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Beziehungsprobleme 5 versteckte Ursachen, die nichts mit eurer Liebe zu tun haben

Psychologie: Ein Paar sitzt draußen auf der Bank
© Motortion Films / Shutterstock
Beziehungsprobleme sind nicht immer ein Zeichen dafür, dass wir als Paar nicht harmonieren oder unsere Liebe zu schwach ist. Welche von der Partnerschaft unabhängigen Faktoren zu Konflikten führen können, liest du hier.

Egal ob Partnerschaft oder Freundschaft, wenn es in einer Beziehung kriselt und Probleme gibt, suchen wir die Ursachen dafür naheliegenderweise meist in der Beziehung selbst. Passen wir vielleicht nicht so richtig zusammen? Sind unsere Gefühle nicht stark genug? Kommunizieren wir irgendwie falsch? Nehmen wir uns zu wenig Zeit füreinander? Solche Fragen schießen uns wahrscheinlich als erstes in den Kopf, sobald wir merken, dass etwas zwischen uns nicht so läuft, wie es sollte. Dabei liegen die Ursachen von Beziehungsproblemen gar nicht immer in der Beziehung selbst. Zwei Menschen können wunderbar zusammenpassen und sich maximal mögen, lieben und respektieren – und trotzdem kann es zwischen ihnen kriseln und Konflikte geben. Folgende Faktoren haben zum Beispiel nichts mit der Beziehung an sich zu tun, können aber dennoch sehr viel Trouble ins Paradise bringen.

Fünf versteckte Ursachen von Beziehungsproblemen, die nichts mit euch als Paar zu tun haben

1. Gestörtes Selbstwertgefühl

Ein gestörtes Selbstwertgefühl eines oder auch beider Partner:innen oder Freund:innen kann auf vielfältige Weise Beziehungsprobleme herbeiführen: Zum einen fällt es uns schwer, einem anderen Menschen zu glauben, dass er uns schätzt oder liebt, wenn wir uns selbst nicht liebenswert fühlen. Misstrauen und Zweifel sind dann oft die Folge und nur schwer zu überwinden. Zum anderen meinen wir, wenn wir uns minderwertig fühlen, besonders viel für die andere Person und unsere Beziehung zu ihr tun zu müssen, um ihre:seine Liebe zu verdienen. Wir sind bereit, alles zu geben, wagen aber nicht, etwas zu fordern oder zu erwarten. Das bringt die Partnerschaft oder Freundschaft in ein Ungleichgewicht, mit dem sich auf lange Sicht beide Beteiligten unwohl fühlen werden. Weitere mögliche Folgen eines gestörten Selbstwertgefühls sind Scham und Angst davor, sich zu öffnen und authentisch zu sein, die Unfähigkeit, sich auf den anderen zu verlassen, und möglicherweise psychische und mentale Störungen, die die Beziehung belasten können.

2. Erfahrungen aus vorherigen Beziehungen

So sehr wir es uns manchmal vielleicht auch wünschen mögen: Unsere Erinnerungen und Erfahrungen werden wir niemals ganz los. Wenn wir in früheren Beziehungen etwas erlebt haben, das uns sehr verletzt hat, verbinden wir Liebe und Nähe vielleicht unbewusst mit (potenziellem) Schmerz. Um uns davor zu schützen, kann es sein, dass wir eine Art unsichtbare Mauer um uns errichten, die zwischen uns und unserer:m Freund:in steht – und unsere Beziehung heimlich belastet. 

3. Problematische Roll models

Nicht nur die Erfahrungen aus unseren eigenen Partner- und Freundschaften können sich auf unser Beziehungsverhalten auswirken: Auch was uns andere Menschen vorleben, insbesondere in unserer Kindheit, hinterlässt einen starken Eindruck auf uns. Wenn zum Beispiel unsere Eltern sehr viel gestritten haben und sich gegenseitig in den Rücken gefallen sind, werden wir als Erwachsene möglicherweise nicht in der Lage sein, Teamwork und möglichst harmonische, friedliche Umgangsformen als selbstverständlich und Grundvoraussetzung einer Partnerschaft anzusehen. Oder Konflikte auf gesunde, konstruktive Weise auszutragen. So können die Beziehungen anderer, uns nahestehender Menschen auf unsere Beziehung ausstrahlen und Probleme herbeiführen, die weder mit unserem:r Freund:in noch mit unseren Gefühlen zu tun haben.

4. Beziehung zu den Eltern

Wie wir aufgewachsen sind und wie sich unsere Eltern um uns kümmern und uns ihre Liebe zeigen konnten, wirkt sich laut Psycholog:innen in hohem Maße auf unsere Beziehungsfähigkeit und unseren Bindungsstil aus. Zeigten unsere Eltern beispielsweise eine geringe Präsenz und erschienen uns eher unzuverlässig, kann das zur Folge haben, dass wir Nähe tendenziell meiden und Angst bis Panik vor Verbindlichkeit entwickeln.

5. Unklare Ansprüche an eine Beziehung

Eine weitere mögliche, unterschwellige Ursache von Beziehungsproblemen ist ein Mangel an Klarheit. Wenn einer oder beide der involvierten Menschen nicht weiß, was er von dieser Beziehung überhaupt erwartet und braucht, was er zu geben bereit ist und wieso er sich zum Beispiel für dieses Lebensmodell mit einem:r Partner:in entschieden hat, kann das Unsicherheiten und Unstimmigkeiten auslösen. 

Wenn uns ein Mensch und unsere Beziehung zu ihm am Herzen liegt, ist es bei immer wiederkehrenden Problemen und Konflikten sicherlich sinnvoll, nach den konkreten Ursachen zu suchen. Und sollten diese Ursachen tatsächlich außerhalb unserer Beziehung liegen, werden sie sich ja vielleicht sogar gerade mithilfe dieser Person entdecken und beseitigen lassen. 

Verwendete Quellen: psychologytoday.com, psymag.de

sus Brigitte

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