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On-Off-Beziehung So kannst du die sprunghafte Liebe festigen oder beenden

On-Off-Beziehung: Mann und Frau sind betrübt
© Tirachard Kumtanom / Shutterstock
Eine On-Off-Beziehung ist kräftezehrend. Wir geben dir wichtige Tipps, wie du die Beziehung festigen oder dich aus ihr lösen kannst.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine On-Off-Beziehung?

In einer On-Off-Beziehung trennen sich Paare voneinander und kommen nach einer kurzen Zeit wieder zusammen. Das Beenden einer Beziehung kann für einige Menschen eine große Herausforderung sein, weshalb sie immer wieder Kontakt mit dem oder der Ex aufnehmen – nicht selten durch das Trennungs-Phänomen Hoovering. Will auch diese Person wieder eine Beziehung eingehen, kommt es zu einer Annäherung – und kurze Zeit später wieder zum Beziehungsaus. So entsteht eine On-Off-Beziehung, in der keiner so genau weiß, woran er bei seinem Gegenüber ist. Ein Teufelskreis.

Auslöser und Ursachen einer On-Off-Beziehung

On-Off-Beziehungen entstehen meist, nachdem wir uns in einen Menschen verliebt haben, wir eine Beziehung eingegangen sind und nach dem Hoch des Verliebtseins merken, dass der oder die Partner:in vielleicht doch nicht das perfekte Gegenstück zu uns ist. Es kommt zu einer Trennung, in der wir merken, dass die Person doch viel wichtiger ist, als wir dachten und wir wagen einen erneuten Annäherungsversuch. Dieses Wiederaufleben der Beziehung geschieht mehrmals. Ausgelöst werden On-Off-Beziehungen meist durch folgende sechs Probleme:

  1. Unsicherheit: Besondere Lebensabschnitte bringen Menschen dazu, intensiv über ihre Beziehungssituation nachzudenken. Das Beenden eines Studiums oder einer Ausbildung, ein Umzug oder ein neuer Job eröffnet uns einen neuen Blick in die Zukunft. Schnell denken wir an eine Beziehungspause, aus der nicht selten eine On-Off-Beziehung wird.
  2. Narzissmus: Narzisstische Menschen gelten als sehr selbstverliebt und ich-orientiert. Narzisst:innen drängen Partner:innen meist in eine Abhängigkeit, denn Komplimente, Versprechungen und ihre große Liebe sind Teil der Masche. Sobald Narzisst:innen merken, dass auch nach einer Trennung ein Abhängigkeitsverhältnis besteht, werden diese Machtspiele weitergelebt. Zum Leid der anderen Person entwickelt sich daraus oftmals eine On-Off-Beziehung. Denn die Kontrolle über einen anderen Menschen und die Partnerschaft, auch über einen Schlussstrich hinaus, bereitet ihm oder ihr Freude.
  3. Bindungsangst: Bindungsangst ist einer der häufigsten Auslöser für eine On-Off-Beziehung. Menschen mit Bindungsängsten können sich nicht auf eine:n Partner:in einlassen und stoßen ihr Gegenüber immer wieder weg. Der Grund für eine mögliche Bindungsunfähigkeit kann in Verletzungen, Verlustängsten und schwierigen Bindungserfahrungen in der Kindheit liegen.
  4. Beziehungspause: Beziehungspausen sind meist der Startschuss für eine Trennung oder der Beginn einer On-Off-Beziehung. Nach einer Trennung möchten Paare sich noch einmal eine Chance geben, nach Beziehungspausen könnte ebenfalls alles besser werden. Doch wenn über Probleme nicht gesprochen, sondern sich nur von Pause zu Pause geschleppt wird, hat die Beziehung vielleicht keine Zukunft.
  5. Probleme mit dem Loslassen: Eine Partnerschaft bedeutet Hingabe, Offenheit und das Öffnen der Seele. Es ist klar, dass wir uns nach einer Trennung schwertun, Partner:innen einfach so ziehen zu lassen. Vor allem Social Media gibt uns die Möglichkeit, jederzeit etwas Neues aus dem Leben von Ex-Partner:innen zu erfahren. Daher gilt, nach einer Trennung äußere Einflüsse auszuschalten und zu versuchen, die Trennung zu überwinden. Ansonsten findet man sich schnell in einer On-Off-Beziehung wieder, in der nie ein Schlussstrich gezogen wurde. Loslassen lernen kann dabei helfen.
  6. Toxische Beziehung: Eine toxische Beziehung läuft oftmals ähnlich ab wie eine Beziehung mit Narzisst:innen. Extreme Hoch- und Tiefphasen dominieren den Alltag, zwischenzeitlich kommt es zu Streit und Trennungen, die durch Lovebombing – extreme Komplimente, große Liebesbeweise und viel Aufmerksamkeit aufgehoben werden. Die Tiefphase zeichnet sich durch Streitereien, mögliches Silent Treatment und Konflikte aus. Es kommt immer wieder zu On-Off-Phasen, die das Vertrauen in die andere Person schmälern.

Welche Folgen hat eine On-Off-Beziehung?

