Erste Liebe: So prägt sie das ganze Leben

Die erste Liebe gehört für viele Menschen zu den prägendsten Erfahrungen überhaupt. Was sie so besonders macht und wie sie uns beeinflusst, liest du hier.

Erste Liebe: 4 Faktoren machen sie besonders (schön ...)

Schmetterlinge im Bauch, romantische Dates, zärtliches Näherkommen und starke Emotionen – die erste Liebe ist für die meisten Menschen besonders intensiv. Kein Wunder, schließlich zeichnen die erste Beziehung zahlreiche Dinge aus, die sie von all den nachfolgenden Partnerschaften unterscheiden ...

1. Viele erste Male

Der erste Kuss, das erste Mal Händchenhalten, der erste Sex, das erste Committment – und wahrscheinlich auch die erste Trennung, der erste Trennungsschmerz, der erste Liebeskummer und das erste Drüber-hinweg-kommen. All das macht die erste Liebe zu etwas ganz Besonderem – besonders aufregend, besonders intensiv, besonders einprägsam!

2. Unbefangenheit 

Die erste große Liebe gehen wir ohne eigene Vorerfahrung und damit weitgehend unbelastet an (abgesehen von den Traumata, die die Beziehung unserer Eltern hinterlassen haben 😅). Wir folgen unserem Gefühl, lassen uns voll und ganz darauf ein und leben frei (und ahnungslos) vor uns hin ... 

3. Idealismus 

Die meisten glauben bei der ersten Liebe, sie würde ein Leben lang halten – doch nur bei den wenigsten ist das der Fall. Unsere erste Liebe ist gefärbt von Träumen, Idealvorstellungen (z. B. aus Filmen und Geschichten), Hoffnungen und Optimismus. Und schon für die zweite gilt das in der Regel nicht mehr (so stark ...).

4. Geschönte Erinnerung

Rückblickend erscheint uns unsere erste große Liebe häufig noch schöner, als sie wirklich war – oder auch weniger schlimm. Bei den meisten Menschen fällt sie nämlich in eine Zeit, auf die sich der "Retro-Fehler" besonders heftig auswirkt: Jugend, Pubertät, frühe 20er. Erinnerungen an diese Jahre verklären wir tendenziell sehr stark zum Positiven, blenden negative Aspekte aus oder bewerten sie als weniger schlimm, als wir sie damals empfanden (mehr über den "Retro-Fehler" erfährst du in unserem Artikel).

Erste Liebe: Dazu ist sie da

Laut Psychologen hat die erste Liebe einen ziemlich konkreten Sinn: Sie ist dazu da, uns zu enttäuschen und zu desillusionieren. Das klingt jetzt vielleicht hart, ist aber in vielen Fällen notwendig und wichtig. Die meisten von uns wachsen nämlich mit einer seeeehr romantischen Vorstellung von Liebe auf und stellen grooooße Erwartungen an ihren ersten Partner – bis sie dann feststellen, dass der auch nur ein Mensch ist und eine Beziehung Kompromissbereitschaft, Pflege und Verantwortungsbewusstsein erfordert. Willkommen in der Wirklichkeit, Pocahontas! Schon die zweite Partnerschaft gehen die meisten Menschen mit deutlich realistischeren Vorstellungen an (wie oft man sich verlieben muss, bis es klappt, verraten wir dir in unserem Artikel).

Damit die Desillusionierung wirklich funktioniert, muss die erste Liebe allerdings (und auch das klingt jetzt hart) ein klares Ende finden. Läuft sich die Beziehung "irgendwie so auseinander", weil z. B. der Wohnort plötzlich nicht mehr der gleiche ist, besteht die Gefahr, dass wir an dieser Liebe festhalten – und mit ihr an unseren Illusionen ...

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Erste Liebe: 5 Dinge, die sie besonders prägt

So gut wie alle unserer Erfahrungen prägen uns auf irgendeine Weise – und diejenigen, die wir mit heftigen Emotionen verbinden, beeindrucken uns besonders stark. Wenig überraschend also, dass auch die erste Liebe bleibende Spuren in unserem Leben hinterlässt. Auf folgende Dinge wirkt sie sich jedenfalls bei den meisten Menschen spürbar aus. 

1. Ansprüche an die Beziehung

Wie gesagt: Es ist quasi die Aufgabe der ersten Liebe, überzogene Ideale zu zerstören und unsere Ansprüche und Erwartungen in den Rahmen des realistisch Möglichen zu bringen. In den meisten Fällen erfüllt sie die ganz gut. Doch natürlich versorgt uns die erste Liebe auch mit neuen Idealen: Was wir besonders genossen haben, wünschen wir uns auch in folgenden Beziehungen, was uns am schwersten enttäuschte, davor versuchen wir uns später am besten zu schützen. Somit setzt die erste Liebe den Maßstab, an dem wir alle weiteren Lieben messen.

2. Beuteschema

Ob wir wollen oder nicht: Unsere erste Liebe bestimmt zumindest ein Stück weit unser Beuteschema. Auch wenn uns am Ende das Herz gebrochen wird und wir eher im Schlechten auseinandergehen: Die Wahrscheinlichkeit, dass all unsere künftigen Partner unserer ersten Liebe wenigstens ein bisschen ähnlich sind, ist überaus groß.

3. Bindungsverhalten

Aus unserer ersten Beziehung lernen wir in der Regel am meisten – über uns, über unsere Sehnsüchte, über Ansprüche und Bedürfnisse auf Nähe und Distanz. Allerdings ist es leider nicht unbedingt so, dass wir die "Fehler" unserer ersten Partnerschaft niemals wiederholen. Im Gegenteil: Wenn wir uns unserem ersten Partner verschlossen haben, werden wir es bei unserem zweiten vermutlich noch mehr tun – es sei denn, wir suchen gezielt nach der Ursache unserer "Beziehungsangst" und arbeiten daran, sie zu überwinden. Sich mit der ersten Liebe aktiv auseinanderzusetzen und zu hinterfragen, warum die Beziehung endete, kann daher eine große Bereicherung für alle folgenden Partnerschaften sein.

4. Selbstbewusstsein

Bei der ersten großen Liebe machen wir zum ersten Mal die Erfahrung, dass wir liebenswert UND liebesfähig sind – und die ist für das Selbstvertrauen extrem wichtig! Verirren wir uns dagegen direkt zu Beginn unserer Liebes-Laufbahn in eine unerwiderte Liebe, kann das unter Umständen ziemlich schwer sein zu verkraften.

5. Erinnerung

Zugegeben: Wahrscheinlich erinnern sich die meisten Menschen an jede große Liebe ihres Lebens. Doch die erste hat bei vielen einen ganz besonderen Platz in ihrem Gedächtnis. Oft markiert sie einen Meilenstein auf dem Weg zum Erwachsenwerden, zudem lässt sie uns das erste Mal in unserem Leben spüren, wie tief (und komplex) die Emotionen sind, die in uns schlummern.

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