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Beziehung So verändert sich das Gehirn von Männern, wenn sie verliebt sind

Verliebtes Paar im Auto: So verändert sich das Gehirn von Männern, wenn sie verliebt sind
© Siphosethu Fanti/peopleimages.com / Adobe Stock
Wenn wir frisch verliebt sind, sind wir nicht wir selbst – das betrifft alle Geschlechter. Bei Männern zeigt sich das Love-High aber auf ganz besondere Art und Weise.

Meint er es ernst mit uns? Ist er wirklich verliebt in mich? Die meisten (heterosexuellen) Frauen haben sich solche Fragen schon mal gestellt, wenn sie einen Mann kennengelernt haben, den sie sehr mögen, sich aber nicht sicher sind, ob diese Zuneigung auf Gegenseitigkeit beruht. Dabei sind die Zeichen für seine Gefühle relativ eindeutig – wenn wir wissen, wonach wir suchen müssen. Denn im Gehirn passiert so einiges, wenn wir uns verlieben. Und gerade Männer legen dann manchmal sehr spezielle Verhaltensweisen an den Tag.

Blind vor Liebe: Das richtet Verliebtheit im Gehirn an

Zu Beginn einer Beziehung erleben Menschen eine Art Rausch, unser Gehirn schüttet Stoffe aus, die uns praktisch high machen – drunk on love quasi. Das betrifft erst einmal alle Geschlechter. Dieser Rauschzustand sorgt dafür, dass unser Urteilsvermögen auf Sparflamme läuft. Wir übersehen möglicherweise Red Flags, die uns im späteren Verlauf der Beziehung zum Verhängnis werden.

Vor allem Männer sind während dieser ersten Verliebtheitsphase häufig impulsiver als sonst. Das liegt daran, dass der präfrontale Cortex, der unter anderem für das Planen und Treffen von vernünftigen Entscheidungen zuständig ist, gehemmt wird. Deshalb treffen Männer in diesem Zustand häufig eher emotionsbasierte Entscheidungen.

Außerdem deaktiviert das Verlieben die Teile des Gehirns, die für soziale Ängste zuständig sind. Laut der klinischen Psychologin Dr. Holly Schiff kann sich das bei Männern auf eine besondere Art und Weise zeigen: Sie zeigen ihrem:ihrer Partner:in gegenüber dann auch öffentlich ihre Zuneigung, erklärt die Beziehungsexpertin gegenüber "Bustle". Wenn Männer also eigentlich als typisch weiblich abgestempelte Verhaltensweisen an den Tag legen – Händchen halten, einander verliebt in die Augen blicken etc. –, dann kann das ein eindeutiges Zeichen dafür sein, dass es sie so richtig erwischt hat.

Tunnelblick, weniger Schmerzempfinden: So sind sie, die verliebten Männer

Heterosexuelle Männer seien darüber hinaus offenbar sehr auf ihre neue Partnerin fixiert, so der Neurowissenschaftler Dr. Jarred Younger ebenfalls gegenüber "Bustle". Sie würden andere Frauen in ihrem Umfeld gar nicht richtig wahrnehmen. Das hängt mit dem Botenstoff Oxytocin zusammen, der umgangssprachlich auch häufig "Kuschelhormon" genannt wird. Wir schütten Oxytocin aus, wenn wir verliebt sind – aber auch etwa, wenn wir eine:n Freund:in umarmen.

Außerdem könnte es sein, dass verliebte Männer weniger schmerzempfindlich sind als nicht verliebte. Dr. Younger erläutert: "Liebe ist eine so starke Emotion, dass sie Schmerz halbiert, wie Labortests zeigen konnten." Das habe er in Gehirn-Scans sehen können.

Wenn dein Schatz also nur Augen für dich hat, impulsiv handelt und sich unverwundbar fühlt, dann könnte es gut sein, dass er genauso verliebt in dich ist wie du in ihn.

Verwendete Quellen: bustle.com, betterhelp.com

mbl Brigitte

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