Das ständige Hin und Her einer On-Off-Beziehung kann potenziell krank machen. Folgen können sein:

  • dauerhafter Stress
  • Ungewissheit im Hinblick auf die Zukunft und die Partnerschaft
  • Depressionen und Angstzustände
  • ungesunde Verhaltensweisen
  • vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein
  • Gefühlschaos
  • wenig Konstanten
  • selbstverletzendes Verhalten

In 3 Schritten die On-Off-Beziehung aufdecken

Es gibt einen 3-Schritte-Plan, mit dem du die On-Off-Beziehung stoppen kannst. Dafür musst du den stetigen Kreislauf von Trennung und Versöhnung durchbrechen. Dabei wird dein Gegenüber nicht übergangen, sondern zum versöhnenden Gespräch eingeladen:

1. Klärendes Gespräch

Setzt euch zusammen und sprecht über aktuelle Probleme:

  • Wieso kommt es immer wieder zu einer On-Off-Beziehung?
  • Könnt ihr Verhaltensmuster herausstellen?
  • Seht ihr in der Beziehung eine feste Zukunft?
  • Wie geht es euch in den verschiedenen Phasen der Beziehung?
  • Wonach strebt ihr auf lange Sicht?
  • Was sind eure Wünsche in der Partnerschaft?

2. Eine Entscheidung treffen

Im nächsten Schritt trefft ihr eine Entscheidung. Wollt ihr die Beziehung retten oder beenden? Wenn ihr zusammen zu keiner Entscheidung kommt, stehst du an erster Stelle. Finde für dich eine Entscheidung, bei der du die höchste Priorität bist. Erst danach folgt der Blick auf die Partnerschaft.

3. Selbstfürsorge

Egal wie die Entscheidung im Team oder für dich allein ausfällt, vergiss nie, dass du dich und deine Bedürfnisse immer an erste Stelle setzen solltest. Tue dir ab jetzt etwas Gutes. Was bereitet dir in der aktuellen Situation Freude? Das kann ein neues Hobby, Meditation lernen oder lange Spaziergänge im Grünen sein.

On-Off-Beziehung retten: ein Neuanfang

Ihr möchtet einen Ausweg aus der On-Off-Beziehung finden, wieder zusammenkommen und eure Bindung stärken. Dafür lohnt es sich, folgende drei Tipps zu beherzigen:

  1. Klare Kommunikation: Ehrliche Kommunikation ist das A und O, um aus einer On-Off-Beziehung auszubrechen. Teilt dabei Ängste und Sorgen, seid offen und schützt euch so vor der nächsten negativen Phase. Ihr könnt Schwierigkeiten miteinander besprechen, um so gar nicht erst wieder in den Strudel des Hin und Her zu gelangen.
  2. Emotionale Bindung aufbauen: Innerhalb der On-Off-Beziehung wurde eine emotionale Bindung entweder gar nicht erst richtig aufgebaut oder sie wurde durch Trennungsphasen gekappt. Versucht, wieder zueinanderzufinden, Nähe und Liebe in der Partnerschaft aufzubauen und für emotionale Stabilität zu sorgen. Das Sprechen über Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche kann dabei helfen.
  3. Bindungsangst überwinden: Wenn ein Partner oder eine Partnerin an Bindungsangst oder Bindungsunfähigkeit leidet, kann diese nicht von einem Tag auf den anderen abgelegt werden. Meist liegt ihr ein psychisches Trauma zugrunde, welches am besten mit Therapeut:innen behandelt werden kann.

Schluss mit der On-Off-Beziehung: endgültige Trennung

Wenn du nach einem klärenden Gespräch mit deinem Partner oder deiner Partnerin zu dem Entschluss kommst, dass eine Trennung die richtige Entscheidung ist, kannst du dir Regeln und alarmierende Muster definieren, die dich daran hindern, am Schluss wieder Kontakt mit dem oder der Ex aufzunehmen. So schließt du aus, dass du am Ende wieder in den Sog der On-Off-Beziehung gelangst:

  1. Kontakt abbrechen: In den ersten Wochen der Trennung ist ein radikaler Kontaktabbruch am wichtigsten. Die Versuchung wird groß sein, zu fragen, wie es der anderen Person geht. Der Kreislauf der On-Off-Beziehung muss unterbrochen werden. Eine wichtige und endgültige Entscheidung ist das Löschen der Nummer. So ziehst du einen Schlussstrich.
  2. Auf Social Media entfolgen: Eine ebenso große Gefahr stellen die sozialen Netzwerke dar. Kappe auch hier die Verbindung und sorge für Distanz, um nicht in Versuchung zu geraten.
  3. Unterstützung zulassen: Eine Trennung ist eine schwierige Phase und sorgt für ein Durcheinander der Gefühle. Hole dir von Freund:innen Unterstützung, wenn du sie benötigst. Was brauchst du momentan am meisten? Möchtest du allein sein oder heilst du in Gesellschaft besser? Fühle in dich hinein und lasse Hilfe zu. Gehe Dingen nach, die dich jetzt glücklich machen. Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.

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Verwendete Quellen:

Brigitte

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