Schwangerschaft

Die meisten Frauen sehen in der Schwangerschaft einfach toll aus! Der Teint ist rosig und gut durchblutet, das Gewebe lagert mehr Wasser ein, und die Haut wirkt prall und glatt. Auch der Busen ist jetzt besonders straff - zeigen Sie also ruhig Ihr schönes Dekolletee. Die Haare sind in der Regel voll und kräftig, weil sie während der Schwangerschaft langsamer wachsen und kaum ausfallen (das wird erst nach der Geburt nachgeholt).

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Bei manchen Frauen geraten jedoch die Hormone vorübergehend aus dem Takt - und das sieht man dann auch der Haut an. Sie kann zum Beispiel plötzlich trockener werden, oder es sprießen reichlich Pickel. Oder die Haut reagiert verstärkt auf Sonne mit braunen Flecken. Dann tragen Sie gleich morgens eine Feuchtigkeitscreme mit hohem Lichtschutz auf, oder nehmen Sie zusätzlich zur normalen Pflege eine Sonnencreme. Gut sind Produkte mit Mikropigmenten, die die Sonnenstrahlen wie ein Spiegel reflektieren (z. B. von Shiseido und Dr. Hauschka).

Schwangerschaftsstreifen

Etwa 70 Prozent aller werdenden Mütter bekommen Schwangerschaftsstreifen - meist zwischen dem sechsten und achten Monat. Frauen mit schwachem Bindegewebe, die während der Schwangerschaft stark zugenommen haben, und Rothaarige mit extrem heller Haut sind besonders gefährdet. Kosmetikwissenschaftler haben Spezialcremes und Öle entwickelt, die diesen Streifen vorbeugen sollen (z. B. von Vichy, Biotherm und frei öl). Sind sie nämlich erst mal da, ist die Behandlung nach wie vor schwierig. Das Institut für experimentelle Dermatologie an der Universität Witten/Herdecke hat allerdings in einer sechsmonatigen Studie herausgefunden, dass die Streifen viel kleiner werden, wenn nach der Geburt regelmäßig Öl einmassiert wird. Dabei soll die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger genommen und vom Körper weggezupft werden. Wichtig: So lange massieren, bis kein Öl mehr auf der Haut ist. Diese Massage ist für Bauch und Beine auch schon während der Schwangerschaft gut. (Am Busen lieber von außen nach innen streichen und die Brustwarzen auslassen - die werden sonst fürs Stillen zu weich).

Laser gegen die Streifen?

Und was bringen die neuen Laser? Hautärztin und Laser-Expertin Dr. Alina Fratila ist von ihrer Wirkung gegen Schwangerschaftsstreifen nicht überzeugt - und setzt deshalb Vitamin-A-Säure ein, um die anfangs leuchtend roten Streifen schnell blasser werden zu lassen (das geht aber erst nach der Stillzeit). Sie verschwinden zwar nicht, fallen aber viel weniger auf.

Spezial-Menüs für Schwangere

Ja, aber nur, wenn's um Vitamine und Mineralstoffe geht. Größere Portionen sind erst ab dem vierten Monat nötig. Und zwar nur 200 Kilokalorien (Kohlenhydrate, Eiweiß) pro Tag zusätzlich - gerade mal soviel wie eine Portion Gemüse mit Kartoffeln. Wenn Sie regelmäßig Sport machen, brauchen Sie etwas mehr; essen Sie dann je nach Appetit.

Statt Baguette lieber Vollkornbrot

Das Beste für Sie und Ihr Kind ist jetzt eine ausgewogene Ernährung, mit ein paar Besonderheiten. Auf Ihren Speiseplan gehören neben Milch und Milchprodukten Fisch, durchgebratenes mageres Fleisch (aber keine Leber!) und Kartoffeln. Kaufen Sie am besten Vollwertnudeln, -reis und -brot. Auf Würste aus nicht erhitztem Fleisch wie Salami, Teewurst, Mettwurst sowie rohe Eier und Rohmilchkäse sollten Sie wegen möglicher Krankheitskeime verzichten. Tiefgekühltes Gemüse ist auf jeden Fall vitaminreicher als das aus dem Treibhaus. Und Dünsten und Dämpfen schont die Vitamine beim Garen. Oder benutzen Sie einen Schnellkochtopf, und verwenden Sie dann auch das mineralstoffreiche Kochwasser, zum Beispiel für eine Soße.

Hungern ist verboten!

Keine Diät aus Angst um die Figur! (Ausnahme: Sie müssen auf ärztlichen Rat hin abnehmen, zum Beispiel bei Diabetes.) Die kleinen Fettreserven, die Sie jetzt anlegen, brauchen Sie als Energiedepots für die Geburt und die Stillzeit. Außerdem macht das Fett nur einen Teil Ihrer Gewichtszunahme aus. Das meiste sind schlicht Wasser und Gewebe.

