Daran erkennen Psychologen, ob ihr eine gesunde Beziehung führt

Alles paletti zwischen dir und deinem Schatz? Oder bist du nicht ganz sicher? An diesen acht Kriterien erkennen jedenfalls Psychologen eine gesunde Beziehung.

Ein abwechslungsreiches, erfülltes Sexleben, Vertrauen, die eine oder andere Kleinigkeit, mit der man dem Partner eine Freude macht – definitiv alles förderlich für eine gesunde, glückliche Beziehung. Aber was sind laut Paartherapeuten die wichtigsten Kriterien, an denen sie eine gesunde Beziehung erkennen? Wir haben uns schlau gemacht und nachgefragt.

8 Kriterien für eine gesunde Beziehung

1. Ihr seid füreinander da – nicht jeder für sich!

In einer gesunden Beziehung konzentrieren sich die Partner mehr auf das, was sie dem anderen geben können, um ihn glücklich zu machen – und weniger auf das, was sie sich wünschen oder was ihnen fehlt. Man liebt, "um zu geben, und nicht um zu bekommen, was man selbst gerade braucht", so Dominik Borde, Paartherapeut und Beziehungsexperte aus Wien. Seiner Erfahrung nach stellen Paare, die langfristig glücklich miteinander sind, das Wohl des Partners über das eigene. Was aber natürlich nur funktioniert, wenn es BEIDE tun – denn nur dann ist ja für beide gleichermaßen gesorgt ...

2. Ihr macht eure gemeinsame Zeit zu etwas Besonderem!

In einer gesunden Beziehung verlassen sich die Partner zwar aufeinander – aber sie halten sich nie für selbstverständlich. Sie nehmen sich bewusst Zeit füreinander und legen Wert auf gemeinsame Erfahrungen, die ihre Bindung stärken. Nur so, sagen unsere Experten, hat die Liebe eine Chance, langfristig zu bestehen. (Kleiner Tipp dazu: 2-2-2-Regel! Dankt uns später ... ) 

3. Ihr seid beste Freunde!

"Für mich zeichnet sich eine gesunde Beziehung durch eine tiefe Freundschaft der Partner aus", sagt der Hamburger Paartherapeut Eric Hegmann, denn freundschaftliche Werte wie Vertrauen, Wohlwollen und Verbundenheit sind für jede Partnerschaft das A und O. Auch der Philosoph Friedrich Nietzsche wusste: "Ehen scheitern nicht am Mangel von Liebe, sondern am Mangel von Freundschaft." Und wenn selbst Nietzsche dieser Meinung ist ...

4. Ihr sagt "Ich liebe dich" – weil ihr es so meint!

In einer gesunden Beziehung sagen sich Partner die magischen drei Worte, weil sie sie fühlen, nicht, weil es sich so gehört. "Es ist falsch, dass viele Paare die Worte 'Ich liebe dich' als abgedroschene Formel verwenden, die, unüberlegt ausgesprochen, nichts Besonderes bedeutet", sagt Borde. Entscheidest du dich dagegen bewusst, die Worte zu sagen (und blickst deinem Partner dabei im Idealfall in die Augen), könne er, so der Experte, über sie die Liebe in dir spüren.

5. Veränderungen schweißen euch zusammen!

Veränderungen sind für die meisten Partnerschaften eine Bewährungsprobe. Aber: "In einer stabilen Beziehung vertrauen die Partner darauf, dass Veränderungen sie nicht trennen können", so Hegmann. "Mit zunehmender Erfahrung werden die Partner immer sicherer, wenn sie erleben, dass sie gemeinsame Werte geschaffen und Ziele erreicht haben. Das sorgt für Zuversicht und Optimismus." Während also wacklige Partnerschaften an schwerwiegenden Veränderungen eher zerbrechen, schweißen sie Partner in einer gesunden Beziehung noch enger zusammen – denn sie verbindet schließlich wahre Liebe

6. Ihr streitet auf Augenhöhe!

Wie US-Forscher in einer groß angelegten Langzeitstudie herausfanden, leben Paare, die dieselbe Strategie haben, Konflikte auszutragen, länger glücklich und gesund zusammen als die, bei denen die Partner unterschiedlich mit Konflikten umgehen. Wenn ihr also beide Unstimmigkeiten lieber aktiv und gerne auch emotional und durchsetzungsstark aus dem Weg räumt, ist das ein gutes Zeichen für eure Beziehung. Ebenso, wenn ihr beide eher dazu neigt, abzuwarten, bis sich die Wogen von allein wieder glätten. Setzt ihr dagegen auf unterschiedliche Strategien, besteht eine größere Gefahr, dass zumindest einer von euch dadurch langfristig unglücklich in der Beziehung werden könnte.

7. Ihr seid mit euch selbst im Reinen!

Eine gesunde Beziehung setzt bei beiden Partnern Selbstliebe und Selbstbewusstsein voraus. Borde dazu: "Erst wenn du mit dir selbst im Reinen bist, werden auch andere bereit sein, dich so zu lieben, wie du bist. Wer sich in eine Paarbeziehung flüchtet, weil er sich einsam fühlt, nicht alleine sein kann oder jemanden sucht, der ihn in jeder Lebenslage unterstützt, dem wird der Partner über kurz oder lang abhandenkommen." Zwar sollte sich dein Partner natürlich auch in einer gesunden Beziehung um dich kümmern und dich unterstützen (und umgekehrt) – aber eben nicht, weil du es nötig hast, sondern weil er dich liebt.

8. Ihr beeinflusst euch gegenseitig!

Hä? Man soll doch den Partner nicht ändern!? Stimmt! Aber in einer gesunden Beziehung beeinflussen sich Partner trotzdem gegenseitig, so Hegmann, nicht aktiv, sondern eher passiv. Weil sie einander bewundern, achten und einfach nur toll finden. Genau wie die Partnerin die beste Freundin ist, ist sie nämlich auch die vertrauenswürdigste Ratgeberin, der Mensch, dem man seine Geheimnisse anvertraut, und die größte Inspiration. Kein Wunder, dass sich glückliche Paare mit der Zeit oft ähnlicher werden. Nicht, weil einer gezielt versucht den anderen zu ändern, sondern weil beide – bewusst oder unbewusst – vom anderen übernehmen, was sie an ihm besonders bewundern. 

Unsere Experten

Beziehungscoach Dominik Borde

 Dominik Borde ist Beziehungscoach und bietet über seine "Sozialdynamik" in Wien Singles und Paaren Unterstützung bei der Bewältigung verschiedenster Probleme und Herausforderungen an. Aktuell begeistert er unter anderem mit seinem Praxisseminar zum Thema "Liebe kann man lernen".

Paartherapeut Eric Hegmann

 Der Hamburger Paartherapeut Eric Hegmann hat aus seiner langjährigen Erfahrung aus der Praxis mittlerweile zahlreiche Online-Kurse und Tests entwickelt, die Singles und Paaren dabei helfen können, sich selbst besser zu verstehen und Herausforderungen zu überwinden. Nach wie vor steht Hegmann auch zahlreichen Menschen als Therapeut zur Seite.  

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