Umzug: Die besten Tipps

Auf zu neuen Ufern: Ein Umzug ist für uns immer ein großes Projekt! Und es gibt so viel zu beachten - mit unserer praktischen Checkliste kannst du nichts wichtiges vergessen!

Die Umzugscheckliste

Was muss wann gemacht werden, damit der Umzug nicht in Stress ausartet? Wenn du dich an unserer Checkliste mit Umzugstipps orientierst, überstehst du den Umzug ohne Stress. Übrigens: Weiter unten gibt unsere Umzugs-erfahrene Kollegin noch ein paar ganz persönliche Umzugstipps für dich!

Etwa einen Monat vor dem Umzug

Neue Adresse bekannt geben: Großartig! Du hast eine neue Adresse! Die Freude darüber solltest du keinesfalls für dich behalten, sondern so schnell wie möglich mit vielen teilen. Von Bank bis Zeitungslieferant darfst du jetzt wacker wiederholen: "Hallo, meine neue Anschrift lautet..." Dafür musst du dich noch nichtmal ummelden - vielen kannst du die neue Adresse schon früher mitteilen! Diese kleine Übersicht hilft, dass du niemanden vergisst:

  • Verträge rund um die Wohnung 
    • Anbieter von Festnetzanschluss und evtl. Internetanschluss (Anschluss ummelden oder neu beantragen) 
    • Strom 
    • Gas
    • Wasser 
    • Fernwärme
  • Ämter/Behörden 
    • Straßenverkehrsamt, um Kfz-Zulassung umzuschreiben
    • Finanzamt
    • Kindergarten/Schule
    • Evtl. Agentur für Arbeit
    • Übrigens: Offiziell beim Einwohnermeldeamt ummelden solltest du dich erst nach dem Umzug
  • Versicherungen 
    • Krankenkasse 
    • Haftpflicht 
    • Hausrat 
    • Kfz-Haftplicht 
    • Lebensversicherung 
    • Berufsunfähigkeitsversicherung 
    • Unfallversicherung 
    • Hausratversicherung 
    • evtl. weitere
  • Bank 
    • Girokonto 
    • Kreditkarten (falls separat von Bankinstitut) 
    • Depots 
    • Bausparvertrag
  • Sonstige 
    • Gebühren-Beitragsservice (früher GEZ) 
    • Mobilfunkanbieter 
    • Ärzte 
    • Steuerberater 
    • Anwalt 
    • Abonnements 
    • Mitgliedschaften (z.B. Fitnessstudio, Verein)

Meist kommt es dennoch vor, dass im Umzugstrubel einige Institutionen durch die Lappen rutschen. Daher lohnt auf alle Fälle ein Nachsendeantrag bei der Post. So geht nichts verloren und du kannst nach und nach alle Absender über deinen neuen Wohnort informieren.

Umzug-Tipps: Die Vorbereitung 

  • Aufräumen und ausmisten! Keller und Boden entrümpeln. Denkt dran: Weniger ist manchmal mehr. Entdeckt doch mal den Minimalismus als Lebensstil für euch! ?W
  • ertvolle Sachen verkaufen (die Umzugskosten werden noch hoch genug)S
  • perrmüll entweder schon wegfahren oder Termin anmeldenT
  • ransporter mieten oder Spedition beauftragenM
  • it Schönheitsreparaturen beginnen S
  • onderurlaub beim Arbeitgeber einreichen S
  • childer für den Tag des Umzugs beantragen, die das Halteverbot anzeigen (macht unter Umständen die Spedition)Ü
  • bergabetermin für alte und neue Wohnung absprechen E
  • ventuell Babysitter organisieren F
  • reunde fragen, ob sie mit anpacken (oder Umzugsunternehmen beauftragen)F
  • alls du wegen des Jobs umziehst: Entscheide dich, ob du für die Steuererklärung Belege sammeln möchtest oder lieber die Umzugskostenpauschale nutzen willst (zur Not einen Fachmann fragen)

Umzug-Tipps: Etwa zwei Wochen vorher

  • Weiter entrümpeln (braucht man wirklich diese Popcorn-Maschine?) 
  • Mit dem Packen beginnen. Dabei die Kartons möglichst so beschriften, dass a) die Umzugshelfer bzw. Profis vom Umzugsunternehmen wissen, in welchen Raum sie sollen und b) du selbst den Überblick behältst, was in welchen Kartons liegt
  • Die Tiefkühltruhe leer schlemmen und danach den Gefrierschrank abtauen 

