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Pärchenfoto als Profilbild? Das sagt es laut Psychologen über eure Liebe

Liebe in sozialen Medien: Ein Paar küsst sich und macht dabei ein Selfie
© astarot / Shutterstock
Ob bei Whatsapp, Insta oder Facebook, Pärchenfotos als Profilbilder begegnen uns immer und überall. Was das über die betreffenden Liebenden verrät, haben Psychologen in mehreren Studien untersucht.

Den Beziehungsstatus von "Single" auf "in einer Beziehung" stellen – allein für die Möglichkeit, das zu tun, möchte man Facebook schon feiern (oder noch ...). Manche Menschen belassen's aber nicht bei einer popligen Statusänderung, sondern machen ihre Liebe sichtbar, indem sie Pärchenfotos posten oder als Profilbilder nutzen, Kussstorys hochladen und unmissverständliche Hashtags wie #truelove verwenden. Was das über die betreffenden Personen aussagt, haben Psychologen in unterschiedlichen Studien untersucht.

1. Je engagierter, umso sichtbarer

Eine Studienreihe, die sich vor allem auf die Analyse von Facebookdaten stützt, legt nahe, dass Menschen, die in ihrer Beziehung besonders engagiert und glücklich sind, ihre Liebe in der Öffentlichkeit auch besonders sichtbar machen. Sie empfinden ihre Partnerschaft als einen Hauptbestandteil ihres Lebens, also packen sie ihren Beziehungsstatus quasi wie eine Art Stempel auf ihr Profil. Eine geringe Sichtbarkeit der Beziehung bei Facebook wies gemäß dieser Datenauswertung eher darauf hin, dass die Person hinter dem Account großen Wert auf ihre Unabhängigkeit und persönliche Freiheit lege (klingt verdächtig nach Beziehungsangst ...).

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2. Sichtbarkeit boostet Selbstvertrauen

Ein weiterer Aspekt, den diese Studie nahelegt, ist, dass Leute, die in den sozialen Medien viel von ihrer Beziehung zeigen, damit offenbar ihr Selbstwertgefühl stärken (oder es zumindest versuchen). Ob es das positive Feedback durch Reaktionen wie Likes und Kommentare ist oder allein die Tatsache, dass sie in ihrem Leben etwas haben, das sie gerne mit der Welt teilen, Pärchenfotos zu posten gibt einigen, die es tun, offenbar ein Gefühl von Sicherheit.

3. Sichtbarkeit als Schutzmaßnahme

Eine andere, ebenfalls Facebook basierte Studie ließ die durchführenden Forscher zu dem Schluss kommen, dass eine deutliche Sichtbarkeit der Beziehung auch eine Schutzfunktion erfüllen kann: Pärchenfotos signalisieren Ex-Partnern und möglicher Konkurrenz "keine Chance, wir sind zusammen und glücklich". Das wiederum kann rein pragmatisch motiviert sein, um sich nicht mit lästigen Störenfrieden herumschlagen zu müssen, doch genauso kann es ein Zeichen von Eifersucht und Unsicherheit in der Beziehung sein – womit wir fast schon wieder bei dem Selbstbewusstseins-Boost wären.

Fazit

Fassen wir also zusammen: Wer seine Beziehung öffentlich "zur Schau stellt", ist du nach aktuellem Forschungsstand entweder

  • super glücklich,
  • ein hundertprozentiger Beziehungsmensch, der nicht viel Wert auf Unabhängigkeit legt,
  • unsicher,
  • eifersüchtig oder
  • pragmatisch.

Außerdem besitzen solche Personen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein eigenes Smartphone und sind vermutlich generell social-media-affin. Wer das nämlich nicht ist, wechselt in der Regel sowieso höchstens alle zehn Jahre seine Profilbilder und hat in seinem Messenger-Status stehen: "Hi there, I am using Whatsapp" (oder so ähnlich). 

Doch ob nun aus Eifersucht, Unsicherheit, Liebe oder weil der Influencer-Marktwert glücklicher Paare momentan so hoch ist, letztendlich gilt für die öffentlich-virtuelle Beziehung dasselbe wie für alle Bereiche: Was wir in den sozialen Medien sehen und von uns zeigen, ist leicht zu manipulieren und hat nur bedingt Aussagekraft. Warum wir wirklich Pärchenfotos posten oder es lassen, wissen wir am besten selbst oder finden es heraus, indem wir in uns hineinhören und unser Verhalten hinterfragen. Und wie das wiederum funktioniert und wir unsere Gefühle verstehen können, kann man, Gott sei Dank, ganz einfach googeln! ✌️

sus

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