Herbstgefühle: Darum freu' ich mich drauf!

Living-Redakteurin Nicole Lötters liebt den Herbst, weil er so schön zwiespältige Herbstgefühle macht: wohlig und melancholisch.

BRIGITTE-Redakteurin Nicole Lötters

Die erste braun glänzende Kastanie des Herbstes schenkt mir ein tiefes Glücksgefühl. Das hat den Ursprung in einer schlecht recherchierten Geschichte meiner Mutter: Als ich Kind war, erzählte sie mir, Kastanien in der Manteltasche bringen Glück – statt Kastanien in der Hosentasche helfen gegen Rheuma, ein alter Volksglaube.

Auch wenn man sich über den Wahrheitsgehalt streiten kann: Die mütterliche Fehlinformation hat mich besonders anfällig für die Schönheiten des Herbstes gemacht. Es ist einfach herrlich, wie sich die letzten warmen Sonnenstrahlen durch die langsam fallenden, bunten Blätter brechen, wie das duftende Laub unter den Füßen raschelt, wie die kühler werdende Luft meinen Atem in Mini-Wölkchen verwandelt und ich dabei meine kleine, handschmeichelnde Kastanie in der Manteltasche drücke.

Ich mag diese zwiespältige Mischung aus Wohligkeit und Melancholie, goldenem Licht und grauen Nebeln. Im Herbst ist man einfach gelassener und erwartet nicht wie vom Sommer nur eitel Sonnenschein. Statt auf der Jagd nach Frischlufttagen zu sein und sich über einen Sausommer zu beschweren, kuschelt man sich zu Hause ein, feuert den Kamin an, trinkt davor Wein, guckt eine nette DVD und beginnt sein "Nest" mit Kissen, Decken, Teelichtern, Herbstfarben und Walddeko wie Rehfiguren oder Porzellanpilzen gemütlich auszupolstern.

Ich selbst komme mir bei diesem ganzen Gekuschel übrigens vor, wie ein überdimensionales Eichhörnchen. Denn ab September schleppe ich Unmengen von Zapfen, Haselnüssen, Eicheln, Kastanien, Kürbissen, Baumrinden, Beerenzweigen und besonders hübschen Blättern mit nach Hause, um es mir mit der Fülle der Natur auch drinnen schön zu machen. Daraus bastle ich dann Kränze, streue meine Ausbeute in die Tischmitte oder stelle sie einfach in großen Gläsern aus. Schließlich muss man ja vorsorgen und jetzt alles genießen und einfangen, was einem warm ums Herz werden lässt. Nur so kommt man wohlig durch den Winter.

Selbstverständlich verlasse ich mich für tolle Herbstgefühle nicht nur auf meine Dekorationskünste und Waldspaziergänge. Ich nehme mein Glück immer noch selbst gern in die Hand: Im Frühling finde ich deshalb in fast jeder Manteltasche verschrumpelte Kastanien.

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