Partnerschafts-Test: Wie gut können Sie Grenzen setzen?

Nur wer in seiner Partnerschaft Grenzen setzen kann, hat Raum für die eigenen Wünsche - und Kraft für die Liebe.

Testen Sie, wie gut Sie Ihre Bedürfnisse kennen und diese in Ihrer Beziehung kommunizieren können. So geht's: Bitte wählen Sie die Antwort aus, die am ehesten auf Sie zutrifft. Das Besondere: Sie können auch zwei Antworten ankreuzen, um widersprüchliche Gefühle auszudrücken oder wenn die Antworten sich für Sie ergänzen.

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Ihr Partner geht einmal im Monat Karten spielen, schon seit Jahren, sein liebstes Ritual. Immer am ersten Donnerstag. Jetzt haben Sie aus Versehen für so einen Donnerstag ein wirklich nettes Paar eingeladen, mit dem Sie sich gern anfreunden würden. Was machen Sie?

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Eine gute Freundin hat entdeckt, dass ihr Mann sie betrügt. Außer von Ihnen bekommt diese Freundin viel Unterstützung von ihrer Tochter, die 18 Jahre alt ist und der die Mutter von der Affäre des Vaters erzählt hat. Wie beurteilen Sie die Situation?

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Eine andere Freundin von Ihnen hat einen neuen Partner. Große Liebe, alles gut. Bis auf eines: Hin und wieder trifft er sich mit seiner Ex-Freundin, die er seinen "besten Kumpel" nennt. Er hat von Anfang an ganz klar gesagt, dass er um jeden Preis an dieser alten Verbindung festhalten wird. Ihre Freundin hat trotzdem ein Problem mit dieser Situation. Was raten Sie ihr?

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Mit welchem Kinderspielzeug würden Sie eine Beziehung vergleichen?

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Bitte vervollständigen Sie den folgenden Satzanfang. In einer längeren Beziehung sind Alltag und Sex...

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Die Therapeutin und Autorin Berit Brockhausen schreibt: "Um die Beziehung harmonischer zu gestalten, sollte jeder weniger Abstriche machen." Diese Ansicht finden Sie...

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Sich verlieben, das bedeutet...

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Ein befreundetes Paar streitet sich auf der Party vor allen anderen. Weil alle schon ein bisschen angeheitert sind, fühlen einige Gäste sich aufgerufen, Partei zu ergreifen. Es geht zu wie in einer italienischen Filmkomödie. Am Ende versöhnen sich die Streitenden mit einem innigen Kuss, dafür gibt es sogar hier und da Applaus. Wie empfinden Sie das?

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Der amerikanische Beziehungsforscher John Gottman hat eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie viel Prozent der ehelichen Probleme unveränderlich sind, das heißt: Man hat eigentlich nur die Chance, sich mit ihnen abzufinden und sich Wichtigerem zuzuwenden. Was schätzen Sie, wie hoch der Anteil unveränderlicher Beziehungsprobleme laut Gottmann ist?

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Gute Freunde haben sich scheiden lassen, nach monatelangem Streit: mit gescheiterter Mediation, Ärger um Unterhalt und Sorgerecht usw. Jetzt haben sie nur noch den allernötigsten Kontakt miteinander, die Kinder- oder Hunde-Übergabe regeln sie per Mail oder SMS. Wie beurteilen Sie das?

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Ihre Freundin hat eine neue Beziehung, und alles läuft richtig gut. Die Eltern ihres Freundes sind begeistert von der neuen Quasi-Schwiegertochter, und um dem Paar den Start zu erleichtern, haben sie sogar eine Wohnung für die beiden gekauft. Was tun Sie?

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Sie kommen von der Arbeit und finden ein Chaos vor: Ihr Mann, der schon seit zwei Stunden wieder zu Hause ist, hat nicht nur keinen Handschlag im Haushalt getan, sondern sitzt auch noch völlig zufrieden in seinem absolut unaufgeräumten Arbeitszimmer und hört selbstvergessen alte Schallplatten. Was machen Sie?

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Am Anfang der Besprechung reden die Kolleginnen und Kollegen etwa eine Viertelstunde lang über das neue Baby einer anderen Kollegin und über Babys und Geburtserlebnisse im Allgemeinen. Sie sind etwas unter Zeitdruck. Wie empfinden Sie diese Situation?

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Bitte vervollständigen Sie das folgende Zitat so, wie Sie es für richtig halten. In ihrem Buch "Die Grenzen der Liebe" bezeichnen die Jellouscheks eine gelungene Partnerschaft als "Einheit aus zwei verschiedenen und unterschiedlichen Menschen, die diese Unterschiedlichkeit..."

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Was fällt Ihnen zum Thema Hochzeit ein, ganz allgemein oder in Erinnerung an Ihre eigene?

