"Glaubst du an die große Liebe?" 3 Generationen erzählen

Gibt es nun die große Liebe - oder ist sie nur ein Mythos? Wir haben drei Frauen aus verschiedenen Generationen nach ihren Erfahrungen gefragt.

Unsere Serie: "3 Generationen erzählen"

In der Redaktion diskutieren wir regelmäßig Themen, die uns selbst bewegen und beschäftigen - über die Partnersuche, wichtige Entscheidungen, die Eltern, die Schönheit, den Sinn des Lebens oder über unser Verhältnis zum Job. Dabei fällt immer wieder auf, dass die verschiedenen Generationen, die in unserer Redaktion vertreten sind, ganz unterschiedlich ticken.

Liebes-Signale deines Gesichts

Daher haben wir die Serie "3 Generationen erzählen" ins Leben gerufen, in der Frauen aus dem BRIGITTE-Kosmos zu Wort kommen. Es lohnt sich, immer wieder reinzuschauen! Heute ist die Frage dran: "Glaubst du an die große Liebe?"

Laura (18): "Es kommt auf die Beziehung an"

"Ich glaube nicht an den einen Seelenverwandten, der irgendwo auf der Erde herumschwirrt. Ich glaube viel mehr, dass es darauf ankommt, was ein Paar aus seiner Beziehung macht. Mit Glück kann sich der andere dann tatsächlich zur Liebe des Lebens entwickeln. Das ist doch besser, als auf den einen Traumprinzen zu warten und viel zu hohe Ansprüche zu stellen. Ist die Vorstellung nicht viel zu traurig, dass man nur eine Person auf der Welt richtig lieben kann – und die dann vielleicht gar nicht trifft? Man sollte sein Leben glücklich leben, statt auf jemanden zu warten, der vielleicht gar nicht kommt."  

Anna (32): "Ich glaube, dass sich zwei Menschen aus einem bestimmten Grund treffen"

"Ob ich an die große Liebe glaube? Na, und ob! Ich glaube zwar nicht daran, dass es nur die eine Person auf der Welt gibt, mit der man seelenverwandt ist und für immer zusammenbleibt – aber ich glaube an Schicksal und daran, dass sich zwei Menschen aus einem bestimmten Grund treffen. Und dass es sowas wie die größte Liebe im Leben gibt – eben die stärkste, die unerschütterliche. Die, die länger als ein paar Dates, ein paar Küsse, ein paar Urlaube lang hält. Und ja, die kann einem sogar auf den ersten Blick begegnen! Wenn ich so ein wissenschaftliches Geschwätz wie „Verliebtheit – das ist doch alles nur ein Fehler im Gehirn“ höre, werde ich sauer und sage: "Hört doch mal auf, alles im Leben verstehen zu wollen!" Liebe ist eine der wenigen Dinge, die man nicht wissenschaftlich erklären kann – und das ist verdammt noch mal gut so!"

Anna (73): "Ich habe sie gefunden"

"Klar glaube ich an die große Liebe – und vielleicht habe ich sie deshalb auch gefunden. Als ich jung war, hat mich dieser Glaube oder meine Sehnsucht nach dem ganz großen Gefühl in erster Linie angetrieben. Bis ich Anfang 30 war, habe ich nach meiner großen Liebe gesucht, ohne zu wissen, wie sie aussieht, wie sie sich anfühlt, was sie für mich bedeutet. Zum Teil war das ziemlich beunruhigend. Dann aber, als ich alt genug und bereit dafür war, fand ich meine große Liebe, und das Suchen hatte ein Ende. Ich fühlte, dass ich angekommen und in Sicherheit war und brauchte nicht mehr nach links und rechts zu schauen. In den rund 40 Jahren, die mein Mann und ich zusammen waren, hielt dieses Gefühl in mir an und auch jetzt noch, nach seinem Tod, spüre ich es. Für mich hat unsere Beziehung meinen Glauben nur bestätigt."