Liebe: Warum Männer Frauen lieben

Natürlich sind wir Frauen liebenswert. Aber was genau mögen die Männer eigentlich an uns? In seinem Buch "111 Gründe, Frauen zu lieben" hat der Autor Richard Christian Kähler eine Liebeserklärung verfasst - fünf Gründe haben wir für Sie ausgesucht.

Weil Frauen die ersten Menschen sind, die wir Männer im Leben kennenlernen

Die ersten menschlichen Wesen in einem frischgeborenen Männerleben sind Frauen. Und das allererste Ereignis, das sich direkt nach unserer Geburt auf ewig unvergesslich in unser aufnahmebereites Gehirn brennt, sieht so aus: Wir liegen in einem weichen Bett splitterfasernackt auf dem warmen Bauch einer uns liebenden Frau. Toll. Aber das ist noch nicht alles: Rund um das Bett stehen sogar noch jede Menge weiterer Frauen, die uns offensichtlich auch sensationell süß finden, sich riesig freuen, dass wir auf der Welt sind und begierig darauf warten, uns endlich auch mal in den Arm nehmen zu dürfen. Und all diese Frauen streicheln uns zärtlich und zwitschern mit hellen Stimmen auf uns ein, kneifen uns neckisch in die - Wange und klopfen uns ermunternd auf den Po, kommen ganz dicht an uns heran, schauen uns mit glänzenden Augen und gespitzten Lippen an und halten uns ihre Hände entgegen, die wir natürlich begeistert ergreifen und festhalten. Und das ist einfach ein so dermaßen göttlicher Moment, dass man ihn in seinem nachfolgenden Leben am liebsten immer und immer wieder erleben will. Und dafür... dafür tun wir Männer einfach alles!

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Weil Frauen einfach mehr Ahnung von Chemie haben als Männer

Wie bitte? Frauen und Chemie? Die AlchemistInnen? - Ja. Genau! Und zwar in der Menschen-Chemie. In dem Unergründlichen, was zwischen Mann und Frau in einem brodelnden Nebel aus tausend verschiedensten Ingredienzen so wallt und wabert, zischt und knallt und manchmal eben auch stinkt. Denn in den Naturwissenschaften, in der Technik, an ihrem heimischen Computer geben Männer sich zwar gern mit kompliziertesten, vielschichtigsten Mechanismen und Reaktionen ab. Von Menschen aber und ihren Beziehungen, die sie untereinander eingehen, erwarten sie Einfachheit. Wieso eigentlich? Weil sie selbst eher einfach sind? Nein. Aber weil einfach "einfach" gemütlicher ist. Und bequemer. Denn Männer, so scheint es mir manchmal, besonders, wenn ich mich selbst betrachte, wollen das Leben gern möglichst simpel haben. Klar und übersichtlich. Eindeutig und berechenbar. Folgerichtig und zuverlässig. Schwarz oder weiß (wie in ihren Klamotten). An oder aus (wie bei ihren Autos). Eins oder Null (wie bei ihren Computerprogrammen). Gut oder böse. Geil oder scheiße. Ja oder nein. Aber bitte kein "vielleicht"... Das meiste zwischen Menschen aber, Frauen wissen das, weil sie selbst so sind, liegt in tausend Grautönen zwischen den Extremen. Und damit versteckt im dichten Nebel des "Sowohl als auch" und noch viel mehr: Eine sensible Powerfrau? Eine treue Schlampe? Und ein mütterlicher Vampir? Alles im Angebot. Ein knallharter Softie? Ein mimosenhafter Macho? Und eine total aufregende Trantüte? Alles ist in allem drin. Es ist wie in der Astrologie: "Glaubst du etwa wirklich, man kann alle Menschen in 12 Schubladen einsortieren?" ist der Standard-Zweifelspruch, wenn die Rede darauf kommt. Nein. Aber dann kommt der Aszendent dazu, und schon sind es über 100 Möglichkeiten, und in welchem Zeichen stand noch mal Dein Mond?... Und schon ist das Leben wieder so bunt wie ein Chemie-Baukasten. In dem man fröhlich das mit dem und dem vermischt und ... Päng! Oder eben - nicht so schön - nicht Päng. Naja, dann war es eben keine Liebe. Na und? Nächster Versuch!