Umzug-Tipps: Etwa eine Woche vorher

  • Möbel abbauen. Dabei die Teile mit Bleistift beschriften und die Schrauben in kleinen Tütchen sammeln und direkt am jeweiligen Teil befestigen 
  • Empfindliche Böden wie Parkett und Laminat mit Pappe oder ähnlichem Material schützen, damit sie beim manchmal hektischen Werkeln nicht allzu sehr zerkratzen 
  • Ausreichend Müllbeutel, Reinigungsmittel besorgen 
  • Möbelstellpläne für die neue Wohnung erstellen 
  • Werkzeugkiste packen

Umzug-Tipps: Einen Tag vorher

  • Getränke und Snacks für die Umzugshelfer oder Mitarbeiter des Umzugsunternehmens einkaufen 
  • Packen der letzten, wichtigen Dinge, z.B. wichtige Unterlagen, Wertgegenstände, Essentielles zum Wohlfühlen (Kuschelkissen, Parfüm, Zahnbürste) 
  • Kleidung für den Umzugstag herauslegen, vielleicht ein Outfit für den Tag danach 
  • Kühlschrank abtauen
  • Pflanzen verpacken, kleinere in Kartons mit Zeitungspapier als Puffer
  • Verbandkasten herauslegen, Pflaster obenauf 
  • Werkzeugkiste bereit stellen 
  • Empfindlichen Fußboden abdecken 
  • Umzugsfahrzeug abholen

Umzug-Tipps: Am Umzugstag

  • Zählerstände ablesen (Wasser, Strom, Gas, Fernwärme) 
  • Snacks vorbereiten (der Klassiker: belegte Brötchen oder Kartoffelsalat mit Würstchen)
  • Private Helfer oder Mitarbeiter der Spedition einweisen, insbesondere auf Zerbrechliches hinweisen 
  • Klingel- und Türschilder abnehmen

In der neuen Wohnung

  • Beim Einwohnermeldeamt innerhalb einer Woche nach Einzug melden 
  • Einweihungsparty vorbereiten 
  • Grandioses Dankeschön-Essen für alle Helfer organisieren.
  • Damit es in der neuen Wohnung ordentlich bleibt, befasst euch doch mal mit Aufräum-Methoden wie Death Cleaning oder der Konmari-Methode.

Eine weitere Umzug-Checkliste fndest du hier.

Buch-Tipp

"Das Umzugsbuch" von Judith Borowski Wie beeindrucke ich Vermieter? Was bedeutet "besenrein"? Was ist eine Umzugskostenpauschale? Und wie öffne ich eine Weinflasche ohne Korkenzieher? Judith Borowski gibt Antworten auf die vielen unverhofften Fragen, die während eines Umzugs auftauchen und zeigt, wie man den Wohnungswechsel ohne Nervenzusammenbruch überlebt. Praktisch, informativ unterhaltsam! (Callwey Verlag, 208 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-7667-1771-9)

Extra: Die persönlichen Umzugstipps unserer Kollegin

Vier Mal in dreieinhalb Jahren hieß es für BRIGITTE.de-Redakteurin Angelika Unger: Umzug. Dabei hat sie acht Lektionen gelernt - hier kommt ihre ganz eigene Umzugscheckliste:

Meine alten, längst ungültigen Adressen füllen inzwischen eine ganze Seite in den Adressbüchern meiner Freunde. Einer erklärte mir erst kürzlich, er habe meine aktuelle Adresse auf ein Post-it geschrieben und in sein Adressbuch geklebt: "Ändert sich ja eh demnächst wieder."

Allein vier Mal habe ich in den letzten dreieinhalb Jahren Kisten gepackt, Möbel aufgebaut und Rundmails mit einer neuen Adresse verschickt. Bin ich nun ein echter Umzugsprofi? Auch bei mir geht noch immer genug schief - aber zumindest die folgenden acht Umzugstipps kann ich weitergeben.

1. Pack die Umzugskartons nicht zu früh!

Wo ist denn bloß der Spätzlehobel/die Fahrradpumpe/der Dänemark-Reiseführer? Na klar, längst eingepackt. Sobald du den Kistendeckel über ihnen geschlossen hast, wirst du sie plötzlich dringend brauchen - die Dinge, die du im letzten halben Jahr nicht ein einziges Mal vermisst hast.

