VG-Wort Pixel

Rezept für die Scheidung Diese 4 Dinge lassen jede Beziehung zwangsläufig scheitern

Eine Beziehung ist zerbrechlicher, als wir manchmal glauben mögen
Eine Beziehung ist zerbrechlicher, als wir manchmal glauben mögen.
© jiris / Adobe Stock
Beziehungen können ein fragiles Gut sein. Wie ein Psychologe verrät, gibt es vier Dinge, die sie ziemlich zweifellos auseinanderbrechen lassen.

Psychologe Professor John Gottman begleitet Paare seit über 40 Jahren durch die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung. Durch seine Arbeit konnte er vier Faktoren herausarbeiten, die über all die Jahrzehnte hervorstechen. Wenn in der Kommunikation eines Paares eines oder gar mehrere dieser vier Dinge vorkommt, rechnet zumindest der Psychologe mit einer kurz- oder langfristigen Trennung.

1. Übermäßige Kritik 

Erst einmal ist es absolut wichtig und in Ordnung, sich kritisch mit den Aussagen und Taten des Lieblingsmenschen auseinanderzusetzen. Nur weil man sich liebt, heißt das ja nicht, dass man alles am anderen grundsätzlich gutheißt. Im Gegenteil, Zwist in einer Beziehung ist sogar wichtig, denn nur so können Menschen miteinander Intimität aufbauen. Oberflächlich gesehen ist oft alles wundervoll, doch nur wer tiefer bohrt, Ecken und Kanten erkennt und lieben lernt, kommt sich näher.

Aber es gibt nicht nur konstruktive Kritik, die daran interessiert ist, dass sich beide weiterentwickeln in der Beziehung – es gibt auch destruktive Kritik, die verletzt und beleidigt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die eine Person die andere in ihrem Kern, ihrer Persönlichkeit, verletzt. "Du kommst zu spät, weil ich dir egal bin", kann dafür ein Beispiel sein. 

Jeder Mensch macht Fehler, es kommt aber darauf an, wie mit diesen Fehlern umgegangen wird. Im schlimmsten Fall impliziert eine Kritik, dass die andere Person auf einer tiefen Ebene schlecht oder falsch ist. Eine alternative Möglichkeit ist, eine Sorge oder Bitte zu äußern. "Du kommst immer mal wieder zu spät zu unseren Verabredungen. Das verletzt mich und ich habe dadurch ein wenig das Gefühl, dass dir unsere Treffen nicht so wichtig sind. Wie siehst du das?"

2. Geringschätzung der anderen Person gegenüber

Verachtung ist laut Gottmans Beobachtungen der größte Faktor für eine baldige Trennung. Diese Geringschätzung der anderen Person gegenüber kann sich auf unterschiedliche Weisen zeigen, zum Beispiel durch:

  • Sarkasmus
  • Beschimpfungen
  • Nachahmungen
  • Augenrollen bei Aussagen der anderen Person

Wie auch immer sie sich zeigt, gibt sie der anderen Person in der Beziehung das Gefühl, wertlos zu sein. Anstatt die Person kleinzumachen, sollten Paare, die eine glückliche und langfristige Beziehung führen wollen, lieber die Stärken des Gegenübers betonen, zum Beispiel mit ehrlichem Lob wie: "Ich liebe deinen Musikgeschmack!"

3. Ständige Defensive

Nicht immer können oder wollen wir im ersten Moment zugeben, wenn uns eine Person unsere Fehler spiegelt. Aber: Regelmäßige Versuche, sich aus allen Versäumnissen und Fehlern herauszureden, kann in einer Beziehung auf Dauer das Ende bedeuten. Noch schlimmer wird es, wenn sich nicht nur herausgeredet wird, sondern auch obendrein noch die Versäumnisse der anderen Person hervorgehoben werden. Das Leben ist nicht immer leicht und niemand braucht Angriffe aus einer Beziehung, die eigentlich ein sicherer Ort sein soll.

Viel konstruktiver ist es, die Verantwortung auch bei sich selbst zu suchen und Lösungen vorzuschlagen, zum Beispiel mit Sätzen wie: "Ich hätte das auch mal auf dem Schirm haben können. Lass es uns doch beim nächsten Mal so und so machen."

 4. Zur Wand für den:die Andere:n werden

Vom "Stonewalling" spricht man, wenn man dem:der Partner:in gegenüber im übertragenen Sinne die Zugbrücke hochzieht und Kommunikation unterbindet. Kein ermutigendes Zunicken mehr, kein Mitgefühl und kein Versuch, zu antworten und eine Verbindung herzustellen. Es ist, als würde die andere Person mit einer Wand reden.

So eine Verhaltensweise kommt selten von einem auf den anderen Tag – oftmals ist sie eine Reaktion auf die vorhergegangenen Punkte wie destruktive Kritik oder verachtende Umgangsformen. Klar ist: Ein Mangel an Kommunikation wird das Problem im Kern nicht lösen können. Nahezu jede Form von Kommunikation ist der Zurschaustellung einer Wand vorzuziehen.

Verwendete Quelle: spring.org.uk

cs Brigitte

Mehr zum Thema