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Frust mit Männern? 5 echte Experten-Tipps, wie du dich davor schützt

Frust mit Männern: Ein frustriertes Paar sitzt nebeneinander auf dem Bett
© NDAB Creativity / Shutterstock
Wer schon mal als Frau in einer Beziehung mit einem Mann gesteckt hat, weiß: Das kann ganz schön frustrierend sein! Attila Albert, seines Zeichens Beziehungscoach und Mann, verrät, wie wir unnötigen Frust vermeiden können.

Für eine Beziehung sind insbesondere Frauen oft bereit, sehr viel zu geben: Dem Partner verständnisvoll und hilfsbereit zu begegnen – sogar wenn er vielleicht der völlig Falsche ist. Einige betätigen sich in ihrer kostbaren Freizeit auch mit Hingabe als ehrenamtliche Psychiaterinnen und Therapeutinnen. Fachrichtung: komplizierte Kerle. So investieren viel Zeit und Mühe  – und am Ende bleibt ihr Partner doch, wie er war. Zwar ist es sinnvoll, sich darum zu bemühen, den anderen zu verstehen, die Beziehung zu erhalten. Aber es gibt Grenzen. Und beide Seiten müssen ihren Teil beitragen. Hier sind 5 Tipps, die dir helfen können, deinen Partner als ebenbürtigen Erwachsenen zu sehen. Nicht als jemanden, den du zuerst retten, heilen oder ändern musst.

5 Tipps, mit denen du dir Enttäuschungen in der Beziehung ersparen kannst

1. Werde nicht zur Hobby-Psychiaterin

Es ist beliebt geworden, sich auffälliges Verhalten mit psychiatrischen Selbstdiagnosen zu erklären: Ist er eventuell ein Narzisst, Borderliner oder Psychopath? Möglich. Vielleicht hat er aber nur einen problematischen Charakter. Für eine ernsthafte Diagnose müsste ihn ein Profi befragen und beurteilen. Alles andere ist Rätselraten. Männer, die du dir nur mit psychiatrischen Diagnosen erklären können, solltest du an einen Experten empfehlen. Ansonsten: Gar nicht erst damit beschäftigen, du verschwendest damit deine Zeit!  

2. Entschuldige nicht jedes Verhalten

Manche verständnisvolle Frau musste feststellen, dass ihr Mann sehr wohl für Beziehung, Heirat und Kinder bereit war – nur eben mit einer anderen. Dass er sehr wohl charmant sein konnte  – sobald sein Chef daneben saß. All die schönen Entschuldigungen, die man sich bereitgelegt hatte, galten dann scheinbar doch nur begrenzt. Es stimmt: Jeder Partner hat seine Eigenheiten, die man in einer Beziehung mit liebevoller Geduld hinnehmen kann. Aber ein Mindestmaß an Kommunikation, Engagement und Benehmen müssen sein.

Coach und Buchautor Attila Albert
Attila Albert ist zertifizierter Coach und Autor. In seinem Buch "Ich mach da nicht mehr mit" gibt zahlreiche Tipps, wie wir achtsamer mit uns und unseren Ressourcen umgehen können.
© Attila Albert / Privat

3. Gedankenlesen ist nicht deine Aufgabe

Manche halten Männerköpfe für Kristallkugeln und wollen unentwegt hineinspähen: Welche Gedanken könnte man herauslesen, welche verborgenen Wünsche finden und erfüllen? Problematische Beziehungen erwecken da einen ganz falschen Ehrgeiz: "Mein Partner spricht nicht mit mir! Das kann nur bedeuten, dass wir uns ohne Worte verstehen." Autismus ist allerdings eine Krankheit. Kein Lifestyle, den man begeistert anstreben sollte. Du bist nicht dafür da, ständig die Bedürfnisse des anderen zu erahnen. 

4. Sprich mit ihm, nicht über ihn

Viele sprechen mit allen möglichen Menschen über das Seelenleben ihres Partners – nur nicht mit ihm. Bestätigt Mama, dass er sich unangemessen verhält? Was sagt die kleine Schwester und die beste Facebook-Freundin? Ein Gespräch mit einer Vertrauensperson kann hilfreich sein. Generell solltest du Beziehungsprobleme aber mit deinem Partner besprechen. Könnt ihr überhaupt miteinander reden: Einander aussprechen lassen, zuhören, angemessen reagieren? Wenn nicht, hat die ganze Beziehung wenig Zukunft.  

5. Hilf bei Bedarf, aber nicht ständig

Falls du tatsächlich gern als Therapeutin oder Sozialarbeiterin tätig sein möchtest, solltest du eine entsprechende Weiterbildung machen und dich anschließend pro Gespräch bezahlen lassen. Oder dir alternativ ein Ehrenamt suchen, in dem du anderen helfen kannst. Eine Beziehung ist der falsche Platz für Dauerhilfe: Ständige Einseitigkeit bringt die Partnerschaft in Schieflage, überlastet dich und entmündigt deinen Partner. Eine Beziehung, die nur auf Mitleid beruht, solltest du beenden – und dann bestenfalls locker bekannt bleiben.

Jede dieser fünf Grundregeln hilft dir dabei, die Balance zwischen Nehmen und Geben wieder herzustellen. Du bist für dich verantwortlich und erschöpfst dich nicht mehr damit, einen anderen Erwachsenen umzuerziehen oder zu etwas zu drängen. Beispiel: Wenn dein Partner seit zehn Jahren immer neue Erklärungen findet, warum er nicht mit dir zusammenziehen kann. Du verschwendest deine Zeit. Widme deine Kraft lieber eigenen Aktivitäten. So bist du eine attraktive, selbstständige Partnerin, die für jemanden interessant ist, der deine grundlegenden Vorstellungen teilt und ähnliche Ziele wie du hat. 

Mehr Tipps und Weisheiten von Attila Albert kannst du in seinem Buch "Ich mach da nicht mehr mit" (192 S., 16,99 Euro) nachlesen, erschienen bei Gräfe und Unzer.


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