Beziehungsexperte verrät: Aus diesem Grund trennen sich die meisten Paare

Affären? Keine Kohle? Böse Schwiegermutter? Lauter mögliche Stolpersteine, an denen Beziehungen zerbrechen können. Doch der häufigste Grund für Trennungen ist laut dem US-amerikanischen Psychologen John Gottman ein anderer.

Es gibt so einige No-Gos in einer Beziehung! Gewalt zum Beispiel. Oder Narzissmus (ggfs. auch weiblicher Narzissmus). Oder ein Vertrauensbruch, der so eingeschlagen hat, dass sich die Scherben hinterher nie mehr kleben lassen. Dass solche Dinge oft zu einer Trennung führen, ist klar. Doch laut dem US-amerikanischen Psychologen John Gottman trennen sich die meisten Paare aus einem ganz anderen Grund – und den haben vermutlich viele gar nicht sooo weit oben auf dem Zettel.

Diese Alltagssituation birgt das höchste Trennungsrisiko

Den Studien des Beziehungsexperten zufolge lässt sich das Trennungsrisiko von Paaren mit einer 94-prozentigen Sicherheit anhand einer Alltagssituation vorhersagen: Streit! Genauer gesagt geht es um die Art und Weise, wie die Partner sich streiten bzw. wie sie im Streit miteinander umgehen. Oh weia ...

Streit und Konflikt gibt es bekanntlich in jeder Partnerschaft, selbst in der gesündesten. Schließlich bleiben zwei Menschen in einer Beziehung zwei eigenständige Persönlichkeiten mit individuellen Ansichten und Bedürfnissen – und die sind nunmal nicht immer jederzeit gleich oder lassen sich stets auf einen Nenner bringen (mehr dazu erfährst du übrigens in unserem Artikel "Welche Konflikte lassen sich nicht lösen?"). 

Aber wie streiten denn Paare, denen Gottman eine getrennte Zukunft prognostizieren würde? Und wie solche, die der Psychologe zusammen alt werden sieht? Wie das Online-Portal "Psychology Today" schreibt, lautet das Gottmansche Zauberwort, das Paare mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später auseinander bringt, contempt, d. h. Missachtung, Geringschätzung oder auch Ignoranz.  

  • Pff, du hast doch keine Ahnung!
  • Das hast du mir sicher nicht gesagt!
  • HÖR DU MIR DOCH ERSTMAL ZU!
  • Steiger dich mal nicht in alles immer so rein!
  • Mir egal, was du dazu meinst.

Schon mal gehört? Tja! Solche Äußerungen sind nämlich typische Ausdrücke von Geringschätzung ...

Wörter im Streit: Paar sitzt auf Couch

Wut ist besser als Missachtung

Zugegeben: Wenn man sich fetzt, ist es nicht ungewöhnlich, gegenüber dem anderen eine gewisse Abneigung und Verachtung zu empfinden. Im Gegenteil: Es ist durchaus normal und üblich. Allerdings liegt es in unserer Hand, ob wir uns diesen Gefühlen hemmungslos hingeben und sie unserem Partner gegenüber äußern, oder ob wir – bei aller inneren Genervtheit – einen respektvollen, wertschätzenden Ton wahren. Keine Sorge! Das heißt nicht, dass wir nicht laut werden dürfen und ihn beim Streiten weiterhin lieb "Schatz" nennen sollen. Natürlich dürfen wir Wut und Aggressionen rauslassen – solange wir dabei auf Augenhöhe mit dem anderen bleiben!

  • Es macht mich so wütend, dass du mich nicht ausreden lässt!
  • Ich kann mich nicht erinnern, dass du mir das je so gesagt hast ...
  • Nach meinem Empfinden übertreibst du total!

Schon mal gehört? Super! Denn solche Äußerungen machen dem (Streit-)Partner zwar den eigenen Standpunkt deutlich, signalisieren ihm dabei aber keine Missachtung – und sind laut Gottman starke Indizien für eine laaange, glückliche Beziehung.

sus
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