Dann musst du ein halbes Dutzend Kisten wieder auspacken. Und das, was du suchst, ist immer ganz unten in der letzten Kiste - wetten? Ein guter Grund, Umzugskisten erst in letzter Minute zu packen!

2. Miste vor dem Einpacken aus!

Auch Last-Minute-Packen hat seine Tücken: Alles muss immer schnell-schnell gehen, schließlich gibt es kurz vor dem Umzug so viel anderes zu tun. Also Schrank auf, Kiste davor und rein mit dem ganzen Plunder. 

So habe ich es bisher immer gemacht. Und mich beim Auspacken jedes Mal schwarz geärgert, wenn ich eingelaufene T-Shirts, angeschlagene Teller und fusselnde Badezimmer-Vorleger in den Händen hielt. Das große Ausmisten habe ich dann aber trotzdem immer verschoben - man will ja schließlich mal fertig werden mit dem Einräumen, die Umzugskisten lassen die neue Wohnung so ungemütlich aussehen...

Mein guter Vorsatz für den nächsten Umzug: Vor dem Einpacken erstmal Ausmisten! Dann muss ich auch weniger schleppen.

3. Besorg dir genug Kartons!

"Ich habe noch eine Menge Umzugskartons auf dem Dachboden", sagte mein netter Kollege Henning. Großartig, immerhin kostet ein Karton gut 2,50 Euro, und die Umzugskosten sind schon hoch genug, wenn man keine Kartons kaufen muss.

Zehn Kartons hatte ich schon gepackt, als ich zu Henning fuhr. Weitere 15 hatte er im Flur für mich bereit gestellt. "Reichen die?", fragte er. "Auf dem Dachboden habe ich noch mehr." Ich winkte lässig ab, fuhr nach Hause und packte - und fuhr am Tag vorm Umzug schließlich doch fluchend zum Baumarkt, um Nachschub zu besorgen. Nächstes Mal plündere ich Hennings Dachboden! Obwohl, wenn ich vorher ausmiste...

4. Bestell dir doppelt so viele Umzugshelfer wie nötig!

"Du ziehst um? Na klar helf' ich dir!" Zwei schlichte kleine Sätze, die beim Umziehenden große Hoffnungen wecken - zu unrecht, wie ich mehr als einmal feststellen musste. Denn je näher der Umzugstermin rückt, desto mehr häufen sich die zerknirschten Absagen. Die Fernbeziehung muss besucht werden! Eine dringende Dienstreise! Und dann ist da noch die kranke Katze, die dringend zum Tierarzt gebracht werden muss!

Das soll keine Unterstellung sein - es gibt genug gute Gründe, den Samstagmorgen nicht mit den Umzugskartons anderer Leute zu verbringen. Das ändert aber nichts daran, dass jede Absage die sorgfältige Planung ins Wanken und den Umziehenden an den Rand der Verzweiflung bringt. Daher sollte man immer doppelt so viele Helfer einplanen, wie man tatsächlich braucht.

Am Ende helfen dann oft die, von denen man es am wenigsten erwartet oder gar verlangt hätte. Bei meinem vorletzten Umzug etwa waren es zwei ehemalige Redaktionspraktikanten.

5. Leiste dir professionelle Helfer!

Irgendwann haben es auch die besten Freunde satt, Gefrierschrank, Waschmaschine und die 2,20 Meter hohe Yucca-Palme vom vierten Stock des einen in den dritten Stock eines anderen Hauses zu schleppen. Deshalb liebe ich Herrn Claus, der mit seinem Sohn Thomas und einem Transporter beliebiger Größe zu meinen Umzügen kommt, alles zusammen für 40 Euro die Stunde. Seine Telefonnummer kursiert inzwischen unter Freunden und Kollegen, er ist schon mit meinem ehemaligen Chef umgezogen, mit meiner Freundin und meinem Ex-Freund.

Das heißt nicht, dass ich bei meinem eigenen Umzug die Hände in den Schoß lege. Es ist aber ungemein beruhigend zu wissen, dass jemand da ist, der klaglos die schweren Bücherkartons hochschleppt.

