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Beziehung 7 Anzeichen, dass du zu sehr liebst

Beziehung: Ein Paar in einem Kirschgarten
© Summer loveee / Shutterstock
Sogar mit der Liebe können wir es übertreiben. Diese Signale deuten darauf hin, dass unsere Liebe zu einem anderen Menschen ein gesundes Maß überschreitet.

Liebe ist etwas Wundervolles. Sie gibt uns Halt, macht uns glücklich, hält uns gesund und länger im Leben – in vielen Fällen überlebt sie sogar den Tod. Doch wie fast alles kann Liebe ein gesundes Maß übersteigen. Und wenn das passiert, kann das nicht nur dem liebenden Menschen schaden, sondern auch dem geliebten. Folgende sieben Punkte können Symptome von ausufernder Liebe sein, die langfristig belastend für die Beziehung und die involvierten Personen ist.

7 Anzeichen, dass du (einen) Menschen zu sehr liebst

1. Du verzeihst – wieder und wieder und wieder.

Einen Menschen zu lieben, erleichtert es uns, ihm zu verzeihen, wenn er uns verletzt und es ihm Leid tut. Doch es gibt Grenzen. Wer uns wieder und wieder und immer wieder verletzt, ist offenbar nicht in der Lage, auf uns einzugehen, Rücksicht auf unsere Gefühle zu nehmen und/ oder uns zu verstehen. Oder möchte es einfach nicht. Dieser Person dennoch stets von Neuem zu verzeihen, hieße, ihr mehr (Liebe, Verständnis, Rücksicht ...) zu geben, als sie verdient, und gleichzeitig für uns selbst zu wenig (Liebe, Verständnis, Rücksicht) zu beanspruchen. Deshalb kann es, wenn wir Menschen durchgehen lassen, dass sie uns immer wieder weh tun, ein Anzeichen sein, dass wir sie zu sehr lieben – sie und wir selbst uns aber zu wenig.

2. "Habe ich etwas falsch gemacht?" Du grübelst über Nichtigkeiten.

In einem gesunden Maß gibt uns Liebe Halt und Sicherheit im Leben, so befreit sie unser Denken von gewissen Ängsten und Sehnsüchten. Wenn sie dieses gesunde Maß jedoch übersteigt, kann es passieren, dass sie uns verunsichert und unsere mentalen Ressourcen übermäßig stark bindet. So fürchten wir uns dann zum Beispiel davor, etwas zu tun oder getan zu haben, das die Liebe des anderen Menschen zu uns schmälern könnte. Oder wir beziehen alle Handlungen oder Aussagen der Person auf uns und grübeln über die Bedeutung von Kleinigkeiten, die gar keine Bedeutung haben. Wenn unsere Liebe unsere Gedanken überbeansprucht und uns wiederholt in Grübeleien stürzt, die vorwiegend von Furcht und Verlustangst ausgelöst werden, ist sie möglicherweise zu extrem.

3. Dein Leben und deine Gefühlswelt drehen sich nur um die geliebte Person.

Wenn wir einen Menschen lieben, nehmen wir Anteil an seinem Leben, und es geht uns nahe, was ihm widerfährt und was er fühlt. Doch im Idealfall bleibt noch Raum für unser Leben und für das, was wir fühlen. Ausufernde Liebe kann dazu führen, dass wir unser eigenes Glück von dem Glück der geliebten Person abhängig machen. Dass wir unser Leben danach ausrichten, was ihr gut tut und was sie braucht, und dabei verlernen zu spüren, was wir brauchen – und wer wir sind. Wer sich zum Beispiel ständig Sorgen um einen anderen Menschen macht und dadurch nicht empfänglich ist für das, was ihm:ihr selbst widerfährt, mag eine übertriebene Liebe entwickelt haben. 

4. Du verausgabst dich, um gut genug zu sein.

In einer gesunden Beziehung, die von einer gesunden, ausgewogenen und beidseitigen Liebe getragen ist, können wir wir selbst sein, uns fallen lassen und entspannen. Wir wünschen uns, dass uns die andere Person positiv wahrnimmt und bemühen uns deshalb, ein guter Mensch und ein:e gute:r Partner:in zu sein. Doch im Idealfall beflügelt uns unsere Liebe – und im Extremfall laugt sie uns aus. Wenn wir meinen, schöner, klüger, fleißiger, organisierter, sensibler und noch mehr sein zu müssen, um zu verdienen, dass der von uns geliebte Mensch unsere Liebe erwidert, kann das ein Zeichen dafür sein, dass wir ihn idealisieren und in einem ungesunden Maße lieben. Oder dafür, dass wir uns selbst zu wenig achten.

5. Du gibst deine Träume und Ziele auf.

Liebe lässt uns Kompromisse eingehen und verschiebt sicherlich einige unserer Prioritäten. Zum Teil ist sie das auch Wert – eine tiefe, intime Beziehung zu einem Menschen ist grundsätzlich bedeutungsvoller als ein Karrieresprung oder eine Stadtwohnung. Sind wir jedoch dazu bereit, für unsere Liebe unsere Lebensträume und -ziele aufzugeben, unsere Überzeugungen, die mit der Verwirklichung unseres Selbst verknüpft sind, so kann das ein Anzeichen dafür sein, dass wir dieser Liebe zu viel Raum geben – und allem anderen zu wenig. Eine gesunde Liebe hilft uns in der Regel dabei, unsere Träume zu verfolgen. 

6. Du vernachlässigst andere Menschen.

Auch wenn wir Menschen in unterschiedlicher Weise und in unterschiedlichem Maße lieben: Im Idealfall steht uns eine Liebe nicht dabei im Weg, uns anderen Personen zu öffnen und mehrere intime Beziehungen zu pflegen. Übersteigerte Liebe, beispielsweise zu einem Partner, führt manchmal dazu, dass wir andere wichtige Leute in unserem Leben, zum Beispiel Freund:innen und Familie, vergessen und vernachlässigen oder dass wir uns neuen Bekanntschaften verschließen. 

7. Du definierst dich über dein Beziehung.

Die Beziehungen zu den Menschen, die wir lieben, sind ein wichtiger und großer Teil unseres Lebens und unserer Persönlichkeit. Doch sie sind nicht alles. Wenn wir als Mutter etwas tun, das dazu führt, dass unser Kind als erwachsene Person Probleme hat, die es aufarbeiten muss, heißt das nicht, dass wir im Leben und als Mensch versagt haben. Ja, vielleicht haben wir in dieser Beziehung einen Fehler gemacht. Aber wir haben unser Bestes gegeben, und mehr konnten wir nicht tun. Ebenso sind wir kein Totalversager, weil unsere Partnerschaft endet oder eine Freundschaft auseinandergeht. Wenn wir uns aber wie einer fühlen (würden), kann das daran liegen beziehungsweise darauf hindeuten, dass wir zu viel von uns in diese eine Liebe stecken und sie zu groß machen. 

Verwendete Quellen: inspiringtipps.com, psychologytoday.com

sus Brigitte

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