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Studie Diese "Beziehungstodsünde" hat schon jede:r vierte Deutsche begangen

Partnerschaft: Ein Pärchen im Herbstwald
© Volurol / Shutterstock
Was ist für dich das Schlimmste, das dein:e Partner:in in eurer Beziehung verzapfen könnte? Falls du wie die Mehrheit tickst, besteht laut einer Studie eine 25-prozentige Chance, dass er:sie es tut – oder schon getan hat.

Wenn wir uns auf eine Beziehung einlassen, gehen wir damit immer das Risiko ein, verletzt zu werden. Untreue, psychischer Missbrauch durch Gaslighting, emotionale Erpressung oder anderes, ständiges Streiten und aufeinanderprallende Interessen – Partnerschaften bergen viele Gefahren. Obwohl wir als Menschen darauf geprägt sind, Risiken und Unsicherheiten nach Möglichkeit zu vermeiden, nehmen wir für die Chance auf Liebe in der Regel gerne und wieder und wieder das Risiko eines gebrochenen Herzens in Kauf. Wahrscheinlich weil wir insgeheim wissen und spüren: Es lohnt sich. Denn nur aus Angst auf Liebe zu verzichten, ist mit Sicherheit der unglücklichere Weg.

Laut Umfrage: Treue ist den meisten in einer Partnerschaft am wichtigsten

Im Auftrag des Playboy-Magazins hat das Meinungsforschungsinstitut Norstat im Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter gut 1.000 Männern und Frauen das Risiko ermittelt, von dem:r Partner:in betrogen zu werden: Laut dieser Studie liegt es bei rund 25 Prozent. Obwohl eine satte Mehrheit von knapp 74 Prozent der Befragten Treue als das Wichtigste in einer Partnerschaft einstuften, gab ziemlich genau jede:r Vierte zu, selbst schon einmal fremdgegangen zu sein.

Für einige vielleicht überraschend, für andere möglicherweise erwartungsgemäß: Während von den befragten Frauen 78,4 Prozent angaben, größten Wert auf Treue zu legen, allerdings 26 Prozent, tatsächlich schon einmal fremdgegangen zu sein, priorisierten von den Männern nur 68,5 Prozent Treue ganz oben ein. 23,9 Prozent der männlichen Teilnehmer gaben zu, selbst bereits betrogen zu haben.

Frauen haben oft andere Gründe als Männer

Was die Beweggründe angeht, scheinen Männer und Frauen laut dieser Studie tendenziell unterschiedlich zu ticken: Von den bekennenden männlichen Fremdgehern gab eine relative Mehrheit von 34,5 Prozent an, dass sie ohne konkreten Grund untreu geworden seien/werden würden – wenn sich die Gelegenheit ergibt, könnten sie eben nicht widerstehen (oder wollten es nicht genug). Die befragten untreuen Frauen nannten als Motive für ihr Fremdgehen dagegen mehrheitlich, dass sie unglücklich mit ihrer Beziehung gewesen seien (32,6 Prozent), zu wenig Aufmerksamkeit von ihrer:m Liebsten erführen (21,5 Prozent) oder dass die Gefühle für ihren Schatz abflauten (21,5 Prozent). Passend dazu scheinen mehr Männer einen Seitensprung als bedeutungslosen Ausrutscher einordnen zu können als Frauen: 30,6 Prozent der befragten Herren würden ihrer:m Partner:in einen Betrug verzeihen, von den Damen könnten es nur 25,6 Prozent.

Seitensprung: Gestehen oder nicht gestehen?

Eine Frage, die viele Menschen nach dem Ausrutscher beschäftigt: Soll ich ihn meinem:r Liebsten beichten oder besser nicht? Rund 34 Prozent der Befragten sind der Meinung: Ja, mit Untreue sollte man grundsätzlich ehrlich umgehen – in der Realität hält jedoch eine Mehrheit der Untreuen von rund 63,3 Prozent ihren Betrug geheim. Und wie wäre es, diesen Konflikt zwischen Erwartungen an eine Partnerschaft (Treue) und die Lebenswirklichkeit (es ist offenbar gar nicht so leicht, treu zu sein) durch offenere Beziehungsmodelle zu lösen? Für die meisten der Befragten nicht so gut: 56,1 Prozent der Männer und 77,7 Prozent der Frauen gaben an, grundsätzlich eine monogame Zweierbeziehung vorzuziehen und sich nicht vorstellen zu können, mehrere (Sexual-)Partner:innen gleichzeitig zu haben.

Was sagt uns das jetzt?

So interessant Umfrageergebnisse und Statistiken wie diese auch sind: Letztlich spielt es für unser Leben keine Rolle, ob jede:r Vierte, Zehnte oder Zweite schon ein-, zwei- oder dreimal fremdgegangen ist und wie wichtig andere Personen Treue in einer Partnerschaft finden. Für uns ist relevant, ob uns der Mensch an unserer Seite gut behandelt. Ob er uns respektiert und liebt, ein Gefühl von Nähe und Halt gibt – und ob all das Positive, das die Beziehung in unser Leben bringt, es wert ist, dafür Kompromisse einzugehen, gelegentliche Verletzungen zu verzeihen und mit dem Risiko zu leben, dass unser Herz gebrochen wird (am schlimmsten vielleicht dann, wenn diese Person stirbt). Wenn die Basis in einer Partnerschaft stimmt, erledigen sich viele Fragen und Unsicherheiten fast von selbst. Manchmal anders, als wir im Vorfeld gedacht hätten. Und oft anders, als es die Statistik vorhergesagt hätte.

Verwendete Quelle: Pressemitteilung Playboy

sus Brigitte

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