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Liebesprobleme Das passiert, wenn du deine Gefühle in der Beziehung zurückhältst

Eine Frau sitzt bedrückt auf einem Sofa
© nenetus / Adobe Stock
Beziehungsführung ist ein ständiger und teilweise anstrengender Prozess. Gerade dann, wenn es um die Kommunikation von Gefühlen geht. Doch es gibt gute Gründe, die dafür sprechen.

Es gibt Dinge, die in Beziehungen manchmal nicht so laufen, wie wir uns das wünschen. Ob das nun Kleinigkeiten im Haushalt sind, bei denen es Reibereien gibt oder die Art und Weise, wie der:die Partner:in reagiert und uns damit verletzt. Oder eine Sorge oder Angst, die mit der Beziehung zu tun hat – beispielsweise davor, dass man selbst nicht genug ist. Viele Menschen haben das Problem, dass es große Überwindung kostet, über die eigenen Gefühle zu sprechen. Vor allem dann, wenn sie negativer Natur sind.

Das Unterdrücken von Emotionen kann auf Dauer zu diversen Veränderungen bei dir führen, unter anderem:

  • Ängstlichkeit, Nervosität, Stress oder Depression
  • Taubheitsgefühl
  • Vergesslichkeit
  • Übelkeit und Verdauungsproblemen
  • Müdigkeit/ Schlafprobleme
  • Muskelverspannungen
  • Appetitveränderungen

Wie es bei Problemen in Beziehungen oft abläuft

Im Streit gibt es meist eine Person, die sich letztlich beleidigt zurückzieht, sich nicht verstanden oder übergangen fühlt. Denn anstatt ein Problem zu schlichten und darüber zu sprechen, was ineinander vorgeht, beenden viele Menschen den Streit, wenn er zu kompliziert wird. Der Grund ist oft, dass es den Personen schwerfällt, richtig zu kommunizieren. Sie wollen sich oft nicht noch länger dem Gespräch stellen, vor allem da es mit einem erhitzten Gemütszustand durchaus schwierig ist, sich selbst noch adäquat auszudrücken. Am Ende des Streits sind die Partner:innen dann vor allem eins: enttäuscht.

Besser wäre es, sich die Zeit zu nehmen, um die Emotionen und Gefühle etwas sacken zu lassen und dann ruhig und neutral erneut miteinander zu sprechen. Denn wenn wir das Nicht-Aussprechen immer öfter zulassen, sorgt das nicht nur für eigene Probleme, sondern kann schlimmstenfalls zu einer Trennung führen. Schließlich werden möglicherweise weder wir noch das Gegenüber richtig verstanden.

Darum solltest du offen über deine Gefühle sprechen

Emotionen oder Zuneigung zu unterdrücken, kann weitreichende Probleme in einer Beziehung schaffen. Wer das Gefühl bekommt, dass der geliebte Mensch gar nicht auf die eigene Aussage reagiert, wird schnell frustriert oder wütend sein. "Dir ist alles egal", ist ein häufiger Vorwurf, der die steinerne Fassade des Gegenübers nur noch verstärkt. Während sich eine Person immer öfter ungehört und unverstanden fühlt, festigt sich bei der anderen das Gefühl, es nicht richtig machen zu können und besser beim Nichtssagen zu bleiben. 

Das Unterdrücken von Emotionen kann möglicherweise sogar zu mentalen und physischen Problemen führen, vermuten Studien. Laut einer Untersuchung führte Streit bei den beteiligten Menschen außerdem zu zwei Veränderungen: Die Forschenden denken, dass es einen Zusammenhang zwischen gescheiterten Ehen und einem erhöhten Cortisolspiegel bei Männern sowie einer höheren Stimmfrequenz bei Frauen in Streitsituationen geben könnte. Cortisol ist ein Stresshormon, das uns kurzfristig konzentrierter und leistungsfähiger macht, langfristig aber zu gesundheitsschädlichen Effekten führen kann. Einer anderen Studie zufolge könnte die Belastung beim Zurückhalten von Emotionen sogar zu einem verfrühten Tod führen. Allerdings ist weitere Forschung notwendig, um diesen Zusammenhang zu bestätigen.

Umso mehr Gründe, um das Schlichten von Problemen richtig anzugehen. Hier kommen unsere Tipps:

Sich den Gefühlen nähern

Nicht jede:r ist in der Lage, sofort über Emotionen oder Gefühle zu sprechen. Manche Menschen brauchen Zeit, um sich dem, was sie fühlen, überhaupt bewusst zu werden und weitere Zeit, um es zu verbalisieren. Wer für sich selbst Probleme mit dem Sprechen über Emotionen hat, kann damit beginnen, für sich selbst aufzuschreiben, was er:sie empfunden hat. Es kann auch helfen, zuerst mit guten Freund:innen oder einer neutralen Person wie einem:einer Therapeut:in über die Situationen zu sprechen und gemeinsam über die ausgelösten Gefühle zu sprechen. Wer Schwierigkeiten in der Beziehung hat und dadurch stark belastet ist, kann sich überlegen, professionelle Hilfe zu holen. Sie muss auch nicht zwangsläufig mit dem:der Partner:in beginnen, sondern kann sich zuerst nur auf die Probleme einer Person beschränken. Das hilft trotzdem allen Beteiligten in einer Beziehung.

Verwendete Quellen: openaccespub.org, dgpm.de, ncbi.nlm.nih.gov, psychologytoday.com, talkspace.com

lkl Brigitte

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