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Psychologie 4 Dinge, die wir nur in unseren Beziehungen lernen können

PSychologie: Zwei Freundinnen sitzen auf dem Bürgersteig und tanzen
© Eugenio Marongiu / Shutterstock
Gesunde Beziehungen machen glücklich und geben Kraft. Außerdem lernen wir durch sie wichtige Skills und Lektionen, die wir für unser ganzes Leben brauchen. Vier Beispiele.

Beziehungen können verdammt anstrengend sein. Schließlich kosten sie Zeit und meistens auch Energie. Wir müssen Kompromisse eingehen, trotzdem kommt es oft zu Missverständnissen und Konflikten, mit denen wir uns dann auseinandersetzen müssen. Unsere Beziehungen wühlen uns auf und nehmen Raum in unserem Leben ein – innerlich wie äußerlich. Und dennoch sind unsere Freundschaften, Partnerschaften und anderen sozialen Verbindungen der wohl größte Schatz, den wir haben.

Psycholog:innen, Glücksforscher:innen, Soziolog:innen, Mediziner:innen und die meisten anderen, die sich mit Menschen und ihrer Gesundheit befassen, sind sich einig darüber, dass wir ohne Beziehungen nicht leben könnten. Einsamkeit macht uns krank und bringt uns letztendlich sogar um. Unser Sozialsinn ist eines unserer wesentlichsten Merkmale und wir verdanken ihm zu einem erheblichen Anteil unsere evolutionäre Entwicklung.

Unsere persönlichen Beziehungen machen uns nicht nur glücklich, gesund und menschlich. Durch sie erwerben wir zahlreiche Fähigkeiten, die uns in anderen Bereichen unseres Lebens weiterhelfen. Zum Beispiel ... 

4 Dinge, die wir am besten in unseren Beziehungen lernen können

1. Gesunde Grenzen setzen

In Beziehungen mit Menschen, die uns nahestehen, können wir üben, auf uns Acht zu geben und anderen Leuten Grenzen aufzuzeigen, wenn es nötig ist. Weil wir wissen und darauf vertrauen können, dass unsere Liebsten es uns nicht lange übelnehmen, wenn wir Nein sagen oder deutlich machen, dass sie eine Grenze überschritten haben und uns damit Unbehagen vermitteln. In gesunden Beziehungen machen wir die Erfahrung, dass es okay ist, Nein zu sagen, und die hilft uns dabei, es auch in anderen Kontexten zu tun, zum Beispiel im Beruf oder in Bezug auf gesellschaftlich Normen und Werte, die mit unseren nicht übereinstimmen.

2. Erfahren, wer wir sind

In unseren intimen, privaten Beziehungen erfahren wir, was uns jenseits von professionellen Fähigkeiten, Disziplin oder Leistungsfähigkeit ausmacht. Wir lernen, was andere an uns schätzen, wie sie uns wahrnehmen und welche Situationen uns möglicherweise vor Herausforderungen stellen. Das Bild, das uns unsere Freund:innen, Partner:innen, Eltern, Geschwister und andere von uns spiegeln, bereichert und komplettiert unser Selbstbild. Es hilft uns dabei, unsere Identität und unseren Wert zu erkennen. Durch unsere Beziehungen können wir lernen, zu fühlen und daran zu glauben, dass wir einzigartig und unersetzlich sind. Und dass wir nichts leisten müssen, um uns unseren Platz auf dieser Erde zu verdienen.

3. Unsere Gefühle sortieren und ausdrücken

Wir können fleißig Tagebuch schreiben und unsere Gefühle auf diese Weise reflektieren und ordnen. Doch sie mit einem anderen Menschen zu besprechen oder in Gesellschaft auszuleben, hat eine andere Qualität und liefert zum Teil sehr viel mehr Klarheit als ein "Gespräch unserer Seele mit sich selbst" (liebe Grüße an Platon). So kann beispielsweise eine Freundin Fragen stellen, auf die wir alleine niemals gekommen wären und die uns weiterbringen. Das Verständnis, das wir erfahren, kann uns ein Stück einer gefühlten Last nehmen, eine andere Perspektive unseren Blick weiten. Unsere Beziehungen helfen uns dabei, mit unseren Gefühlen umzugehen, und lehren uns, sie mit anderen zu teilen - und dass es gut ist, das zu tun.

4. Verzeihen

In unseren Beziehungen erleben wir, dass Menschen Fehler machen und uns damit manchmal auch verletzen – aber es in der Regel niemals böse meinen. Durch unsere fehlerhaften Liebsten lernen wir, anderen zu verzeihen. Wir entwickeln Verständnis und verinnerlichen, dass niemand perfekt ist oder sein muss. Wir erfahren auch, wie gut und wichtig es ist, zu vergeben und Frieden zu schließen. Letztendlich hilft uns das dabei, zu lernen, uns selbst zu verzeihen, wenn wir unsere eigenen Ansprüche und Erwartungen nicht erfüllen.

Verwendete Quellen: huffpost.co, medium.com

sus Brigitte

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