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Beziehung 4 Tipps für das erste Beziehungsjahr, die eure Liebe langfristig stärken

Beziehung: Ein Pärchen mit Gitarre beim Picknick im Park
© Sjale / Shutterstock
Im ersten Beziehungsjahr legen wir den Grundstein für unsere Partnerschaft. Diese Tipps von einem Therapeutenpaar können uns dabei helfen, unsere Liebe auf ein besonders solides Fundament zu stellen.

Statistisch gesehen trennen sich die meisten Paare in ihrem ersten Beziehungsjahr. Wer zusammenbleibt, bildet, meist ohne es wirklich zu merken, das Fundament für die weitere Partnerschaft und etabliert dabei wegweisende Grundzüge der gemeinsamen Zukunft. Umso wichtiger, dass wir probieren, unser erstes Beziehungsjahr positiv und möglichst so zu gestalten, dass es unserer Liebe beste Voraussetzungen bietet, sich zu entfalten und lange zu halten. Natürlich ohne uns dabei allzu sehr zu stressen. Die beiden Paartherapeuten Salvatore Garanzini und Alapaki Yee sind seit 16 Jahren glücklich liiert, haben also ihr erstes Jahr zusammen gut überstanden, und teilen im Blog des "Gottman Instituts" ihre persönlichen und professionellen Tipps.

4 Tipps für das erste Beziehungsjahr, die eure Liebe langfristig stärken

1. Gemeinsame Erlebnisse forcieren

Für das erste Date als Paar oder für die ersten gemeinsamen Unternehmungen in einer Beziehung empfehlen Salvatore Garanzini und Alapaki Yee, sich etwas vorzunehmen, bei dem ein konkretes Erlebnis im Mittelpunkt steht, nicht die Personen. Also z. B. eine Radtour, klettern gehen, Stand-up-Paddeln, Bungee Jumping oder auch ein Musical besuchen. Aber nicht im Café sitzen und sich unterhalten. Einerseits lernen wir den anderen bei einem gemeinsamen Abenteuer direkt in Aktion kennen und sehen, wie die Person mit Herausforderungen umgeht und ob sie offen für Neues ist etc.. Andererseits schaffen wir uns auf diese Weise Erinnerungen, die für immer in unserem Gedächtnis bleiben und die uns langfristig verbinden. 

2. Freiräume lassen

"In Beziehungen geht es darum, dem anderen zu erlauben, sich zu entfalten, weiterzuentwickeln und mit der Welt zu interagieren", so Salvatore Garanzini. Wenn wir das von Anfang an, also auch schon in unserem ersten Beziehungsjahr, berücksichtigen und in unserer Partnerschaft leben, wird es uns leichter fallen, die Eigenständigkeit und Individualität unserer:s Partner:in grundsätzlich und langfristig zu respektieren. Gerade in der ersten Beziehungsphase neigen viele Paare dazu, sich aneinander zu klammern und ständig zusammen zu hocken. Doch spätestens, wenn die Phase der Verliebtheit vorbei ist, brauchen und wünschen sich meist beide wieder mehr Freiraum und Abstand. Das ist völlig normal, denn langfristig kann eine Partnerschaft ohne individuelle Freiräume gar nicht funktionieren. Um uns nun die schwierige und zum Teil problematische Übergangsphase zwischen anfänglichem Klammern und langfristiger, gesunder Bewegungsfreiheit zu ersparen, raten die Experten, die Partnerschaft von vornherein mit einem liberalen Geist zu gestalten und uns gegenseitig zu erlauben, die Welt und uns selbst individuell zu erkunden. Schließlich bereichert das nicht nur jeden einzelnen Menschen, sondern auch die Beziehung.

3. Gesunde Verhaltensmuster etablieren

Wir können ein noch so harmonisches Dreamteam sein – früher oder später gibt es in jeder Beziehung Konflikte und schlechte Stimmung. Um uns darauf frühst- und bestmöglich vorzubereiten, empfehlen Salvatore Garanzini und Alapaki Yee, schon im ersten Jahr bewusst nach Strategien zu suchen, die Probleme lösen. Anstatt sie zu ignorieren und auszusitzen, was für viele Paare in der Phase der Verliebtheit nicht untypisch ist. Das heißt nicht, dass wir kleine Konflikte in der Anfangszeit gezielt aufbauschen sollten, ganz im Gegenteil: Sich bei Unstimmigkeiten von vornherein anzugewöhnen, sich auf das zu konzentrieren, was wir an dem anderen Menschen lieben und schätzen, kann eine mögliche Strategie oder Teil einer Strategie sein, um uns in einer konkreten Situation zu beruhigen und das große Ganze in den Blick zu rücken. Finden wir dann noch einen Weg, in so einem Moment gesund und offen miteinander zu kommunizieren, sind wir bestmöglich auf zukünftige Konflikte vorbereitet – und wenn wir Glück haben, ist das gut genug.

4. "Ja, und ..."-Einstellung

Für unsere Beziehungen und für unser gesamtes Leben legen uns die beiden Therapeuten eine "Ja, und ..."-Einstellung nahe – statt einer "Nein"-Haltung. Mit diesem Rat zahlen sie letztlich auf diese Weisheit ein, dass wir am Ende nicht bereuen, was wir getan haben, sondern das, was wir nicht getan haben. Gerade Partnerschaften, aber auch Freundschaften, sind ideale Verbindungen, um uns gegenseitig zu bestärken und Mut zu machen, an unsere Ideen zu glauben, unserer Intuition zu folgen, eigene Wege auszuprobieren und Wagnisse einzugehen. Und wenn wir damit gleich zu Beginn unserer Beziehung anfangen, schaffen wir beste Voraussetzungen, für eine spannende, weite und erfüllende gemeinsame Reise.

Verwendete Quelle: "The Gottman Institute" gottman.com

sus Brigitte

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