6. Rechne mit der Heimtücke der Vermieter!

Als ich neu war in Hamburg, wohnte ich zur Zwischenmiete - bei einem Studenten, der für ein Jahr ins Ausland ging. Als er zurückkam, wollte er verständlicherweise wieder in seiner Wohnung wohnen, und die Wohnungsübergabe war so nett, dass ich ganz vergaß, nach einem Übergabeprotokoll zu fragen.

Am Tag drauf rief er mich an und wollte das Zimmer noch mal gemalert haben, die Farbe sei nicht gleichmäßig aufgetragen. Zum wahren Eklat kam es aber erst später: Er beschuldigte mich, ich hätte ein Nilpferd-Brettchen mit eingebrannter Widmung seiner Mutter mitgehen lassen, und informierte darüber eben diese Mutter, die mich daraufhin anrief und wüst beschimpfte. (Ich schwöre: Dies hat sich wirklich genau so zugetragen!)

Große Hausverwaltungen und Wohnungsbaugenossenschaften gehen in solchen Angelegenheiten glücklicherweise etwas professioneller vor. Doch auch hier sollte man sich auf böse Überraschungen gefasst machen. "Keinesfalls Familien mit Kindern, keine jungen Paare, keine Selbstständigen, keine Menschen mit befristeten Verträgen - am liebsten ein kinderloser Single mit überdurchschnittlichem Gehalt" - diese Anforderungen an potenzielle Nachmieter teilte mir meine letzte Hausverwalterin mit.

Gegen Zumutungen dieser Art helfen nur starke Nerven und eine Mitgliedschaft im Mieterbund.

7. Sei Maklern gegenüber misstrauisch!

Im Krieg, in der Liebe und bei der Wohnungssuche ist alles erlaubt. Nirgends sonst wird so viel geschummelt, gelogen und schöngeredet. Bei einem Besichtigungstermin etwa wurde ich Zeuge, wie ein Mitbewerber den Makler mit den Worten umschleimte: "Meine Verlobte promoviert gerade, sie ist dann demnächst eine Frau Doktor Schmidt." Ob der Makler sich von dieser Information beeindrucken ließ, ist mir nicht bekannt. Ich zumindest habe die Wohnung nicht bekommen.

Ein schlechtes Gewissen müssen Wohnungssuchende aber deshalb nicht haben - schließlich verhält sich die Gegenseite ähnlich schamlos. Liegt die Wohnung direkt an einer sechsspurigen Straße, ist sie "zentral", "gemütlich" bedeutet garantiert winzig, dunkel und verwinkelt und welche Nebenkosten zur Miete hinzukommen, geben Makler oft erst auf Nachfrage zu.

Mein persönliches Highlight war eine bevorstehende Schwammsanierung, von der ich erst erfuhr, als ich bereits eingezogen war. Seitdem halte ich mich streng an die Devise: Vertraue niemandem - schon gar nicht, wenn er eine Wohnung loswerden will.

8. Wappne dich für die Zeit ohne Telefon und Internet!

Du willst am Montag nach dem Umzug aus dem Festnetz telefonieren oder online shoppen können? Vergiss es! Mein Rekord im Warten auf einen Telefonanschluss liegt bei zehn Wochen. Und natürlich kann der Telekom-Techniker den Anschluss nur im arbeitnehmerfeindlichen Zeitfenster zwischen 9 und 16 Uhr freischalten - plane also besser einen Urlaubstag dafür ein.

Oder noch besser gleich zwei. Nach meinem letzten Umzug etwa wartete ich den ganzen Tag vergeblich auf den bestellten Techniker. Es waren quälend lange Stunden des Wartens, in denen ich weder zu duschen noch staubzusaugen wagte, aus Angst, ich könnte die Klingel überhören. Am Ende beschied man mir in der Hotline, der Techniker habe versucht, mich anzuschließen, aber ich sei wohl nicht da gewesen. Eine Woche später hat es dann schließlich doch noch geklappt.

Ihr habt die Umzugstipps beherzigt und die Umzugscheckliste sogar schon abgehakt? Dann geht es an die Wohnungseinrichtung. Tolle Inspirationen findet ihr auf unserer Pinterest-Pinnwand

Text: Angelika Unger/fm; Checkliste: Bianca Gerlach

Wer hier schreibt:

Angelika Unger
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