Ehewahrheit: "Ich lebte in Angst vor ihm"

In ihren Mann verliebt war Christina nie, aber bei ihm fühlt sie sich geborgen. Bis ihre Tochter Stefanie mit Down-Syndrom zur Welt kommt.

Als ich meinen Exmann kennenlernte, war ich 19 Jahre alt und sehr enttäuscht von der Liebe. Ich glaubte, eine Beziehung, die nur auf Verliebtheit basiert, könne nicht funktionieren. Darum ließ ich mich auf einen Mann ein, der mir scheinbar alle Vorzüge für einen Ehemann und Vater bot. Er war so anders als ich, gebildet, ehrgeizig, selbstbewusst, rhetorisch begabt, handwerklich begabt, aus guter Familie und hatte Abitur. Er hatte Ziele und schien zuverlässig. Und das Wichtigste: Er wollte nur mich!

Ich bewunderte ihn für seine Fähigkeiten, für seine Bildung, sein Ziel Forstwirtschaft zu studieren, für seine Erlebnisse, die er in Portugal auf einem Segelboot gemacht hatte. Er war stark, gab mir das Gefühl von Geborgenheit, und ich ließ mich führen. Verliebt war ich nicht, aber ich empfand Zärtlichkeit und Bewunderung, und dachte, das reicht, um eine Familie zu gründen.

Er drängte mich, eine Ausbildung zu machen, und nach meinem Examen ging er studieren. Finanziell kamen wir gut klar, arbeiteten in seinen Semesterferien im Wald und wurden von seinen Eltern unterstützt. Diese lehnten mich erst ab, aber als sie einsahen, dass sie Thomas nicht gegen mich beeinflussen konnten, gaben sie nach und akzeptierten mich.

Down-Syndrom - ein unglaublicher Schock

Ich merkte bald, dass er jähzornig und intolerant ist. Ich glaubte, das kompensieren zu können. Er liebte an mir meine Mütterlichkeit und meine Unterwürfigkeit. Nach seinem Studium kam das erste Kind. Es war exakt geplant, genau wie unsere Hochzeit, nur wegen steuerlicher und beruflicher Vorteile für ihn. Aber mir machte das nichts aus. Ich sah das pragmatisch.

Und ich wollte unbedingt Kinder, mindestens fünf. Er konnte mir den Rahmen für meine Wünsche liefern, finanzielle Sicherheit und geregeltes Leben, ein Zuhause. Als Forstbeamter stand ihm Diensthaus und Dienstwagen zu. Wir lebten in einem Traumhaus und zwei Jahre nach Johannes kam Stefanie auf die Welt.

Es war ein unglaublicher Schock, als wir zwei Tage nach ihrer Geburt erfuhren, dass sie das Down-Syndrom hat. Ich konnte es nicht glauben, es war der Absturz von höchster Seligkeit in den tiefsten Abgrund der Verzweiflung!

Ich selbst blieb auf der Strecke

Alle erwarteten von mir, dass ich stark bin und meinen Mann tröste, denn er war nicht in der Lage, mit dem Schock umzugehen. Ich stürzte mich in die Pflege und Förderung von Stefanie, er kaufte sich einen Hund und hatte kaum noch Zeit für seine Kinder.

Die erste Krise unserer Ehe, wir redeten nicht darüber, aber jeder dachte vom anderen, dass er ihm die Schuld für dieses Schicksal gab. Mir ist es gelungen, Stefanie optimal zu fördern, Johannes nicht zu vernachlässigen, aber ich selbst blieb auf der Strecke und verfiel immer öfter in Depressionen, die ich aber durch perfektes Funktionieren kompensierte.

Er versuchte mich zu vergewaltigen

1997 wollte ich wieder ein Kind. Ich wurde schwanger, aber es war eine Eileiterschwangerschaft. Nach dem Eingriff hatte ich eine starke depressive Phase. Aber mein Mann wollte das nicht sehen und akzeptieren, ich sollte funktionieren. Er versuchte mich zu vergewaltigen, aber es gelang ihm nicht, weil er zu betrunken war.

Unsere Ehe war damit am Ende! Er hatte den Respekt vor mir verloren und ich lebte in Angst vor ihm. Aber ich blieb, aus Angst, es allein nicht zu schaffen mit zwei Kindern.

Foto: Photocase
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Ehewahrheit: "Ich lebte in Angst vor ihm"

In ihren Mann verliebt war Christina nie, aber bei ihm fühlt sie sich geborgen. Bis ihre Tochter Stefanie mit Down-Syndrom zur Welt kommt.

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