5 Gründe, wieso streitende Paare mehr von der Liebe haben

"Wir streiten nie" sagen manche Paare im Glauben, alles richtig zu machen. Dabei kann faires Streiten die Beziehung eher stärken als ihr zu schaden.

Es gibt sie fast in jedem Freundeskreis: Paare wie Maria und Jan. "Wir sind seit zehn Jahren zusammen und haben uns noch nie gestritten", sagt Maria. In ihrer Stimme schwingt Stolz mit. Die Logik der Liebes-Harmoniker: Was sich neckt, das liebt sich. Aber: Was sich liebt, das streitet sich nicht.

Dabei gibt es längst Untersuchungen, die an diesem Innigkeits-Idyll rütteln: So kam eine Studie der Universität Michigan schon 2008 zu dem Ergebnis, dass Paare, die sich streiten, eine höhere Lebenserwartung haben als solche, die ihren Ärger herunterschlucken. Der Psychologe John Gottman sagt, es ist nicht entscheidend, ob wir überhaupt streiten, sondern wie stark wir emotional verbunden sind – auch und gerade, wenn wir streiten.

Ganz wichtig: Es geht um faires Streiten. Verallgemeinerungen, persönliche Beleidigungen oder gar körperliche Übergriffe sind absolute No-Gos. Aber Paare, die fair und konstruktiv miteinander streiten, können ihre Beziehung sogar stärken. Warum?

1. Sie stehen zu ihrer Individualität

Unterschiede beleben eine Beziehung, denn: Wer mit abweichenden Sichtweisen konfrontiert wird, ist gezwungen, über sich und seine Gewissheiten nachzudenken. Merke: Nur weil man Teil eines Paares ist, muss man nicht seine Individualität aufgeben.

2. Sie sind nicht gleichgültig

Manchmal regt man sich unglaublich auf über etwas, was der Andere gesagt hat. Oder gerade NICHT gesagt hat. Man könnte schier ausrasten. Das Thema muss auf den Tisch! Merke: Wer Worte und Taten seines Partners ernst nimmt, zeigt damit, dass er der Beziehung nicht gleichgültig gegenübersteht.

3. Sie langweilen sich nicht

Kein Wölkchen trübt den Himmel, die Beziehung ist einfach perfekt? Oder könnte kein Streit womöglich auch bedeuten, dass es einfach keinerlei Reibungsfläche gibt? Diese Frage stellen sich Paare, die leidenschaftlich streiten, nicht. Sie sind viel zu beschäftigt damit, sich aufzuregen. Und später tollen Versöhnungssex zu haben ... Merke: Zu viel Harmonie kann als Nebenwirkung Langeweile auslösen.

4. Sie machen sich keine Illusionen

Spätestens, wenn die rosarote Brille abgelegt ist, sieht man, dass der Andere auch nur ein Mensch ist: mit Macken, Schwächen – und einem eigenen Kopf. Wer fair streitet, akzeptiert das und verliert sich nicht in Illusionen über Idealbilder. Merke: Der realistische Blick auf den Partner kann sehr liebevoll sein.

5. Sie wachsen miteinander

Entwicklung und Wachstum kann dort passieren, wo unterschiedliche Ansichten aufeinandertreffen. Wo verhandelt werden muss. Wo – um die Sache! – gestritten wird. Wo wir uns öffnen, obwohl wir davon überzeugt sind, Recht zu haben. Wo wir aufeinander zugehen. Merke: In der Auseinandersetzung steckt die Chance, dass wir uns weiterentwickeln.

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