Scheidungs-App: Bequemer trennen geht nicht

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Eine neue App verspricht, bequem vom Wohnzimmer aus eine Scheidung durchzuführen - vollautomatisch.

Was ist passiert?

War ja nur eine Frage der Zeit: Nachdem Heiraten immer schneller und effizienter geworden ist (bis hin zur Hochzeit am Drive-Thru-Schalter), wurde jetzt auch die Scheidung nachhaltig optimiert. "It's Over Easy" möchte beiden Parteien den lästigen Trennungskram abnehmen und verspricht, den Bund fürs Leben fast vollautomatisch aufzulösen.

Wie soll das denn funktionieren?

Die App stellt beiden Partnern einen Haufen Fragen und überträgt die Antworten in die offiziellen Scheidungsformulare. Auf Wunsch werden die Unterlagen auch dann gleich weiter an die zuständigen Behörden geleitet - fertig! Nur die Eheringe müssen die Ex-Liebenden noch selbst vom Finger streifen.

Das klingt nett - aber so lässig läuft doch keine Scheidung der Welt.

Stimmt natürlich - die App richtet sich an Paare, die sich einvernehmlich trennen und alles gemeinsam absprechen. Wenn man sich grundsätzlich einig ist, kann die App einem vielleicht tatsächlich das Leben erleichtern. Warum teure Anwälte einschalten, wenn sich der Vorgang auch digital regeln lässt? Bei Steuerberatern gibt es ja auch seit längerem Software, die einem den lästigen Papierkram abnimmt.

Naja - hier geht es trotzdem um mehr, als einen Dauerauftrag bei der Bank zu löschen. Eine Scheidung ist unter den besten Umständen kompliziert - das soll eine App mal eben hinkriegen?

Wenn es im Detail doch schwieriger werden sollte, bietet die App auch eine "richtige" Beratung mit einem Fachanwalt. Nicht persönlich, sondern per Videokonferenz - aber an diesem Punkt der Trennungsprozedur ist den Scheidenden der menschliche Kontakt vermutlich eh nicht so wichtig.

Und das ist dann rechtskräftig?

Ja, zumindest in den USA, wo die App gestartet ist. Erfinderin der App ist übrigens Scheidungsanwältin Laura Wasser, die schon die Trennung von Britney Spears gemanagt hat. Das Scheidungsrecht in Kalifornien ist allerdings auch besonders schlicht gehalten, und bietet sich für die digitale Abwicklung eher an, als ein deutsches Scheidungsverfahren.

Und wie teuer ist das ganze?

Eine "Basis"-Scheidung per App kostet 750 Dollar - wenn mehr Service gebraucht wird, kann es über 2500 Dollar teuer werden - zuzüglich der Bearbeitungsgebühren der jeweiligen Behörden.


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