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Familienfeier, zum Beispiel Weihnachten. Jedes Jahr aufs Neue versucht eine Cousine, Sie mit passiv-aggressiven Sprüchen zu provozieren, nach dem Motto: "Oh, wie gut du wieder aussiehst, aber du musstest ja auch nicht 700 Kilometer Zug fahren." Wie reagieren Sie darauf?

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Die Grenzenlose
Was soll eigentlich dieses ganze Gerede über Grenzen? Die Mauern müssen weg! Sagen wir mal: Sie sind ziemlich gut darin, Grenzen zu verwischen. Die Bereiche innerhalb einer Partnerschaft, deins und meins, Job und Privatleben - für Sie sind das Grenzverläufe, die in einer idealen Welt eigentlich keine Rolle spielen sollten. Sie träumen davon, dass irgendwie alles zusammenpasst, dass alle miteinander klarkommen und dass die Beziehung umso besser wird, je mehr man miteinander teilt. Das Problem ist nur: Damit überfordern Sie sich und andere. Es kann sogar sein, dass Sie langsam ziemlich erschöpft sind, weil Sie permanent in die falsche Richtung rennen: Wieso läuft das hier nicht besser, ich öffne und öffne mich doch! Probieren Sie stattdessen, ob Sie sich stärkere Grenzen vorstellen können: mehr Zeit, mehr Bereiche für sich selbst; weniger zuständig sein dafür, wie's anderen geht; öfter dem Impuls widerstehen, die Dinge richten zu können. Sie sind nicht dafür zuständig, die Bedürfnisse anderer miteinander zu vereinbaren - sondern dafür, Ihre eigenen auf erwachsene und verantwortungsvolle Weise zu erkennen.
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Die Bestimmte
Kann es sein, dass bei Ihnen das Bedürfnis nach Abgrenzung oft größer ist als das nach Nähe? Sie brauchen Grenzen, um sich zurückziehen zu können, zur Ruhe zu kommen und Kraft zu schöpfen. Sie reagieren sehr empfindlich, wenn andere diese Grenzen überschreiten, möglicherweise aber auch dann schon, wenn Ihr Partner über Ihre Abgrenzung einfach mal reden möchte. Sie fühlen sich dadurch schnell in Frage gestellt oder unter Druck gesetzt. Denken Sie daran, dass Grenzen nicht nur klar, sondern auch beweglich, verhandelbar und durchlässig sein müssen. Oder, wie es die Jellouscheks schreiben: "Die Kunst der Grenzziehung besteht in der Balance zwischen Klarheit einerseits und Verbundenheit andererseits." Wenn zum Beispiel Ihr Partner mehr Zeit mit Ihnen verbringen oder mit Ihnen zusammenziehen will, heißt das nicht, dass er Ihnen Ihre Eigenständigkeit nehmen und Sie erdrücken will. Sondern erst mal nur, dass er darüber verhandeln will, ob Sie beide als Paar vielleicht neue, klare und durchlässige Grenzen aushandeln können. Betrachten Sie Grenzkonflikte nicht als Angriff, sondern als Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen.
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Die Abwägende
Sie haben offenbar eine realistische und dennoch optimistische Haltung zu Partnerschaft und anderen emotionalen Beziehungen, denn Sie wissen, dass die Liebe Grenzen braucht, innerhalb derer sie sich entfalten kann. Weil es Verschmelzung nur als romantisches Klischee der ersten Verliebtheitsphase gibt und weil im Wachsen einer Partnerschaft in Wahrheit zählt, auch auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten und Bereiche zu haben, in denen man sich um sich selbst kümmert. Sie haben begriffen, dass unser Bedürfnis nach Freiraum genauso stark ist wie das nach Nähe und dass wir beide Bedürfnisse nur befriedigen können, wenn wir unsere und die Grenzen anderer achten. Zugleich haben Sie ein gutes Gespür dafür, die Grenzen zwischen unterschiedlichen Ebenen des Lebens nicht zu verwischen: zum Beispiel die PaarEbene mit der Familien-Ebene, wenn Schwiegereltern sich durch übertriebene Fürsorglichkeit in Ihr Leben einmischen. Alles Grenzverletzungen, die Ihnen unbehaglich sind und die Sie nach Möglichkeit vermeiden. Zugleich erkennen Sie aber, dass Grenzen immer wieder neu verhandelt werden müssen. Klingt gut? Klar, aber Achtung: Weil das Thema Grenzen hinter vielen Beziehungskonflikten steckt, könnte es sein, dass Sie durch Ihr feines Gespür automatisch zuständig dafür werden, diese Konflikte auch zu lösen. Auch solchen Versuchen sollten Sie eine Grenze setzen.
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