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Richtig kritisieren Dein Partner nervt dich? So sagst du es ihm

Richtig kritisieren: Dein Partner nervt dich? So sagst du es ihm
© Tiko Aramyan/shutterstock
Okay, dein Schatz macht vielleicht Fehler, aber mit der falschen Art zu kritisieren machst du es noch viel schlimmer. Wir sagen dir, wie "gute" Kritik funktioniert, die auch ankommt.

Manchmal können uns unsere Liebsten aber auch auf den Keks gehen. Sie vergessen wichtige Sachen, daddeln stundenlang auf ihrem Handy oder hören nicht richtig zu. Bevor du lospolterst, solltet du jedoch innehalten und ein paar Tipps für die richtige Streitkunst berücksichtigen. Mit den falschen Worten kannst du nämlich vieles kaputtmachen. Und eure Beziehung soll ja schließlich bessern werden und nicht schlechter.

Wir haben die Therapeutin und Buchautorin Sandra Konrad ("Liebe machen: Wie Beziehungen wirklich gelingen") gefragt, was sie in Sachen Kritik rät.

3 Experten-Tipps, wie du deine:n Partner:in richtig und fair kritisierst

1. Wie formuliere ich Kritik am besten?

"Es ist immer gut, die Dinge in Wunschform zu benennen und bei den eigenen Gefühlen zu bleiben. Aber es geht nicht nur um die berühmten 'Ich-Botschaften'. 'Ich finde, dass du ein Arschloch bist' ist auf den ersten Blick auch eine Ich-Botschaft. Aber was sind die Gefühle? Bin ich wütend oder enttäuscht? Worüber genau? Oft verallgemeinern wir unsere Vorwürfe mit 'nie' oder 'immer', sodass der andere sich sofort rechtfertigen muss, um sich nicht vernichtet zu fühlen."

2. Was bedeutet "vernichten"?

"Allgemeine Kritik an der Person des bzw. der Partners:in statt konkrete Kritik an seinem Verhalten. Sich zu rechtfertigen statt auf die Gefühle des Gegenübers einzugehen. Verachtung und Rückzug. Wenn du im Streit den emotionalen Kontakt zu deinem Schatz verlierst und in eine destruktive Streitspirale gerätst, brich lieber die Diskussion ab. Vereinbare gleichzeitig einen neuen, zeitnahen Termin, um 'abgekühlter' weiterzusprechen. Wenn du einen Konflikt nicht alleine lösen kannst, suche therapeutische Hilfe – je früher, desto besser. Sich Unterstützung zu holen ist keine Bankrotterklärung, sondern ein Zeichen, wie wichtig dir deine Beziehung ist."

3. Wie soll es stattdessen sein?

"Kein Mensch kann Gedanken lesen. Öffnet euch füreinander: Teile deine Gefühle, deine Ängste, deine Wünsche mit. Warte nicht, bis sich Enttäuschungen und Frust aufgestaut haben und du nur noch Problemgespräche führst oder gar über eine Trennung nachdenkst. Wichtig: Manchmal ändern sich Bedürfnisse im Laufe der Zeit. Versäume nicht, deinem bzw. deiner Partner:in diese Veränderungen mitzuteilen. Veränderungen sind Zeichen für Lebendigkeit und Wachstum. Und nichts ist erfüllender als eine Verbindung zweier Menschen, die sich einander immer wieder zuwenden und versuchen, den/die andere:n zu verstehen."

Brigitte

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