Eifersucht bekämpfen: So schaffst du es

Sie nervt, tut weh und zerstört die Beziehung – drei Gründe, warum wir Eifersucht bekämpfen wollen. Zugegeben: Leicht ist es nicht. Aber es geht! Und wir verraten, wie.  

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Eifersucht ist wahnsinnig anstrengend! Wenn die Gedanken ständig um den Partner kreisen ... Was, wenn er mich hintergeht? Wenn er mich mit einer anderen betrügt? Wenn er sie mehr liebt als mich? Eifersuchtsgefühle sind teilweise so besitzergreifend, dass sie unser ganzes Leben beeinträchtigen. Und oft leidet dann nicht nur der Eifersüchtige darunter, sondern auch der Partner – und natürlich die Beziehung. Grund genug also, dass wir unsere (oder seine) Eifersucht bekämpfen! Allerdings müssen wir sie dafür zunächst einmal verstehen.

Eifersucht ist menschlich

Die beruhigende Nachricht als erstes! Praktisch jeder Mensch kennt Eifersucht. Das belegen einerseits diverse Umfragen: Im Schnitt geben um die 80 Prozent der Befragten offen zu, eifersüchtig zu sein. Andererseits gibt es eine ganz einfache Erklärung dafür, dass wir diese Gefühle mit den meisten unserer Mitmenschen teilen: Ähnlich wie Neid zeigt uns Eifersucht, wer (oder was) uns wichtig ist. Und das gibt uns im Leben Orientierung.

Kleines Beispiel. Wenn wir sehen, dass unser Partner einer hübschen Frau mit langen Beinen hinterherschaut und uns das eifersüchtig macht, zeigt uns das etwa, dass uns seine Aufmerksamkeit wichtig ist. Am liebsten wollen wir die einzige Frau sein, die ihn interessiert. Das ist nicht schlimm oder ungewöhnlich, schließlich ist er auch der einzige Mann für uns. In so einer Situation wäre es fast schon überraschend, wenn sich gar nichts in uns regen würde – außer natürlich, wir sind Mingle.

Wobei: Wenn wir das perfekte Selbstbewusstsein und ein unerschütterliches Selbstwertgefühl hätten, wären wir uns seiner Liebe vermutlich so sicher, dass so ein Blick unseres Partners keinerlei Eifersuchtsgefühle in uns wecken würde. Aber seien wir mal realistisch: Welcher lebende Mensch auf dieser Welt hat schon den absoluten, unverwundbaren Selbstwert??

Gesunde vs. krankhafte Eifersucht

Problematisch wird es allerdings, wenn aus einer erträglichen, kontrollierbaren und durchaus gesunden Eifersucht eine ungesunde wird. Eine, die uns nicht nur hier und da mal anpiekst, sondern unser Tun und unsere Gedanken übernimmt

In unserer Beispielsituation wäre eine gesund eifersüchtige Reaktion etwa, dass wir seinen Blick wahrnehmen, ein blödes Gefühl haben und irritiert sind, unseren Partner vielleicht darauf ansprechen ("Wow, hatte die schöne Schuhe, oder?!") und dann aber auch schnell wieder bei ganz anderen Dingen sind (Was gibt's zum Mittag? Fahre ich am Wochenende mal wieder zu meinen Eltern?).

Eine bedenkliche Reaktion wäre, wir registrieren seinen Blick und verlieren prompt den Faden zum Hier und Jetzt. Stattdessen schießen uns Gedanken in den Kopf wie Warum schaut er ihr nach? Kennt er sie? Will er was von ihr? Er liebt mich nicht! Meine Beine sind ihm zu fett! Wenn wir Pech haben, stellen wir uns sogar vor, wie er sie trifft, küsst, mit ihr schläft, über uns lacht. Und womöglich machen wir ihm eine riesige Szene und streiten uns furchtbar. So, so oder so – auf jeden Fall vermiest uns krankhafte Eifersucht komplett die Stimmung.        

