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Stress, Streit, Konflikte 3 Beziehungsprobleme, die ihren Ursprung in der Kindheit haben

Inneres Kind in der Beziehung
© Alex_Maryna / Shutterstock
In jeder Liebesbeziehung sind vier Menschen involviert: zwei Erwachsene und zwei innere Kinder. Warum wir lernen müssen, die Wunden aus der Kindheit zu heilen, wenn wir gemeinsam glücklich werden wollen.

Du manipulierst deine:n Liebste:n mit passiv-aggressivem Verhalten, du schimpfst oder nörgelst wegen belangloser Kleinigkeiten, bist öfters unzufrieden, kannst aber gar nicht klar benennen, was dir in der Beziehung eigentlich fehlt? Oder du erlebst ein ähnliches Verhalten bei deinem Partner oder deiner Partnerin? Dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass die ungestillten Bedürfnisse eurer jeweiligen Kindheit anfangen, eure Beziehung zu zerstören.

Wenn deine Wunden nicht verheilt sind, blutest du auf Menschen, die dich nie verletzt haben. (Anonymous)

Die Rolle der Kindheit in der Beziehung

Die häufigsten Beziehungsprobleme werden von verletzten Anteilen unserer Persönlichkeit verursacht, die ihren Ursprung in der Kindheit haben. Wie gut eine Beziehung funktioniert, hängt daher stark davon ab, wie gut wir in der Lage sind, unsere inneren Kinder anzunehmen, sie zu trösten und zu heilen. Denn wenn das verletzte innere Kind, das sich vergeblich danach gesehnt hat, gesehen zu werden, im Erwachsenenleben anfängt zu schreien, nimmt die Beziehung Schaden.

Leider entfalten die kindlichen Verletzungen ihre destruktive Kraft auf eine Weise, die das erwachsene Selbst oft gar nicht versteht. Trotzdem liegt es in unserer Verantwortung als Erwachsene, unser inneres Kind zu heilen, egal, was wir erlebt und durchgemacht haben. Denn wenn wir aus einem Ort des Schmerzes, des Mangels und der Qual in eine Beziehung eintreten, schaden wir uns und unserem Gegenüber.

Daher müssen wir lernen zu verstehen, was uns schmerzt und warum. Wir müssen wissen, was wir brauchen, um zu heilen. Und wir müssen in der Lage sein, Menschen für das zu sehen, was sie sind, damit wir diejenigen wählen können, die uns auf unserer Reise zur Heilung begleiten können. 

Wir alle haben emotionale, körperliche und spirituelle Bedürfnisse. Werden sie in der Kindheit gestillt, wachsen wir als sichere Wesen heran, die in Kontakt mit ihren Gefühlen sind und diese auch kommunizieren können; außerdem sind wir in der Lage, unsere Emotionen zu regulieren. Wurden unsere Bedürfnisse nicht erfüllt, werden wir zu unsicheren, abhängigen und ängstlichen Menschen, die ihre Wünsche kaum kennen, sie nicht kommunizieren und ihre Emotionen nicht regulieren können.

3 typische Verhaltensweisen von Menschen, die ihr inneres Kind nicht geheilt haben

1. Bindungsprobleme

Menschen mit einer Bindungsproblematik sind so unsicher, dass sie die konstante Gegenwart und die verlässliche Zuwendung ihres Partners brauchen, um sich sicher zu fühlen. Andere ziehen es vor, Nähe zu vermeiden, weil sie die Anforderungen einer Beziehung als überwältigend empfinden. Beide Arten des Umgangs sind problematisch – und die Pole desselben Spektrums.

2. Kommunikationsprobleme

Wir kritisieren, beschuldigen oder blocken ab – dabei wollen wir doch nur, dass unsere Bedürfnisse gestillt werden. Mit solchen Verhaltensweisen schreit das verletzte innere Kind nach der Liebe und Fürsorge, nach der es sich vergeblich gesehnt hat. Damit zeigen wir auch unsere Unfähigkeit, klar und deutlich zu sagen, was wir uns wünschen, weil wir das nie gelernt haben.

3. Emotionale Regulationsstörungen

Ein Kind weiß nicht, wie es sich selbst trösten kann und braucht jemanden, der ihm das abnimmt. Wenn diese Person in der Kindheit fehlt, wächst das Kind unsicher und verängstigt auf, denn die Emotionen sind für das Kind zu groß, um sie selbst regulieren zu können. Diese Erfahrung macht es später auch dem oder der Erwachsenen schwer, die eigenen Emotionen zu regulieren. Wenn wir uns in bedrohlichen oder überwältigenden Situationen wiederfinden, fallen wir daher in kindliche Muster zurück: Wir werden fordernd und laut oder agieren passiv-aggressiv, damit unsere Bedürfnisse gestillt werden. Doch damit stoßen wir unser Gegenüber von uns weg - und sind mit unseren schwierigen Emotionen wieder allein. Ein Teufelskreis.

Nur wenn wir unser inneres Kind heilen, indem wir ihm mit Liebe und Zärtlichkeit begegnen, können wir jemand anderem erlauben, dasselbe zu tun. Dann hat unsere Beziehung eine realistische Chance, erfüllend und glücklich zu werden. 

sar Brigitte

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