Ehewahrheit: "Allein zu zweit"

Seit Jahren kein Körperkontakt. Keine Gemeinsamkeiten. Liebe? Schon lange nicht mehr. Margas Entschluss nach 34 Jahren: Ich will diese Ehe beenden.

Ich bin seit 34 Jahren verheiratet und habe mich entschlossen, diesem für mich schon zu lange dauernden Alptraum ein Ende zu machen. Nach außen stimmt alles - keiner könnte sich vorstellen, dass es Probleme geben könnte. Aber es gibt nichts, was mein Mann und ich noch gemeinsam haben.

Es gab auch nie viel Gemeinsames. Mein Mann hat in allem die Entscheidung mir überlassen, nur wenn es die falsche war, hat er mir gezeigt, dass ich schuld bin. Wann immer ich mit ihm reden wollte, bekam ich als Antwort: "Weiß ich nicht, das musst du doch wissen, mach mal."

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Kein Körperkontakt - seit Jahren nicht mehr

Was ich auch getan habe, er hat es hingenommen. Vor Jahren bin ich einmal eine Nacht nicht nach Hause gekommen und habe woanders geschlafen. Bis heute hat er nicht gefragt, wo ich war. Wir leben nebeneinander her, jeder macht, was er will. Für meinem Mann ist nur eins wichtig: Er hat seine Ordnung, seine Wäsche ist sauber, sein Essen ist da, so wie er es gern hat, und er kann tun, wozu er Lust hat. Wehe, es kommt etwas anders, als er es gewöhnt ist - dann wird geschmollt.

Ein Eheleben im klassischen Sinne gibt es bei uns schon lange nicht mehr, seit Jahren haben wir keinen Körperkontakt mehr, nicht einmal Handgeben bei der Begrüßung oder eine Umarmung.

Es hat lange gedauert, bis mir all das so richtig bewusst geworden ist. Aber ich kann und will es nun auch nicht mehr ändern. Mein Entschluss steht fest: Ich werde diese Ehe beenden.

Meine Freunde waren sprachlos

Die einzigen, die mir wirklich glauben, sind meine Kinder. Nicht weil ich sie beeinflusst habe, sondern weil sie hinter die Fassade blicken können. Ich wollte lange genug durchhalten, bis sie erwachsen genug sind, sich selbst ihre Meinung zu bilden. Nun habe ich versucht, mit ihnen über meine Probleme zu reden. Ihre Reaktionen waren so aufbauend, dass ich nun endlich das tun kann, was ich schon so lange plane: wirklich allein sein und nicht allein zu zweit.

Einen Schritt habe ich schon getan: Ich war auf einer Geburtstagsfeier bei einer Freundin - allein. Jeder wollte wissen, wo mein Mann ist, denn das kannte keiner, wir sind bisher immer und überall gemeinsam erschienen. Ich habe gesagt, dass wir in Zukunft getrennte Wege gehen werden.

Als ich dann auch noch sagte, dass ich das so möchte und nicht mein Mann, waren erst einmal alle sprachlos. Mir ging es gut dabei: Ich habe den Mut gehabt, etwas zu sagen, nicht mehr allen die heile Welt vorzuspielen.

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