Typische Anzeichen für ungesunde Eifersucht:

  • Häufiges Grübeln über Partner und Beziehung, besonders wenn er ohne uns unterwegs ist
  • Kopfkino und Fantasien davon, wie er fremdgeht
  • Starker Drang, Partner zu kontrollieren
  • Heimliches Kontrollieren seiner Privatsachen (Handy, E-Mails, Kleidung)
  • Heftige Selbstzweifel, große Unsicherheit und Verlustängste
  • Beziehungsprobleme wegen Eifersucht

Wem davon etwas bekannt vorkommt, hat ein bisschen was zu tun – denn Eifersucht bekämpfen ist nicht ganz so einfach wie einen Schnupfen loszuwerden. Aber wer die Kraft hat, das nagende Gefühl überhaupt zu ertragen, schafft es auch mit hundertprozentiger Sicherheit, ihm Einhalt zu gebieten.

Eifersucht bekämpfen in fünf Schritten

1. Akzeptieren

Wenn wir krankhaft eifersüchtig sind, sollten wir uns eingestehen, dass wir ein Problem haben. Unkontrollierbare Eifersucht ist nicht nur eine kleine Überreaktion oder eine Macke, sondern meist ein Zeichen dafür, dass unser Selbstwertgefühl zu schwach ist, um uns auf UNSEREM Lebensweg voranzubringen. Wir könnten der Eifersucht fast schon dankbar sein, dass sie uns darauf aufmerksam macht, ehe es zu spät ist.

2. Verstehen

Wenn wir akzeptiert haben, dass Selbstachtung und Selbstbewusstsein bei uns gerade im Keller sind, sollten wir klären, warum. Haben uns unsere Eltern früher ständig kritisiert? Wurden wir als Kind von den Mitschülern nicht akzeptiert? Hat uns unser Ex hintergangen? Oder hat uns sogar unser derzeitiger Freund schon betrogen? Wenn wir die Ursache für unser fehlendes Selbstvertrauen finden, werden wir dabei (hoffentlich!) im Nachhinein einsehen, dass es ein völliger Trugschluss war, uns deshalb nicht liebenswert zu fühlen.

3.Reden

Wir sollten unseren Partner einweihen und in unseren Kampf gegen die Eifersucht einbeziehen – insbesondere wenn er sie mit einem Seitensprung selbst ausgelöst hat. Wenn er uns liebt und wir ihm klarmachen können, was uns fehlt, um ihm zu vertrauen, wird er uns unterstützen und sich bemühen, es uns zu geben. Schließlich wollen wir beide das gleiche: Die Partnerschaft retten. 

4. Entwöhnen

Wenn wir spüren, dass die nächste Eifersuchtsattacke droht – weil wir kurz davor sind, heimlich sein Handy zu checken, oder uns auf einen Abend einsamen Grübelns einstellen, während er mit Freunden unterwegs ist –, sollten wir uns ablenken, und zwar mit etwas Schönem. Was Leckeres kochen, mit einer Freundin treffen, zum Yoga gehen oder die Lieblingsserie von vorne bis hinten durchgucken. Wenn wir es zwei, drei, vier mal schaffen, den schrecklichen Eifersuchtsgefühlen die Stirn zu bieten und sie durch schöne Erfahrungen zu ersetzen, schnallt unser Gehirn, dass es uns ohne Eifersucht viel besser geht und gewöhnt sich den Eifersuchtsimpuls nach und nach ab (Strategie funktioniert bei den meisten Formen von Sucht).

5. Frieden schließen – mit uns selbst

Tja, wenn das so einfach wäre, wie es sich sagt ... Aber früher oder später müssen wir uns damit abfinden, dass wir wertvoll und liebenswert sind, auch wenn wir nicht die straffsten Beine haben und einfach keine Witze erzählen können. Ein Weg, uns selbst besser zu akzeptieren, ist, uns mehr auf unsere Interessen zu konzentrieren und dem nachzugehen, was uns glücklich macht, anstatt uns mit anderen zu vergleichen oder fremden Erwartungen zu entsprechen. Wenn wir uns mit Menschen umgeben, die uns gut tun, Hobbys nachgehen, die wir lieben, und uns selbst mit unserer beruflichen Leistung überzeugen, kommt der innere Frieden von ganz allein. Und allerspätestens dann wissen wir, dass er uns nicht betrügt. Oder dass er uns nicht verdient, falls er es doch tut.

     

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