Birgit Knutzen: Indem jedes Kind sein eigenes Farbreich bekommt: Toms Schrank ist rot gestrichen, Pauls blau. Bei größeren Räumen können ganze Wandflächen farbig abgesetzt werden. Auch mobile Raumteiler auf Rollen machen aus einem Kinderzimmer schnell zwei getrennte Spielwelten.

BRIGITTE: 8. Kleine Zimmer vertragen kaum Farbe. Wie viel kann ich mir denn erlauben?Birgit Knutzen: Setzen Sie kräftige Farben nur als Akzent ein, mit Accessoires wie Kissen oder Vasen, und arbeiten Sie großflächig mit Pastelltönen. Das Gleiche gilt für Muster: Starke Designs erdrücken kleine Räume.BRIGITTE: 9. Wir haben braune Fliesen und beigefarbene Fronten aus den 80ern in der Küche. Wie polieren wir sie kostengünstig auf?

Birgit Knutzen: Wenig kosten Dekorfliesen aus dem Baumarkt. Das sind Beschichtungen, die wie ein Film auf den alten Fliesen haften und beim Auszug leicht zu entfernen sind. Was die Fronten betrifft: Auch dafür gibt es Klebefolien. Schöner sind allerdings neue Fronten vom Tischler, die er mit Tafellack aufmöbelt. Die kosten mehr, aber damit sieht die Küche aus wie neu.

BRIGITTE: 10. Über dem Esstisch hängt eine tolle Designleuchte. Doch obwohl wir ihr Licht abends dimmen, wirkt es kühl. Warum?

Birgit Knutzen: Eine gute Beleuchtung ist immer ein Mix aus mehreren Lichtquellen. Der Tisch sollte hell ausgeleuchtet sein, die Lampe aber nicht blenden. Kombinieren Sie dieses Licht immer mit Stehleuchten sowie Deckenspots. Wichtig ist, dass sich alle Lampen getrennt voneinander schalten und dimmen lassen, so dass Sie nach Bedarf von einer sachlichen zu einer sinnlichen Atmosphäre übergehen können. Und noch ein Tipp: Energiesparlampen haben den Ruf, kaltes Licht zu verströmen. Das gilt jedoch nicht mehr für die neuen Modelle. Sparsam im Verbrauch und umweltfreundlich sind auch LED-Lampen.

BRIGITTE Heft 05/08
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