Fett sparen

Zuviel Fett macht dick - greifen Sie deshalb bei Milch, Käse und Wurst, Butter oder Margarine zu fettarmen Sorten.

Heißhunger auf Süßes?

Dann sind Trockenfrüchte oder Müslis ideal - sie enthalten reichlich Vitamine und Ballaststoffe.

Das brauchen Sie jetzt!

Extra-Portionen brauchen Sie bei Vitaminen und Mineralstoffen. Also einfach viel Obst, Salat und Gemüse essen? Das ist zwar gut, reicht aber manchmal nicht. Eine Studie an der Universität Jena mit Schwangeren kurz vor der Geburt ergab, dass die Frauen viel zu niedrige B-Vitaminspiegel hatten. Der Grund: Sie hatten zuwenig oder gar keine Vollkorn- und Milchprodukte gegessen. Aber selbst wenn Sie sich ausgewogen ernähren, kann es passieren, dass Sie von bestimmten Nährstoffen nicht genug bekommen.

Kalzium

Das Ungeborene braucht im Laufe der Schwangerschaft 30 Gramm (!) Kalzium, das es sich von der Mutter holt - aus ihren Knochen. Ein halber Liter Milch oder zwei Becher Magermilchjoghurt plus eine Scheibe Schnittkäse pro Tag decken diesen Mehrbedarf. Wer Milchprodukte nicht mag oder verträgt, sollte sicherheitshalber Kalziumtabletten schlucken, denn der Körper nimmt Kalzium aus Pflanzen wie Soja nicht so gut auf. Junge Frauen haben generell zuwenig Eisen, und wenn sie schwanger werden, sind ihre Eisenspeicher im sechsten bis achten Monat leer. Etwa jede vierte Schwangere leidet daher an Anämie (Blutarmut). Der hohe Eisenbedarf ist auch durch gesunde Ernährung kaum zu decken. Vegetarierinnen sind noch schlechter dran als Frauen, die wenigstens ab und zu mal Fleisch essen - so eine Studie der Universität Gießen. Deshalb verordnen die meisten Gynäkologen Eisenpräparate.

Magnesium

Einen weiteren Engpass gibt es meist bei Magnesium. Experten vermuten, dass das Mineral während der Schwangerschaft verstärkt über die Nieren ausgeschieden wird. Lassen Sie sich deshalb sicherheitshalber Magnesium verschreiben. Es beugt Muskelkrämpfen vor. Zuwenig Magnesium erhöht außerdem das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt.

Folsäure

Auch ein Mangel an dem Vitamin Folsäure kann eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen. Schlimmer noch: Ein Folsäure-Defizit zu Beginn der Schwangerschaft kann in Einzelfällen schwere Missbildungen (Nervenschäden) beim Ungeborenen verursachen. Sie entstehen schon in der dritten (!) Schwangerschaftswoche. In Deutschland kommt auf 1000 Geburten ein durch Folsäuremangel geschädigtes Kind. In den USA wird daher allen Frauen, die ein Kind haben wollen, empfohlen, schon vor der Schwangerschaft täglich 400 Mikrogramm Folsäure zu nehmen. Selbst eine gemüsereiche Ernährung (viel Spinat, Fenchel, Salat) bringt nur etwa die Hälfte des notwendigen Bedarfs.

Jod

Fehlt der Mutter Jod, hat auch das Kind zuwenig davon. Neugeborene, die bereits mit einem Kropf zur Welt kommen, sind keine Einzelfälle. Daher die Empfehlung des "Arbeitskreises Jodmangel": Essen Sie zweimal pro Woche Seefisch, verwenden Sie jodiertes Speisesalz, und nehmen Sie zusätzlich Jodtabletten ein - täglich 200 Mikrogramm.

Typische Beschwerden - das hilft

Gegen Übelkeit: Etwa eine halbe Stunde vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit essen (legen Sie sich zum Beispiel einen Zwieback bereit). Tagsüber entlasten kleine Mahlzeiten den Magen, zwischendurch reichlich trinken, am besten Mineralwasser oder Früchtetee. Kaffee oder schwarzen Tee sollten Sie generell wenig trinken (höchstens zwei bis drei Tassen täglich), zuviel Koffein ist für Embryos Gift. Gegen Verstopfung: Hülsenfrüchte, Trockenfrüchte, Haferflocken oder Vollkornbrot essen und viel dazu trinken, damit die Ballaststoffe quellen können. Wenn das nicht hilft, versuchen Sie es mit Magnesium. Gegen Sodbrennen: Ein paar Mandeln oder Nüsse knabbern oder einen Teelöffel mittelscharfen Senf essen.

Buchtipp

Bettina Salis, Claudia Muir: "Was stillende Mütter essen sollen", Rowohlt, 7,90 Euro.

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