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Gottmann-Konstante Glückliche Paare befolgen die 5:1-Regel – ihr zufällig auch?

Gottmann-Konstante: Ein Pärchen fährt zusammen Fahrrad
© 4 PM production / Shutterstock
Regeln und Tipps für Beziehungsglück gibt es Dutzende – die als Gottmann-Konstante bekannte 5:1-Regel ist aber nicht nur super praktisch, sondern auch psychologisch fundiert. Was dahintersteckt, liest du hier.

Jede Partnerschaft hat ihre positiven und negativen Seiten. Mal schweben wir auf Wolke Sieben und unser Alltag zu zweit (plus Kids gegebenenfalls) ist geprägt von Harmonie, Liebe und Intimität. Mal fühlt es sich an, als wäre unsere Beziehung ein Minenfeld, durch das wir gehen mit dem Gefühl, dass nur ein falscher Schritt das Ende bedeuten könnte.

Der US-amerikanische Psychologe John Gottmann hat netterweise jahrzehntelang daran geforscht, wie wir uns einen sicheren Weg bahnen können durch diesen Parcours aus Minenfeld und Wolke Sieben und wie wir die besten Chancen auf langfristig funktionierende Beziehungen haben. Tatsächlich hat der Wissenschaftler eine erstaunlich einfache Regel gefunden, auf die alles hinauszulaufen scheint: Die 5:1-Regel, auch bekannt als Gottmann-Konstante.

Was besagt die 5:1-Regel?

Die 5:1-Regel besagt:

  • Um eine negative Interaktion mit deinem Partner wieder auszugleichen, musst du im Verhältnis mindestens fünf positive Interaktionen mit ihm durchführen.

Das heißt, wenn wir unseren Schatz zum Beispiel anpampen oder ihn warten lassen oder sonstwie verletzen oder beleidigen, sollten wir tunlichst dafür sorgen, dass wir ihm hinterher erstens schön den Arm streicheln, zweitens ein Kompliment machen, drittens ein Küsschen geben, viertens etwas Leckeres kochen und ihm dann fünftens beim Essen ganz geduldig und verständnisvoll zuhören, damit er merkt, wir sind für ihn da. Falls alles so bei ihm angekommen ist, wie wir es meinten, ist unsere Pampigkeit damit vergeben und vergessen und unsere Beziehung wieder im Gleichgewicht.

Zugegeben, das klingt fast schon zu banal und mathematisch, um wahr zu sein, doch Gottmann hat sich diese Formel nicht einfach so ausgedacht. In seinen Experimenten hat der Psychologe zahlreiche Paare getestet und beobachtet, unter anderem in Konfliktsituationen, und immer wieder bestätigte sich die Regel: In stabil-glücklichen Beziehungen betrug das Verhältnis von positiven zu negativen Interaktionen mindestens 5:1, in instabil-unglücklichen Partnerschaften waren die negativen Berührungspunkte relativ gesehen mehr.

Was bedeutet die 5:1-Regel für uns?

Einerseits können wir aus dieser Regel nun eine Anweisung für unser eigenes Verhalten ableiten: Wenn wir unserem Schatz weh tun, lässt sich das nicht mit einer einfachen Entschuldigung wieder aus der Welt schaffen, zumindest nicht nachhaltig. Wir müssen uns schon mehr ins Zeug legen und er muss auch bereit sein, unsere Mühen anzuerkennen und positiv wahrzunehmen, sonst bringt es nämlich nichts. Von daher könnten wir vielleicht ab sofort lieber von vornherein einen Moment länger darüber nachdenken, ob eine Verletzung wirklich sein muss oder ob sie vermeidbar wäre, anstatt sofort loszuschießen.

Andererseits können wir die Regel benutzen, um unsere Beziehung zu reflektieren und auf ihre Stabilität zu überprüfen: Kommen bei uns auf eine negative Interaktion weniger als fünf positive? Dann sollten wir vielleicht an unserer Partnerschaft arbeiten, wenn wir sie noch ewig weiterführen möchten. Oder erfüllen wir die Konstante oder überliefern sogar? In dem Fall können wir schon mal anfangen zu planen, wie wir gemeinsam alt werden wollen.


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