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Psychologie 7 Anzeichen, dass du die toxische Person bist

Psychologie: Paar im Zug
© Benevolente82 / Shutterstock
Toxische Beziehungen jeglicher Art schaden uns. Aber manchmal sind es gar nicht "die anderen", die uns weh tun – sondern wir selbst. Erkennst du dich in diesen toxischen Verhaltensmustern wieder?

Toxisch. Das Wort dominiert heutzutage Gespräche mit Freund:innen genauso wie Artikel in Beziehungsratgebern. Jeder und alles ist plötzlich toxisch, der Ex- oder Noch-Partner, die Freundin von früher, aber nie wir. Oder? Tatsächlich sind wir heutzutage sehr schnell darin, andere als ungesund und vergiftend zu bezeichnen. Dass zu jeder menschlichen Beziehung (sei es freundschaftlicher, partnerschaftlicher oder auch kollegialer Natur) aber nun einmal mindestens zwei Menschen gehören, verdrängen wir gern. 

Keine Frage: Es gibt da draußen sicherlich eine Menge Menschen, die sich nicht nur toxisch, sondern offen gesagt wie Idioten benehmen. Und zu deren Lieblingsbeschäftigung gehört es, uns durchgehend das Gefühl zu geben, die oder der Schuldige zu sein. Mit genau dieser Verhaltensweise klassifizieren sie sich selbst als Inbegriff der Toxizität. Manipulationen und Machtspielchen sind nur zwei der vielen, unterschwelligen Merkmale einer toxischen Beziehung, die uns am Ende ausgelaugt und leer zurücklässt. Meistens erkennen wir diese nur leider erst im Nachhinein. 

Mindestens genauso schwer wie die Erkenntnis, in einer toxischen Beziehung festzustecken, ist aber das Eingeständnis, selbst der toxische Part zu sein. Denn auch das kann vorkommen. Und auch das merken wir oftmals erst, wenn es zu spät ist. Manchmal treffen zwei Charaktere aufeinander, die ineinander nicht das Beste, sondern das Schlechteste herausholen – und die sich schließlich in einer ungesunden Beziehungsspirale wiederfinden, in der sie sich selbst nicht mehr wiedererkennen. Das muss übrigens nicht nur in Partnerschaften der Fall sein, sondern kann genauso in Freundschaften oder anderen zwischenmenschlichen Beziehungen passieren.

Deswegen lohnt es sich, von Zeit zu Zeit seine eigenen Verhaltensmuster zu reflektieren. Dabei lernt man nicht nur viel über die eigenen Beziehungen im Leben, sondern auch über sich selbst. 

Anzeichen, dass du der toxische Part sein könntest

Du hast starke Verlustängste.

Wer sehr große Angst hat, jemanden zu verlieren, entwickelt schnell Kontrollmechanismen. Das kann sich z.B. über das heimliche Nachrichtenlesen auf dem Handy des anderen äußern. Ständige Eifersucht kann hingegen dazu führen, dass sich dein Gegenüber irgendwann nicht mehr traut, sich mit anderen Freund:innen zu treffen, aus Angst, dich zu verletzen. 

Du kommunizierst deine Bedürfnisse nicht klar.

Du wirkst oft unzufrieden, weil Freund:innen, Kolleg:innen oder Partner:in sich nicht so verhalten, wie du es erwartet hast? Hinterfrage dich, ob dein Gegenüber wirklich weiß, dass er:sie dich gerade verletzt. In einer gesunden Beziehung darf und sollte man seine Bedürfnisse äußern – nur dann kann man sie auch berücksichtigen. Andernfalls fühlt sich ein Part häufig so, als würde er permanent etwas falsch machen, ohne zu wissen, wieso eigentlich.

Du sagst "alles okay", wenn es das nicht ist.

Wir alle kennen das unangenehme Gefühl, wenn ein Mensch dir sagt, es sei alles gut – dein Bauch und seine Mimik dir aber Gegenteiliges kommunizieren.

Du tust Dinge für andere, weil du dich gut fühlen willst.

Wenn es einer Freundin schlecht geht, setzt du alle Hebel in Bewegung, um ihr zu helfen. Du bringst Donuts, Schokoeis und eine Flasche Wein, du opferst dich auf – und fühlst dich dabei richtig gut? Achtung: Fürsorge ist nur dann ehrlich, wenn sie die Bedürfnisse des anderen in den Vordergrund stellt. Wenn wir etwas aber nur tun, um uns selbst dafür auf die Schulter zu klopfen, wird es toxisch. Schwierige Phasen anderer Menschen sollten einem selbst kein Hochgefühl geben, nur weil man als rettender Ritter auftreten kann.

Du stellst die Beziehung häufig in Frage.

Dieser toxische Strudel passiert häufig in Partnerschaften, kann aber auch in Freundschaften entstehen: Wenn Kritik bei dir stetig dafür sorgt, dass du eher die Beziehung als dich selbst in Frage stellst, traut sich dein Gegenüber irgendwann nicht mehr, offen mit dir zu reden. Zwischenmenschliche Beziehungen bauen auf Vertrauen und Sicherheit auf, nicht darauf, immer einer Meinung zu sein.

Du nutzt Schweigen oder Zuneigung als Bestrafung oder Belohnung.

Na, fühlst du dich ertappt? Manchmal erwarten wir von unserem Gegenüber, zu merken, dass etwas nicht stimmt – und meiden den Konflikt, in dem wir schweigen. Dieses passiv-aggressive Verhalten ist aber bereits eine Art der Manipulation. Denn um eine Bestrafung zu vermeiden, versucht die andere Person wiederum, alles zu tun, um die Stimmung aufrecht zu erhalten – und stellt die eigenen Bedürfnisse hinten an. Wer gleichzeitig zu überschwänglich mit Zuneigung und Komplimenten reagiert, wenn alles nach der eigenen Nase läuft, konditioniert das Gegenüber unbewusst auf die Belohnung.

Du erwartest, dass jemand anderes dich glücklich macht.

Letztendlich münden viele toxische Verhaltensweisen in einer falschen Erwartungshaltung: Man sollte niemals andere für das eigene Glück verantwortlich machen. Denn dabei können sie nur scheitern. Beispiel: Du erzählst anderen Menschen detailliert, wie schlecht es dir gerade geht – und erwartest, dass sie deinen Scherbenhaufen für dich aufräumen. Insbesondere aufopfernde Menschen werden magisch davon angezogen, wenn andere ihnen das Gefühl vermitteln, gebraucht zu werden. Nutze sie nicht aus. Du bist immer noch für dich selbst verantwortlich.

mjd Brigitte

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