Paardiologie: 6 Liebeslektionen, die wir von Bestsellerautorin Charlotte Roche lernen können

In ihrem Pärchen-Podcast "Paardiologie" teilen Charlotte Roche und ihr Mann Martin z. T. intime Details aus ihrer Beziehung – und das nun erschienene, gleichnamige Buch ist nicht weniger interessant ... 

Seit 2007 sind Moderatorin und "Feuchtgebiete"-Autorin Charlotte Roche und Martin Keß-Roche verheiratet – offenbar machen die beiden in ihrer Beziehung also einiges richtig. Hört man aber mal in ihren gemeinsamen Podcast "Paardiologie" wird ganz schnell klar: Konflikte gibt es auch in ihrer Ehe und sie zu lösen, ist manchmal alles andere als leicht! Wie sie's trotzdem immer wieder schaffen? Aus dem nun im Piper Verlag erschienen Buch "Paardiologie. Das Beziehungsbuch" meinen wir, ein paar ihrer Liebesgeheimnisse herausgelesen zu haben ...

6 Liebeslektionen, die wir von Charlotte Roche und ihrem Mann lernen können

1. Reden hilft!

Sex, Affären, Macken, Romantik, Enttäuschungen – in ihrem Podcast reden Charlotte und ihr Mann über ALLES, und zwar offen und (nahezu) schonungslos. Und wenn sie's da schon tun, vor einem Publikum und auf Band, werden sie in ihrem Beziehungsalltag und unter sich mit Sicherheit ebenso ehrlich miteinander umgehen. Also: Handy aus der Hand, Schatz schnappen und quatschen! Vielleicht habt ihr ja auch mal Lust, eure Gespräche aufzuzeichnen ...? 

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2. Fragen, fragen, fragen!

Ein schöner Nebeneffekt vom Reden: Wir bekommen die Gelegenheit zu reden! Charlotte Roche dazu: "Ich liebe einfach, wenn ich denke: 'Was wollte ich Martin schon immer mal fragen?' Das Verrückte ist, mir fallen so viele Fragen ein, das kann nicht sein. Ich glaube, weil wir so lange zusammen sind, fragen wir uns eigentlich nichts mehr. Man denkt einfach: 'Ja, ich kenne dich.' Aber wenn man die Möglichkeit hat, wie hier, wie in einem Spiel Fragen zu stellen, dann kommen so viele auf. Da habe ich ein bisschen das Gefühl, man hätte auch früher mal bisschen mehr fragen können."

Danke, liebe Charlotte, Message angekommen!

3. Eigenen Beziehungscode (er)finden! 

Ganz ehrlich: Viele werden sicherlich denken, so würden sie nie mit ihrem Partner reden, wenn sie sich "Paardiologie" anhören oder das Buch lesen. Muss aber auch niemand. In einer Beziehung geht es nämlich darum, eine eigene Sprache und eigene Kommunikationsformen zu entwickeln, die für uns funktionieren. Die Art, wie Charlotte und Martin sich unterhalten, zeigt, wie nahe sie sich stehen und wie eng ihre Bindung ist. Um nur ein Beispiel zu nennen:

  • MARTIN: Bis nächste Woche.
  • CHARLOTTE: Bis nächste Woche. Ich liebe dich, Martin.
  • MARTIN: Danke, ich weiß.

4. Kennenlerngeschichte einrahmen und gut sichtbar im Gedächtnis aufhängen!

Egal wie lange man zusammen ist: Die Erinnerung, wie wir unseren Schatz kennengelernt und uns in ihn verliebt haben, sollten wir stets in Ehren und auf Abruf halten. Natürlich überleben Schmetterlinge im Bauch nicht ewig und ohne rosaroten Filter sieht die Realität auch nicht mehr so lustig aus. Doch sich an die Anfänge der Beziehung zu erinnern, hilft vielen Paaren durch so manche Krise – und kann Inspirationen für den Alltag liefern ...

  • MARTIN: Glaubst du, wir würden uns ineinander verlieben? Du kannst ruhig sagen: "Nein, ich glaube nicht."
  • CHARLOTTE: [...] Ich kenne dich schon, ich würde mich noch mal in dich verlieben. Und dann habe ich gedacht: Du dich in mich nicht. Und weißt du auch, warum? Weil das am Anfang so krass war, weil ich so traumatisiert war. Und dadurch so durch den Wind und so kaputt und so zerstört. [...] Wo man auch fragen könnte: Was ist eigentlich mit dir los, dass du dich in so einen Haufen Elend verliebst? Und du hast mich über die Jahre quasi emotional mit der Flasche aufgepäppelt.
  • MARTIN: Aber ich kann dich beruhigen, das war überhaupt nicht so. Du hast dich vielleicht so gefühlt. Oder denkst vielleicht im Nachhinein so darüber. Aber ich habe dich überhaupt nicht so gesehen. Also, ich habe dich total stark gesehen. Ich habe gedacht: Boah, das ist die stärkste Frau der Welt. Und da wusste ich noch nicht, dass du schwere Tische hochstemmen kannst.

5. Humor und Freundschaft – SOOO wichtig!

Ironie scheint auf jeden Fall schon mal ein fester Bestandteil in dem Beziehungscode von Charlotte Roche und ihrem Mann Martin zu sein. Doch das ist noch nicht alles. Neben erotischer Anziehung verbindet die beiden offensichtlich ein freundschaftliches, kumpelhaftes Verhältnis – wie zum Beispiel dieser Dialog illustriert.

  • MARTIN: Sollen wir das Unsympathischste erzählen über uns, direkt in der ersten Folge?
  • CHARLOTTE: Oh Gott, ich weiß ja nicht, was jetzt kommt, keine Ahnung. [...]
  • MARTIN: Das Abklatschen. Also, nehmen wir mal an, Boris Becker trennt sich mal wieder von einer seiner Frauen oder Freundinnen. [...] Dann steht auf Spiegel Online oder Zeit.de oder Watson oder wie immer die alle heißen: Ehe-Aus bei Boris Becker, getrennt. Dann mache ich davon ein Foto, schicke dir das, und dann klatschen wir uns ab. 

6. Gemeinsamen Sexrhythmus entwickeln

Ja, Sex ist wichtig für eine Partnerschaft, denn er stärkt die Bindung und fördert Intimität (z. B. durch das Hormon Oxytocin). Aber wie viel Sex wir haben und wie crazy wir dabei abgehen sollten, müssen wir als Paar selbst gemeinsam herausfinden und immer wieder anpassen und weiterentwickeln. In den ersten Beziehungsphasen sind Lust und Experimentierfreude bei den meisten sicherlich noch groß, doch mit der Zeit lässt beides nach und es ist völlig normal. Wichtig ist, aufeinander einzugehen und einen Sexrhythmus zu finden, der funktioniert – ähnlich wie Martin und Charlotte ...

  • CHARLOTTE: Welche Sachen sexueller Natur vermisst du, die wir früher gemacht haben und nicht mehr machen? Schluck. [...]
  • MARTIN: Ich finde, wir haben am Anfang, in den ersten Jahren, viele tolle und aufregende Sachen gemacht, die wir jetzt nicht mehr machen. Meistens oder wahrscheinlich sogar immer kam die Idee von mir. Das hat einen guten Grund, dass wir damit aufgehört haben. Ich habe das vermisst, aber ich vermisse das nicht mehr. Weil ich gemerkt habe, dass das nicht deines ist, sondern eher meines. Wie jetzt unser Sexleben ist, das ist, glaube ich, unseres. Und das ist super.
sus
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