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Die 4 Anspruchstypen der Liebe So beeinflussen sie unser Beziehungsglück

Ansprüche an die Beziehung: Ein Pärchen hält Händchen
© Kitja Kitja / Shutterstock
Schon mal das Gefühl gehabt, dass du eigentlich jemanden verdienst, der besser ist als dein Partner? Oder dass er jemand Besseren verdient als dich? Keine Sorge: Damit bist du nicht allein.

Ziele, Erfolge, Wahrnehmung, innere Einstellung – alles Dinge, mit denen wir uns (zu Recht!) oft und fleißig auseinandersetzen, wenn wir unserem Glück auf die Sprünge helfen wollen. Was wir dabei hin und wieder vernachlässigen: Unsere Erwartungen! Tatsächlich spielen aber auch die eine riesige Rolle für unsere Zufriedenheit – zum Beispiel in der Beziehung, wie eine Untersuchung der Bar-Ilan Universität in Israel zeigte. 

Die 4 Anspruchstypen in Beziehungen

Der Psychologe Sivan George-Levi hat in einer Studie 2014 zahlreiche Paare zu ihren Ansprüchen und Erwartungen an Partner und Beziehung befragt – und zu ihrer Zufriedenheit in der Partnerschaft. George-Levi konzentrierte sich dabei auf reifere, langfristige Beziehungen: Die Teilnehmer waren über 50 und bereits seit mehr als 20 Jahren zusammen.

Aufgrund ihrer Antworten hat der Psychologe die Befragten in vier Gruppen unterteilt, die vier Anspruchstypen:

  1. Der maßlose Anspruchstyp: Dieser Typ stellt sich häufig die Frage, ob sein Partner gut genug für ihn ist – und beantwortet sie nicht selten mit Nein. Maßlose Anspruchstypen haben sowohl in der Beziehung als auch sonst insgeheim das Gefühl, dass ihnen andere etwas schulden und sich um sie bemühen müssten. An ihrem Partner finden sie eigentlich immer etwas zu meckern und selbst nach Jahren in einer exklusiven Beziehung halten sie noch die Augen nach jemand Besserem auf. Ein alternativer Begriff für diese Gruppe: Der narzisstische Anspruchstyp ...
  2. Der hohe Anspruchstyp: Die Befragten, die diese Gruppe bildeten, stellten generell hohe Erwartungen an den Partner. So hielten sie es zum Beispiel für selbstverständlich, dass der andere ihre Bedürfnisse und Ansprüche spürt und erfüllt, ohne dass sie sie ihm erklären. Im Allgemeinen neigten sie dazu, mehr zu erwarten, als sie geben – und manchmal auch mehr, als ihnen zusteht ...
  3. Der unterdrückte Anspruchstyp: Für diese Gruppe ist typisch, dass sie sich tendenziell für nicht gut genug hält. Sie geht instinktiv davon aus, die Bedürfnisse und Interessen des Partners hätten in der Beziehung Vorrang gegenüber ihren eigenen. Wer in diese Kategorie fällt, hat häufig große Probleme, eigene Ansprüche und Wünsche auszusprechen und für sich einzustehen.
  4. Der bestimmte Anspruchstyp: "Ich verdiene einen Partner, der auf mich eingeht! Ich bestehe darauf, dass ich in einer Beziehung das bekomme, was mir zusteht! Ich finde, mein Partner kann froh sein, dass er mich hat!" Typische Grundsätze des bestimmten Anspruchstyps. Den Befragten, die zu dieser Gruppe gehörten, fiel es in der Regel überhaupt nicht schwer, ihre Wünsche und Interessen in der Partnerschaft auszusprechen und dafür, wenn nötig, auch zu kämpfen.   

Anspruchstyp und Zufriedenheit

Wie aber wirkt sich nun der jeweilige Anspruchstyp aufs Beziehungsglück aus? Obwohl die von George-Levi befragten Paare schon jahrzehntelang zusammen waren, ergab die Auswertung der Antworten hierzu ein klares Bild: Der maßlose und der unterdrückte Anspruchstyp fühlten sich in ihrer Beziehung eher unglücklich, der bestimmte und der hohe Anspruchstyp stuften ihre Zufriedenheit in der Partnerschaft dagegen als hoch ein – ebenso wie ihre Partner!

Die Erklärung des Psychologen: Wer sich selbst zu wichtig nimmt und deshalb zu hohe, maßlose Erwartungen an den Partner stellt (Typ 1), kann in keiner Beziehung glücklich werden – weil kein Mensch dazu imstande ist, seine Erwartungen zu erfüllen. Wer sich selbst allerdings als so unwichtig erachtet, dass er seine Bedürfnisse gar nicht erst äußert (Typ 3), hat eine ebenso geringe Chance auf echtes Beziehungsglück – denn wenn der andere unsere Wünsche nicht kennt, kann er sie auch nicht erfüllen. 

Dagegen haben, so George-Levi, die Typen 2 und 4 mit ihrer Anspruchshaltung an eine Partnerschaft bessere Chancen glücklich werden. Sie stellen zwar hohe, aber durchaus realistische Ansprüche, die der andere erfüllen kann (wer mit dem hohen Anspruchstyp zusammen ist, braucht zugegebenermaßen besonders viel Feingefühl, aber solche Menschen soll’s ja geben ...). Außerdem vermitteln sie ihrem Partner durch ihre Erwartungen das Gefühl, dass sie wirklich hundertprozentig in die Beziehung involviert sind, diese aktiv mitgestalten wollen – und ihn brauchen! Das wiederum erhöht auch die Zufriedenheit des Partners.

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