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Psychologie 5 Anzeichen, dass du eine erfolgreiche Beziehung führst – auch wenn du es nicht glaubst

Psychologie: Zwei Frauen
© loreanto / Adobe Stock
Oft neigen wir dazu, uns selbst zu unterschätzen – und manchmal gilt das genauso für unsere Beziehungen. Erfüllt deine Beziehung folgende Kriterien, kannst du allerdings davon ausgehen, dass sie weitestgehend erfolgreich ist. Auch wenn du gelegentlich daran zweifelst.

Es kann leicht passieren, dass sich in unseren Köpfen Idealvorstellungen festsetzen. Von dem perfekten Lebensweg, dem Traumjob, der lebenslangen Partnerschaft oder einer Freundschaft. Dann wiederum kann es sein, dass wir unser Leben nur dann als erfolgreich und gelungen empfinden, wenn es diesen Vorstellungen entspricht. Doch diese Empfindung beruht auf einem Irrtum. Unser Leben kann in vielen möglichen unterschiedlichen Varianten gelungen sein. Um das wahrzunehmen, müssen wir uns nur von unseren Idealvorstellungen lösen und uns auf die Realität einlassen.

Ähnliches gilt für unsere Beziehungen. Zum Beispiel müssen wir in einer Partnerschaft nicht drei Mal die Woche Sex haben. Wenn wir nicht wollen, müssen wir überhaupt keinen Sex haben. In einer Freundschaft müssen wir nicht alles miteinander teilen. Wir können etwas als Freundschaft empfinden, nur weil uns eine besondere Leidenschaft mit einem Menschen verbindet. 

Es gibt viele Varianten einer Beziehung, die wir als erfolgreich, gelungen, gesund oder funktionierend bezeichnen dürfen. Der Psychologe Gerry Heisler hat in einem Blog-Eintrag für "Psychology Today" fünf Merkmale genannt, die nach seiner Erfahrung die meisten stabilen Beziehungen aufweisen – so sehr sie sich ansonsten unterscheiden mögen.

5 Anzeichen, dass du eine erfolgreiche Beziehung führst, auch wenn du es nicht glaubst

1. Ihr sprecht miteinander – ohne Ablenkung, jeden Tag.

Dass Menschen, die sich in einer engen Beziehung befinden, regelmäßig miteinander kommunizieren, mag einigen selbstverständlich erscheinen. Ist es aber nicht. In vielen Verbindungen schleicht sich im Alltag ein Nebeneinander-Her-Leben ein, bei dem die Betroffenen zum Teil tagelang nicht reden, ohne sich dabei gleichzeitig einer Nebenbeschäftigung wie Fernsehen, Haushalt, Essen, Arbeiten oder mit dem Smartphone Spielen zu widmen. Laut dem Psychologen Gerry Heisler müssen es im Schnitt gar nicht unbedingt mehr als fünf Minuten täglich sein – entscheidend ist jedoch, dass ihr persönlich sprecht und euch volle Aufmerksamkeit schenkt.

2. Ihr könnt Konflikte austragen, ohne hinterher nachtragend oder beleidigt zu sein.

Wie viel wir in einer Beziehung streiten, kann sich erheblich unterscheiden und hat nur bedingt etwas zu sagen. Es gibt harmoniebedürftigere und diskussionsfreudigere Menschen und das ist wahrscheinlich gerade gut so. Wenn es in eurer Beziehung häufiger zu Konflikten kommt, ist das kein Grund zur Sorge – solange ihr sie beilegen könnt, ohne einander hinterher etwas nachzutragen und auf eine Gelegenheit zu lauern, Rache zu nehmen. 

3. Ihr habt nicht ständig "Wenn nur ..."-Gedanken bezüglich eurer Beziehung ("Wenn nur dies oder jenes anders wäre ...").

Manche Menschen müssen ständig darüber nachdenken, was sie gerne an ihrem Leben – oder ihrer Beziehung – ändern würden. Häufig ist das ein Signal, dass es ihnen tatsächlich guttäte, etwas zu ändern, da irgendetwas nicht ganz stimmt (manchmal ist es die eigene Einstellung, aber die ändert sich in der Regel ebenfalls nicht von allein). Dein Kopf ist weitgehend frei von Fantasien, wie schön deine Beziehung sein könnte, wenn doch nur hier oder da noch etwas anders wäre? Ein sehr gutes Zeichen, dass es im Großen und Ganzen bei euch passt.

4. Ihr wisst, was ihr aneinander schätzt. 

Kein Mensch ist perfekt und gerade bei Personen, die wir sehr gut kennen und mit denen wir viel Zeit verbringen, können immer wieder Dinge in Erscheinung treten, die uns Schwierigkeiten bereiten. Laut Gerry Heisler sei das kein Anlass zur Sorge – sofern das, was wir an dem anderen Menschen schätzen, von seinen für uns schwieriger auszuhaltenden Eigenschaften unberührt und in unserem Bewusstsein bleibt. Kannst du sagen, was die Person, mit der du deine Beziehung führst, für dich liebenswert und besonders macht? Empfindest du es als wert, über kleinere Unzulänglichkeiten hinwegzusehen? Wenn ja, spricht das dem Psychologen zufolge sehr für eure Beziehung.

5. Ihr behandelt einander gut.

Phänomene wie Gewalt in einer Beziehung, emotionale Erpressung, passive Aggressivität, Gaslighting oder andere toxische Verhaltensweisen mögen einige für Extreme und für Ausnahmen halten – doch so selten sind sie nicht. Es gibt viele Menschen, die gewisse Schwierigkeiten haben, sich gegenüber einer anderen Person respektvoll, kontrolliert, wertschätzend, sensibel und sanft zu verhalten. Selbst wenn sie sie lieben. Ob prägende Erfahrungen dahinterstecken oder unerwünschte Muster, in denen wir gefangen sind, es ist nicht immer leicht, der Mensch zu sein, der wir sein möchten. So ist es durchaus etwas Besonderes und Schätzenswertes, wenn wir uns in einer Beziehung befinden, in der wir einen respektvollen Umgang pflegen und nicht die geringste Angst haben müssen, dass die andere Person uns wehtut. Gewiss zugleich ein Anspruch, den wir uns selbst schuldig sind, an unsere Beziehungen zu stellen, doch ihn erfüllt zu sehen, ist ein Grund, an eine Beziehung zu glauben.

Verwendete Quelle: psychologytoday.com

sus Brigitte

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