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Liebe in der Pandemie 10 Paare erzählen: So hat Corona unsere Beziehung verändert!

Liebe in der Pandemie
© Tero Vesalainen / Shutterstock
Heute vor zwei Jahren wurde Sars-Cov-2 zum ersten Mal in Deutschland nachgewiesen. Was hat die Pandemie mit unseren Liebesbeziehungen gemacht? 10 Paare ziehen Bilanz.  

60 Quadratmeter, drei Zimmer, zwei Menschen im Homeoffice: Die Pandemie hat Paare dazu gezwungen, zusammenzurücken – wohl oder übel. Lockdowns und Lockdown lights, fehlende Freizeitangebote, Kontaktbeschränkungen und das Arbeiten zu Hause sorgten dafür, dass man sich auf der Pelle saß.

Manche mussten erkennen, dass die Liebe so viel Nähe gar nicht verträgt, andere wiederum erlebten eine ganz neue Intimität.

Paartherapeut:innen sind sich weitgehend einig, dass die Corona-Krise wie ein Brennglas wirkt: Tendenziell wurden erfüllte Beziehungen inniger, schwierige dagegen noch problematischer (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel).

Wie auch immer: Eine Pandemie bedeutet Stress, sei es wegen der Angst vor Ansteckung, vor dem Jobverlust, wegen finanzieller oder familiärer Schwierigkeiten. Und Stress tragen wir unweigerlich in die Partnerschaft hinein. Was hat das alles mit Paaren gemacht? Bei "Buzzfeed" haben zehn Frauen erzählt, wie Corona ihre Beziehung verändert hat.

"Unsere Prioritäten haben sich verschoben"

"Im März 2020 hatten wir unsere Hochzeitsplanungen fast abgeschlossen. Dann wurde er krank, nachdem ein infizierter Kollege ins Büro gekommen war. Es war wirklich schlimm – er konnte kaum atmen und ich hatte riesige Angst, ihn zu verlieren. Das veranlasste uns dazu, unsere Prioritäten zu überdenken und unsere Hochzeit nicht zu verschieben. Wir haben dann im Rahmen einer winzigen Zeremonie geheiratet, und unsere Freunde und Familie konnten das Ganze im Live Stream verfolgen." (hbmargo)

"Ich outete mich vor meinem Mann"

"In der Pandemie wurde mir klar, dass ich lesbisch bin. Nach 15 Jahren Ehe hatte ich vor meinem Mann mein Coming-out, und wir sind beide total aufgeregt, wohin uns unsere Leben führen werden. Wir haben jetzt eine bessere Beziehung als in den Jahren zuvor, weil es bei uns nichts mehr gibt außer Ehrlichkeit." (hotrobot11)

"Wir wissen jetzt: Wir sind gern zusammen"

"Wir waren zusammen in Quarantäne und unsere Beziehung ist viel stärker geworden, seitdem wir uns ganz darauf konzentrieren konnten. Und auch wenn wir manchmal voneinander genervt sind, haben wir festgestellt, dass wir einfach wirklich gerne zusammen sind." (andreajayde)

"Wir haben uns gegenseitig runtergezogen"

"Die Pandemie hat meinen Freund und mich mental sehr belastet. Wir waren arbeitslos, depressiv und gestresst und wir haben uns gegenseitig runtergezogen. Wir haben uns deswegen so scheiße gefühlt, dass unsere Beziehung wirklich gelitten hat, und das ist bis heute so. Zum Beispiel hatten wir 2021 nur einmal Sex. Wenn du dir Sorgen über so existenzielle Dinge wie Geld oder die Gesundheit machst, ist es wirklich schwer, auch noch Energie für die Beziehung aufzubringen." (aroc422)

"Die Pandemie hat mir die Augen geöffnet"

"Wir hatten eine Fernbeziehung und ich wollte ihn gerade besuchen, als die Pandemie ausbrach. Doch zum Glück habe ich es nicht geschafft, ihn zu besuchen — dadurch habe ich mir so viele Fehler mit der falschen Person erspart! Trotz der Distanz habe ich gespürt, dass ich mich bei ihm gefangen, ungeliebt, benutzt und unglücklich fühlte." (glitterhardcore)

"Ich weiß jetzt: Mein Mann ist meine Familie"

"Wir sind seit 15 Jahren zusammen und seit zehn verheiratet. Aber erst, seit ich durch Quarantäne, Covid, Jobverlust, Umzug und ein toxisches Familiendrama hindurch musste, verstand ich, dass mein Mann meine Familie ist." (seekyou)

"Trotz der furchtbaren Enge sind wir zusammengewachsen"

"Mein Mann und ich sind totale Gegensätze — er will mit mir rund um die Uhr zusammen sein, ich als Einzelkind brauche viel Zeit allein. Kurz vor der Pandemie sind wir in eine kleinere Wohnung gezogen, und das war an sich schon schwierig genug. Ich habe mich schon zu Beginn des Lockdowns so erstickt gefühlt, dass ich jeden Tag gut 15 Kilometer durch die Stadt gelaufen bin, nur um von Zuhause wegzukommen! Aber nach einem Jahr sind wir sehr viel enger zusammengewachsen. Ich kann mir mit niemand anderem vorstellen, in ein Haus gesperrt zu werden." (elleboogie555)

"Wir können alles zusammen überleben"

"Mein Partner und ich haben in der Pandemie geheiratet und Zwillinge bekommen. Wenn uns das eine Sache gelehrt hat, dann die, dass wir zusammen alles überleben können." (lalaloop235)

"Die gemeinsame Zeit hat uns gerettet"

"Ich war immer gern mit mir allein, aber kurz vor der Pandemie hatten wir eine Krise und erkannten, dass wir mehr Zeit zusammen brauchten. Dann kam die Pandemie, mein Mann wurde entlassen und plötzlich hatten wir die Zeit, die wir brauchten." (delorienaz)

"Ein zweites Kind mit dem Ex"

"Wir waren seit sechs Jahren getrennt, und er hat unseren Sohn nicht mehr gesehen, seit er sechs Monate alt war. Ich habe in einem Pflegeheim gearbeitet und so viele Menschen in der Isolation sterben sehen - und ich wollte nicht, dass mein Sohn aufwächst, ohne seinen Vater zu kennen. Also entschied ich mich, ihn anzurufen und ihn zu fragen, ob er unseren Sohn sehen wolle. Wir sind jetzt wieder zusammen und versuchen, noch ein Kind zu bekommen." (grocerygirl33)

sar Brigitte

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