Geklärt: Darum geben Männer Liebe so schlecht zurück

Bedingungslose Liebe erwarten, aber selbst nichts zurückgeben: Darum tun sich viele Männer so schwer damit, auch für die Partnerin da zu sein.

So findest du in nur 15 Minuten heraus, ob er der Richtige ist

Warum können Männer so schlecht Liebe zurückgeben?

"Wieso können Männer nicht das geben, was sie sich selbst in einer Beziehung wünschen?

Männer wollen, dass die Freundin für sie da ist, dass man nach einem stressigen Tag nach Hause kommen und sich dort fallen lassen kann, dass dort heile Welt herrscht.

Die Partnerin soll ihm zuhören - ohne den Besserwisser zu spielen - und ihn
auffangen, ihm Mut machen, bei allem zu ihm stehen und ihn allen Ärger vergessen lassen.

Aber warum können Männer oft nicht das Gleiche für Ihre Freundin tun? Warum gehen sie unseren Komflikten lieber aus dem Weg, bis sich alles wieder beruhigt hat?"

 - Verena, via E-mail

So taust du kalte Schultern auf!

Das ist ein Problem, das man zum Glück nicht auf alle Männer übertragen kann. Im Gegenteil: Vermutlich gucken genau jetzt Tausende von Männern traurig in ihre Bierflaschen und klagen darüber, dass ihre Partnerin so distanziert ist (natürlich bei ihrem Kumpel, es wäre ja verrückt, Beziehungsprobleme direkt mit der Freundin zu besprechen).

Aber trotzdem gibt es natürlich viele solcher Kerle, für die Liebe eine eher einseitige Dienstleistung ist. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist: Das kann zwei verschiedene Ursachen haben, eine davon ist "heilbar". Du hast also eine solide 50-50-Chance, dass er damit bald aufhört!

Grund 1: Er ist einfach eine zu coole Sau für gefühligen Kram wie "Gespräche" oder "Zärtlichkeiten"


In dem Fall ist er schlicht Opfer einer klassischen Männerfalle geworden: Wer sein Leben lang zu hören kriegt, dass Jungs nicht weinen und Männer härter sind als Schwedenstahl, glaubt das halt irgendwann. Und dann soll man plötzlich offen reden, für die Frau da sein, gar Gefühle zeigen? Nur, weil ihr das jetzt so in den Kram passt? No way, gelernt ist gelernt.

Wenn das auf deinen Partner zutrifft, hast du Glück, denn hier hast du gute Besserungschancen. Die ganze Idee des harten, schweigsamen Kerls ist dermaßen albern, dass die meisten Betroffenen eigentlich selbst gar keine Lust drauf haben. Den Hinweis, dass du dich langsam ausgenutzt fühlst, wenn nichts von ihm zurückkommt, versteht jeder Mann. Es klingt unromantisch, die Liebe auf eine nüchterne Einzahlungs-Ausgabe-Rechnung zu reduzieren. Aber genau dieses konkrete Ungleichgewicht kann niemand als gefühliges Wischi-Waschi abtun. Du tust mehr für ihn als er für dich. Punkt. Wenn er sieht, was für eine schlechte "Investition" er für dich ist, wird er schnell an sich arbeiten. Und dann auch bald merken, dass er sich zu keiner lästigen Aufgabe verpflichtet, sondern euer ganzes gemeinsames Leben auch für ihn plötzlich viel besser wird. Win-Win!

Grund 2: Ist halt dein Job, nicht seiner!

Doch, die gibt's auch heute noch: Männer, deren Welt klar in weibliche und männliche Jobs aufgeteilt ist. Hier der energische Kerl, der kämpft und Härte zeigt. Auf der anderen Seite die Frau, die ihm eine sichere Heimat gibt, ihn stützt, stärkt und tröstet. Hat er bei Mama so gelernt, fand er super, und jetzt ist er total verstört, dass das bei erwachsenen Menschen irgendwie nicht funktionieren soll. "Was soll ich? Ein offenes Ohr haben? Einen tröstenden Arm? Eine liebevolle Geste?" Wenn so ein Mann DAS hört, guckt er geschockt wie ein Kind, dem der Weihnachtsmann die Geschenke klaut. Der Deal soll andersrum laufen. Aus Prinzip, verdammt!

Du kannst probieren, ihm sanft beizubringen, dass keine Liebe der Welt so einseitig glücklich sein kann. Dass jeder Mensch ein Grundrecht auf schlechte Laune hat, und in einer Beziehung beide mal für den anderen einen Scheißtag besser machen müssen. Aber das wird wenig bringen, zu tief sitzt bei ihm die Vorstellung der "nährenden" Frau, die den Mann "auffängt" und den Mund höchstens für Zuspruch, Trost und Oralsex aufmacht.

Aber selbst dann hast du Glück: Ein deutlicheres Signal für Beziehungsunfähigkeit gibt es nicht. Also, schnell weg! Oder willst du ihm bis ans Lebensende nach Feierabend Füße und Ego massieren? Das geht eine Weile gut, aber selbst wenn du es tatsächlich schaffst, ihm für seinen Egoismus nicht irgendwann eins mit der Bratpfanne überzuziehen, findet er dich nach einiger Zeit langweilig und verlässt dich für eine andere. Also, gar nicht lange fackeln, weg mit ihm!

Männer, was soll das?

Jede Woche beantwortet Redaktions-Mann Henning an dieser Stelle Fragen zu männlichen Eigenarten. Auch irritiert von Mann, Freund oder Liebhaber? Schreibe uns deine Frage auf Facebook, Snapchat, Whatsapp oder per Mail an maennerfragen@brigitte.de.

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