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Orbiting Was steckt hinter diesem fiesen Dating-Trend?

Orbiting: Frau sitzt mit ihrem Smartphone am Fenster und schaut hinaus auf die Straße
© GaudiLab / Shutterstock
Der Dating-Trend "Orbiting" ist doppelt perfide, weil die andere Person zwar da, aber unerreichbar ist. Was steckt dahinter?

Sicherlich hast du schon von dem Phänomen Ghosting gehört oder es beim Dating selbst am eigenen Leib erlebt: Beim Ghosting bricht der oder die andere ohne Begründung den Kontakt ab und verschwindet unerreichbar im Nirwana. Doch beim Orbiting geht die Person noch einen Schritt weiter und sendet widersprüchliche Signale.

Orbiting: Was steckt hinter dem Begriff?

Beim Orbiting verschwindet eine Person ebenfalls aus deinem Leben, wie beim Ghosting, indem sie nicht mehr auf deine Nachrichten, Nachfragen und Anrufe reagiert, in den sozialen Medien verhält sie sich aber weiterhin so, als bestünde Kontakt. Sie liked deine Bilder auf Instagram, reagiert auf deine Stories, kommentiert unter deinen Posts und interagiert mit deinen Beiträgen. Jedoch nur auf Social Media. Im echten Leben herrscht eine einseitige Funkstille.

Das Gefährliche am Orbiting

Dass eine Person, mit der du eigentlich in der spannenden Phase des Datings steckst, ohne Erklärung aus deinem Leben verschwindet, dich also ghostet, ist eine Sache. Du kannst dich nach einigen Kontaktaufnahmen aber frei dazu entscheiden, diesen Menschen auch aus deinem Leben zu streichen, wenn du das möchtest. Der Kontakt und die persönliche Beziehung bricht abrupt ab und ist damit beendet. Du kannst den Verlust auf deine Weise verarbeiten.

Beim Orbiting ist dieser Mensch aber nach wie vor ein Teil deines Lebens, wenn auch nur bei Instagram. Eine Abgrenzung fällt extrem schwer und die Hoffnung, dass ein Date ja doch vielleicht noch zustande kommen könnte, raubt dir unverhältnismäßig viel Energie. Man wurde nicht nur abserviert, man wird auch noch virtuell verfolgt. Das Verhalten ist so verstörend, weil es extrem gemischte Signale sendet: Der/die Orbiter:in scheint zwar Interesse an dir zu haben, ignoriert aber all deine Versuche, mit ihm oder ihr in Kontakt zu treten.

Die New Yorker Journalistin Anna Iovine hat den Trend zum ersten Mal beschrieben und nennt das Phänomen, das sie selbst und ihre Freundinnen erlebt haben, Orbiting ("Umkreisen"), weil der andere zwar sichtbar, aber nicht mehr erreichbar ist.

Orbiting: Warum verhalten sich Orbiter:innen so?

Dating-Expertin Persia Lawson sagte zu BBC Three, dass Menschen so etwas tun, um sich den anderen warmzuhalten. "Es geht darum, einen Fuß in der Tür zu lassen", meint sie. "Es ist eine Art, zu zeigen, ‘Hey, ich bin noch da' – ohne eine Beziehung einzugehen."

Weitere Gründe, aus denen Menschen zu Orbiter:innen werden:

  • Sie möchten sich alle Optionen offen halten.
  • Sie denken, du kannst nicht sehen, dass sie deine Stories bei Instagram anschauen.
  • Sie wollen doch keine Beziehung.
  • Sie sind an deinem Privatleben interessiert.
  • Sie haben narzisstische Züge.

Lawson hat die Erfahrung gemacht, dass manche Betroffenen geradezu besessen sind von ihren Orbiter:innen und ständig über dessen Beweggründe und Absichten nachgrübeln. Doch das sei reine Zeitverschwendung. Sie rät, die Person als Opfer zu blockieren und sie schnellstmöglich zu vergessen. Denn wer nicht antwortet, verdient auch deine Selfies nicht. Und sie weiß: Du wirst nie mehr von Orbiter:innen bekommen, als ein paar Brotkrumen.

Du wurdest nicht geghostet? Weitere Phänomene, vor denen du dich nach einem Date in Acht nehmen solltest: Negging, Benching und Hoovering

Verwendete Quellen:

Brigitte

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