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Psychologie Studie enthüllt acht Schlüsselmotive, warum Menschen fremdgehen

Psychologie: Ein Paar küsst sich
© Kyryk Ivan / Shutterstock
In den meisten Fällen geht es bei einer Affäre nicht um Sex: Laut einer Studie gibt es acht Schlüsselmotivationen, die Menschen dazu veranlassen zu betrügen.

Dinge zu verstehen, hilft ja bekanntlich meistens dabei, sie zu akzeptieren und Frieden zu schließen. Zugegeben, gelegentlich macht es eine Sache auch noch schlimmer, die Motivation dahinter zu kennen, aber konzentrieren wir uns mal auf den Regelfall. Fremdgehen gehört normalerweise zu den Aktionen, die uns eher schwer fallen zu verstehen. Schließlich weiß jeder Mensch, dass eine Affäre der ultimative Vertrauensbruch ist und in der Regel mindestens eine Person dadurch zutiefst verletzt wird. Trotzdem kommen Seitensprünge immer wieder vor – und die wenigsten "Schuldigen" sind empathie- und rücksichtslose Bösewichte.

Natürlich sind die Gründe, die Leute zu diesem Schritt bewegen, individuell und können sich zum Teil sehr unterscheiden. Von daher ist es nahezu unmöglich, "Fremdgehen" als solches jemals voll und ganz zu verstehen – verstehen können wir bestenfalls einen ganz bestimmten Seitensprung, wenn uns die Beteiligten ihre Situation schildern und erklären. Trotzdem spricht natürlich nichts dagegen, sich mit dem "Fremdgehen" auseinanderzusetzen und nach Mustern und Auffälligkeiten zu suchen. Denn je mehr wir generell darüber wissen, umso leichter wird es uns vielleicht auch gelingen, Einzelfälle zu verstehen und einzuordnen – und unseren Frieden zu schließen.

Studie enthüllt acht Schlüsselmotive fürs Fremdgehen

Für eine neue Studie befragten Psycholog:innen knapp 500 Menschen, die schon mal betrogen haben, zu ihren Fremdgehmotiven. Statt sich auf bestimmte Faktoren wie Mängel in der Beziehung oder Persönlichkeitsmerkmale der Betrügenden zu konzentrieren, stellten sie den Testpersonen die offene Frage: "Warum hast du es getan?" In der Vielzahl der Antworten konnten sie acht Schlüsselbeweggründe identifizieren, denen sich alle Angaben zuordnen ließen. Und zwar:

1. Wut

Ein typisches Motiv fürs Fremdgehen ist dieser Studie zufolge akute oder chronisch unterdrückte Wut auf den:die Partner:in. So äußerten viele, dass ihre Affäre eine Reaktion auf einen Seitensprung der:des anderen gewesen sei – oder auf einen Streit, einen schwelenden Konflikt ...

2. Selbstwert

"Ich wollte mich besser fühlen", "Es gab mir ein Gefühl von Unabhängigkeit" – viele der Antworten, die Menschen im Rahmen dieser Studie gaben, bezogen sich auf ihr Selbstwertgefühl und deuteten an, dass es ihnen im Alltag an Bestätigung und Wertschätzung fehlen könnte.

3. Nicht genug Liebe

Ein weiteres häufiges Motiv fürs Fremdgehen ist laut dieser Befragung Unsicherheit über die eigenen Gefühle für den Menschen, mit dem man zusammen ist. So sagten einige der Testpersonen Dinge wie: "Ich wusste nicht, ob mein Schatz wirklich der:die Eine für mich ist."

4. Mangelndes Committment

Herrscht innerhalb einer Beziehung nicht genug Klarheit darüber, wie ernst es beiden Beteiligten mit der Partnerschaft ist, erhöht das laut der Studie offenbar die Wahrscheinlichkeit, dass eine der involvierten Personen ausschert oder ganz zweigleisig fährt. Es muss vielleicht nicht immer gleich der Ring am Finger sein, aber einer erkennbaren Absicht, zusammen alt zu werden, bedarf es anscheinend schon, damit sich beide zu Treue verpflichtet fühlen. 

5. Bedürfnis nach Abwechslung

Langeweile, Eintönigkeit, mangelnde Abwechslung, erwartbarer Weise kann auch das einen Seitensprung motivieren – und hat es in der Testgruppe dieser Studie getan.

6. Ablehnung

Wer sich vom Schatz abgelehnt fühlt, sucht sich Nähe eben bei einem anderen Menschen. Viele der Befragten gaben als Grund für ihren Seitensprung so etwas an wie: "Mein:e Partner:in war emotional distanziert" oder "ließ mich nicht an sich heran".

7. Sexuelles Verlangen

Zwar nur eines von mehreren Motiven, aber auch das, was von einigen vielleicht als der wichtigste Grund für eine Affäre angenommen wird, wurde signifikant häufig genannt: Entspricht das Sexleben in der Partnerschaft nicht den Wünschen und Vorstellungen beider Beteiligten, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass einer fremdgehen wird.

8. Situation

Filme und Serien entstammen ja meist nicht nur der Fantasie, sondern sind auch von der Wirklichkeit inspiriert. Und so identifizierten die Psycholog:innen als achtes Motiv fürs Fremdgehen eine situative, geistige Umnachtung, etwa durch zu viel Alkohol oder übermäßigen Stress, der den:die Seitenspringer:in neben sich hat stehen lassen.

Fazit: Was sagt uns das jetzt?

Auf den ersten Blick scheint bei einer Affäre die Sache in der Regel relativ klar: Wer einen anderen Menschen betrügt und dessen Vertrauen auf so schmerzhafte Weise verletzt, hat damit zu rechnen, verurteilt zu werden und verdient keine Verzeihung. Schuldig, Fall zu den Akten. Doch allein die acht genannten Motive, die wohlgemerkt nur Muster und Abstraktionen echter Fälle mit echten Gefühlen und Geschichten sind, deuten an, dass das Thema schon auf den zweiten Blick sehr viel schwieriger und komplexer wird – und dass womöglich die meisten Menschen unter bestimmten Voraussetzungen zu Fremdgeher:innen werden könnten.

Verwendete Quellen: Psychologytoday.com

sus

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