Weil Frauen nicht nur äußerlich schön sind

Kennen Sie den Satz "Beauty is only skin deep"? - Leider häufig wahr. Manches Top-Model ist wirklich nur so lange schön, bis es zum ersten Mal den Mund aufmacht. Und alle rundherum blitzschnell die Ohren zuklappen. Weil: Dummheit könnte ja auch ansteckend sein. Aber letztlich ist Schönheit eine Frage der Definition. Und was war noch mal der Unterschied zwischen "hübsch" und "schön"? Eine Frau, die "hübsch" ist, ist es außen, aber eine Frau, die "schön" ist, ist es außen und innen. "Hübsch" ist eine Verpackung, "schön" ist eine Verpackung und ihr Inhalt. Kurz: "Hübsch" ist eine Form, aber "schön" ist eine Form, die mit ihrem Inhalt harmoniert. Noch etwas deutlicher bitte? Aber gern: Eine hübsche Frau verschwindet, wenn man die Augen zumacht. Aber eine schöne Frau ist auch dann noch schön, wenn man das Licht ausgemacht hat. Noch deutlicher? Na gut: Eine Frau, die hübsch ist, möchte gern beleuchtet werden. Aber eine Frau, die schön ist, leuchtet aus sich selbst. Eine hübsche Frau zieht Scheinwerfer auf sich, aber eine schöne Frau ist ein Scheinwerfer. Und wir männlichen Motten fliegen ja bekanntlich immer dem Licht entgegen.

Weil Frauen einfach fragen, wenn sie etwas nicht wissen

Oft habe ich das Gefühl, ich bin nur etwas wert, wenn ich alles weiß. Und ich bin nicht allein damit. Viele Männer scheinen zu glauben, sie müssten wirklich auf alles eine Antwort haben. Und haben sie ausnahmsweise mal keine, schnell eine finden. Oder wenigstens erfinden. Es hat lange gedauert, bis ich mich stark genug fühlte, um bei der einen oder anderen Frage einfach aufrichtig zu antworten: "Ich weiß nicht." - Ich weiß nicht. Wie irre! Und die Welt ging nicht unter! Ja, ich fühlte mich sogar gut dabei! Irgendwie erleichtert. Endlich war Schluss mit dieser ewigen, zwanghaften Klugscheißerei. Frauen sind da klüger. Denn Frauen denken einfach praktischer: "Na und? Wenn ich was nicht weiß, dann weiß es vielleicht jemand anders!" - Und fragen einfach. Sie fragen nach dem Weg, wenn sie ihn nicht wissen, fragen ohne Scheu danach, wie irgendetwas funktioniert, wenn sie allein nicht daraus schlau werden, und kommen gar nicht erst auf den dummen Gedanken, dass irgendjemand sie deshalb für dumm halten könnte. "Bitte? Was ist denn das für ein Idiot, der andere für Idioten hält, nur weil sie irgendwas nicht wissen? Ja, was weiß denn der? ..." Und wenn Frauen instinktiv ahnen, dass es auf eine Frage keine oder noch keine Antwort gibt, dann halten sie sogar manchmal den Mund. Und küssen zum Beispiel lieber. Das ist klug, was?

Weil man Frauen auch noch lieben kann, wenn die Liebesgeschichte vorbei ist

Nachtreten ist nie gut. Weder im Fussball noch in der Liebe. Und nach einer Trennung über einen Ehemaligen oder eine Ehemalige abzuhassen, mag zwar kurzzeitig die Gegenwart erleichtern, die Zukunft aber macht es umso schwerer. Kürzlich hörte ich eine Frau eine üble Hasstirade auf ihren Ex halten und dachte mir insgeheim dabei: "Wenn die den in Wirklichkeit so scheiße fand, warum war sie dann überhaupt mit ihm zusammen?" Aber ich selbst hab ja noch viel Schlimmeres gemacht: Nicht nur auch über meine Exfrau abgeteufelt, sondern das auch noch gegenüber einer Frau, mit der ich gerade im Begriff war, etwas Neues anzufangen! Tja - dümmer geht's wirklich nümmer. Heute weiß ich, was diese Frau damals gedacht haben muss: "Wenn dieser Typ jetzt so dermaßen hässlich über seine Ex redet, was wird er dann mal über mich sagen, falls wir uns wieder trennen sollten?" Deshalb finde ich: Über eine Liebesgeschichte, die beendet ist, sollte man schweigen. Und ist der Schmerz verdaut, an das denken, was schön war. Und vieles war ja schön, nicht wahr? Sonst wäre das Ende ja nicht so schrecklich gewesen. Ich finde, man sollte nie vergessen, dass man jemanden geliebt hat und ihn in einer Ecke seines Herzens auch weiterhin lieben kann. Und vor allen Dingen sollte man an eines denken: was man bei der nächsten Liebe vielleicht besser machen kann. Hoffentlich. Oder?

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111 Gründe, Frauen zu lieben von Richard Christian Kähler erschienen am 1. Februar bei Schwarzkopf & Schwarzkopf Preis: 9,90 Euro

Foto: Plainpicture
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